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Thomas L. Hunter
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  04-07-2018 18:46 04-07-2018 18:46 104  Gelesen 104 Gelesen
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"Dana und die Magie des großen Monolithen" Band 3 des abenteuerlichen Fantasy Dreiteilers von Thomas L. Hunter.



"Dana und ihre Freunde haben nach vielen aufregenden Abenteuern den Magier Maschgart auf dem vergessenen Kontinent ausfindig gemacht. Leider ist sein Wissen über Zeitreisen rein theoretischer Natur. Da erhalten sie Nachricht von Mac Snuff. Der "Erste Spiegel" ist aufgewacht und hat ihm die Bauanleitung für den Zeitspiegel übermittelt. Bevor Dana mit diesen Informationen das Zeitportal erschaffen kann, um ihr Volk und ihre Eltern in der Zeit zu suchen und zurückzubringen, erhält sie eine weitere Aufgabe. Ses erscheint bei Erogat mit einem uralten Buch, das einen Teil an Anweisungen beinhaltet um ein Portal zu ihrer Heimat zu erschaffen. Zwei Mal haben die Magier dabei schon versagt! Leider sind die Informationen unvollständig. Nun macht sich Dana daran, überall auf der Welt, nach Antworten, Hinweisen und Karten zu suchen. Diese Suche führt sie zu dem versunkenen Kontinent Mu und nach Lemuria und bis hinauf zum Dach der Welt und Australien. Überall sucht und findet sie neue Informationen und lernt die verschiedensten Wesen Kennen. Nachdem sie schließlich das Zeitportal fertig gestellt hat, beginnt ihre Reise durch die Zeit. Diese führt Dana, während sie nach ihrem Volk sucht, von der Zeit der Ägypter bis hin zu Orten in der Zukunft. Sie machte nicht einmal davor Halt, die letzten Dämonenfürsten ausfindig zu machen, denn sie sind ein Teil der Lösung. Während ihrer abenteuerlichen Suche begegnet sie viele neuen Kreaturen. Freund oder Feind? Dank Sharis Fertigkeiten wird sie auch das erkennen. Bis sie schließlich alle Zutaten zusammen hat, um das Portal zu erschaffen. Doch was passiert mit dieser Gegenwart!"



Leseprobe:



... es war einmal vor unendlich langer Zeit!

»So, dies ist das letzte ... fertig!«
Der alte weißhaarige Eremit schrieb das letzte Wort in einer feingeschwungenen Handschrift. Nachdem die Tinte getrocknet war, klappte er das Buch zu und schob es zu den anderen. Zärtlich betrachtete er das kleine Wesen, das friedlich auf dem Rand des Tintenfasses vor sich hin döste. Er konnte nicht anders, als es mit dem Ende der Feder zu kitzeln.
Erschreckt fuhr es hoch, begann zu lachen und wäre beinahe in das Fass gefallen. Schließlich legte er seine Schreibfeder beiseite. Schweigend betrachtete er, im flackernden Kerzenschein, seine Arbeit. Sein halbes Leben hatte es gebraucht, bis er diesen Punkt erreicht hatte. Zufrieden lehnte er sich zurück.
Vor ihm stapelten sich, außer den Büchern, eine Menge Schriftrollen aus unzähligen Jahrhunderten in wilder Unordnung auf dem Tisch.
Müde blickte der Alte sich in seiner Behausung um, einem viele tausend Jahre alten Baum, der langsam wie er selbst dem Ende entgegenging.
Schließlich drückte er sich schwerfällig mit beiden Händen von der Tischplatte ab. Das kleine, geflügelte Wesen gesellte sich nun zu ihm und schmiegte sich eng an seinen Hals. Sachte strich er ihm über den Kopf.
»Es wird schon!«
Langsam schlurfte er zu einem Riss in der Holzwand des Baumes, der ihm als Fenster diente, und betrachtete den beginnenden Sonnenaufgang, der sich mit einem schmalen leuchtenden Streifen am Horizont ankündigte.
»Es wird heute ein schöner Tag werden!«, flüsterte er dem Wesen zu.
»Nun bleibt uns nur noch eins zu tun. Die Bücher müssen an die Richtigen gehen. Irgendwann, in ferner Zukunft, wenn die Zeit gekommen ist, wird jemand die Bücher finden und das Rätsel, welches in ihnen verborgen ist, lösen!«


Kapitel 1


Bücher, nichts als Bücher

Warm schien die Sonne auf diese unvergleichliche Stadt. Ein lauer Wind strich durch die Straßen. Überall herrschte geschäftiges Treiben. Menschen schlenderten durch die Gassen, eine Stadt zum Träumen. Ein kleines Problem hatte diese Idylle jedoch! Nach einem missglückten Experiment hatten es die Einwohner tatsächlich geschafft, ihre Stadt, den dazugehörigen Kontinent und alles, was darauf kreuchte und fleuchte, irgendwo ins Nirgendwo zu verfrachten. Ohne Aussicht, dieses Fleckchen Erde jemals zu verlassen.
»Von der Zeit vergessen, nicht aber von den Menschen«.
Doch schließlich erreichte eine junge Magierin diesen Kontinent und brachte ein Tor zur Alten Welt mit. Nun war der Weg wieder frei und wer wollte, konnte nunmehr zurückkehren. Doch wer wollte das schon?
Dana, so hieß die junge Magierin, saß am Hafen und träumte vor sich hin. Ihr Blick wanderte über die Anlagen und weiter bis aufs Meer hinaus ... Meer war weit übertrieben. Früher hätte der Terminus gepasst, da es vor dem Debakel weit über den Horizont hinaus gereicht hatte. Aber jetzt ..., nach guten zweitausend Metern begann das Nichts, ein undurchdringliches Nichts. Dieser schmale Wasserstreifen verlief, an der schmalsten Stelle gerade mal hundert Meter breit, rund um den Kontinent.
Sie gönnte sich eine Verschnaufpause, hielt ein Buch in der Hand und wollte hier in der Sonne ausspannen und etwas lesen. Oh ja, gelesen hatte sie in den letzten Wochen wirklich genug. Maschgart hatte ihr die alte Bibliothek im Marmorturm gezeigt. Der Turm, von außen und innen recht überschaubar, hatte aber noch eine Überraschung für sie parat. War das ein Anblick, als der Magier die Tür zur Bibliothek aufstieß: Reihen über Reihen nichts als Regale, dichtgepackt mit Büchern und Dokumente, die man bis zur Decke gestapelt hatte. Das alles war für Dana bestimmt nichts Neues, jedoch war dieser Raum mehrere hundert Meter lang und genauso breit. Sprachlos stand sie damals neben Maschgart. Er meinte nur trocken: »Wie du siehst, Größe ist relativ. Viel Spaß«
Anschließend hatte er ihr noch freundschaftlich auf die Schulter geklopft, bevor er sie grinsend stehen ließ. Nun stand sie verlassen da und wusste nicht, wo sie anfangen sollte. Vor allem, wonach sie suchen sollte.

Sie hatte die Augen geschlossen und genoss die Ruhe und Wärme auf ihrer Haut, als sich eine Hand auf ihre Schulter legte.
»Kann ich mich zu dir setzten?«, fragte eine einschmeichelnde Stimme hinter ihr.
Dana öffnete die Augen und sah kurz auf. Sie blickte in ein freundlich, lächelndes Gesicht. Es war Maschgart, ihr Onkel.
»Machst du gerade was Wichtiges? Halte ich dich von irgendetwas ab?«
Sie schüttelte nur den Kopf. Mühsam setzte er sich neben sie auf die Treppenstufe.
»Na denn ...« Er versuchte, es sich auf den harten Steinen, so bequem wie möglich zu machen.
»... Konntest du dir keinen besseren Platz für deine Pause aussuchen?«, begann er sein Gespräch.
Sie schüttelte abermals schweigend den Kopf.
»Auch gut. Ich wollte dich mal was fragen« Er hüstelte verlegen. »Vertraust du dem Exdämon?
Sie sah ihn aufgebracht an. »Unbedingt, ihm würde ich sogar mein Leben anvertrauen! Was für eine merkwürdige Frage. Ohne ihn wäre ich nicht hier, und ihr hättet keinen Zugang zur Alten Welt!«
»Ist ja schon gut, ich habe verstanden. Aber es geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf, was er in Erogats Arbeitszimmer gesagt hatte. Von wegen, dass wir die Dämonenfürsten benötigen, um ein Portal in unsere wahre Heimat zu öffnen. Glaubst du das?«
Sie überlegte kurz.
»Aber sicher glaube ich daran. Nur, ich vermute, dass es schwer sein wird, die Orte zu finden, an denen sie eingesperrt wurden. Ich habe schon Hunderte von Büchern durch. Aber ich habe nirgends einen Anhaltspunkt oder etwas über die Standorte ihrer Gefängnisse entdeckt. Ich hab nur ein paar Bücher über Zeitreisen gefunden.«
Sie hob das Buch hoch, in dem sie bis eben gelesen hatte, und schnippte mit dem Finger gegen den Buchdeckel.
»Leider bist du mir in dieser Hinsicht keine große Hilfe«, lächelte sie ihn an. »Es ist gar nicht schlimm. Ich hab dich gefunden, und nur das zählt.«
»Mag sein ...« Maschgart hüstelte wieder verlegen.
»Irgendwann wird dir mein Wissen nützlich sein ... irgendwann.«
Nachdenklich sah er sie an. Er wählte seine nächsten Worte sehr sorgfältig.
»Das Portal ... warum glaubst du, dass du ein großes Portal, ein Portal in unsere Welt, erschaffen kannst? Wo doch schon unsere besten Magier daran gescheitert sind?«
»Ich?« Dana lächelte Maschgart wissend an. »Ich hab Zugang zu einem Wissen, was die anderen nicht hatten.«
»Und das wäre?« Maschgart sah sie herausfordernd an.
»Das Wissen der Dämonen!«, raunte sie ihm zu und sprang auf. Fröhlich verabschiedete sich von ihrem Onkel.
»Ich muss wieder los ... weiter lesen und forschen. Man sieht sich!«
Dana umarmte ihn und machte sich auf den Weg zum weißen Turm. Es lag noch viel Arbeit vor ihr.


Kapitel 7


Unter dem Meer

Viele Tage später erreichten sie die Provinz Fujian und reisten weiter nach Fuzhou, einer Hafenstadt am ostchinesischen Meer. Der Mönch hatte ihnen den Rat gegeben, hier mit ihrer Suche zu beginnen. Schließlich zeigte die Karte lediglich die Lage an, wo der Kontinent im Meer versunken war. Den Weg oder die Richtung mussten sie noch selbst bestimmen.
Die drei hatten sich in der Nähe der Fischerboote niedergelassen und betrachteten nachdenklich die unermessliche Weite des Meeres.
»Und hier drinnen sollen wir was finden?!«, seufzte Dana und zeigte aufs offene Meer.
Schließlich zog sie die Karte zurate. Ses rückte ein Stück näher, um besser sehen zu können. »Ist doch nicht so schlimm! Wir kaufen einem Fischer sein Boot ab, segeln damit Richtung Südosten, an dieser Insel vorbei. Sobald wir außer Sichtweite der Menschen sind, erschaffst du deinen Sucher und wir folgen ihm bis zu unserem Ziel.«
»Hört sich gut an!«, kommentierte sie seine Idee. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. »Und du kannst segeln?«
»Äh. Nicht unbedingt!«, gab er kleinlaut zu. »Aber wir beherrschen Magie! Da sollten uns doch solche Kleinigkeiten wie „nicht segeln können“ nicht von unserem Vorhaben abbringen, oder?«
Dana packte die Karte wieder weg und stand auf. »Du hast recht! So machen wir es.«
Sie schafften es tatsächlich, einem Fischer sein Boot abzukaufen. Er gab ihnen sogar noch umsonst eine Einweisung, wie sie dieses Boot zu handhaben hatten. Mit diesem Wissen ausgerüstet machten sie sich auf, das Meer zu erobern.
Sie segelten zuerst Richtung Südost, an der Insel Taiwan vorbei, bis sie weder Land noch andere Boote sehen konnten. Nun erschuf Dana ihren Sucher. Die kleine, weiße Kugel erschien einige Meter vor dem Bug des kleinen Fischerbootes und bewegte sich sofort weiter Richtung offenes Meer. Tag um Tag folgten sie der Kugel, die unbeirrt ihre Richtung verfolgte.

Eines Tages, an einem Spätnachmittag, blieb sie plötzlich über einer Stelle im Wasser stehen. Dana stupste die kleine Kugel an, da sie dachte, dass die Magie versagt hätte, aber nein! Sie waren offensichtlich am Ziel.
»Taucht der Sucher nicht unter? Wir müssen schließlich noch den Eingang, wenn es sowas dort unten überhaupt sowas gibt, finden!« Ses schaute nachdenklich über den Bootsrand in die Tiefe.
»Ich glaube, im Wasser funktioniert er nicht. Vielleicht versuche ich es in der Sphäre, wenn Shari uns runtergebracht hat.«
Dana hatte, während der Reise über die See, eine Eingebung gehabt. Shari, die als Einzige im Wasser atmen konnte, sollte eine Sphäre, eine magische Kugel, erschaffen. Sie - Dana - und Ses würden dort einsteigen und so, trocken und mit Luft versorgt, den untergegangenen Kontinent erreichen. Nun hielt sie die Zeit für gekommen, den anderen zu erklären, was sie sich ausgedacht hatte.
»Bekommen wir in dem Ding überhaupt genügend Luft?«, fragte Ses skeptisch.
»Aber natürlich! Während wir untertauchen, findet ein reger Sauerstoffaustausch mit der Kugel und dem ihr umgebenden Wasser statt!«, war sich Dana sicher.
Shari bestätigte Danas Behauptung, dass es mit der Luft keine Probleme gäbe. Ihr war das Ganze mehr als recht. Sie selbst war gespannt, welch neuen Fähigkeiten diese Exkursion in die Tiefe bei ihr wecken würde. So war es nicht verwunderlich, dass die kleine Fee längst im Wasser schwamm. Sie hatte bereits eine Halbschale von gut zwei Metern im Durchmesser neben dem Boot erschaffen und wartete auf ihre Passagiere. Leider konnte Shari sich im Wasser nicht mehr wie gewohnt mit Dana und Ses unterhalten. Dies ging jetzt nur noch mit Dana, da sie beide im Geiste miteinander verbunden waren. Die kleine Fee forderte Dana auf, sich mit Ses in die Halbschale zu setzen. Die beiden betrachteten nachdenklich das Gefährt. Jetzt, wo es so weit war, hielten sie es nicht mehr als so eine gute Idee. Doch es nützte nichts! Dies war der einzige Weg. Mühsam kletterten die beiden hinein.
»Ist es nicht ein bisschen spät? Es wird schon dunkel. Da unten können wir bestimmt nicht sehen! ... jedenfalls nicht viel mit unserem Licht!«, gab Ses zu bedenken.
»Zu spät! Shari ist nicht mehr zu bremsen.« Sie hatte recht.
»Festhalten, es geht los!«, übermittelte die kleine Fee ihrer Freundin und begann mit dem Abstieg.
Geräuschlos versank die Halbkugel langsam im Meer. Ses betrachtete skeptisch, wie Shari die Halbschale ruhig und ohne jede Anstrengung in die Tiefe zog. Je tiefer die Kugel ins Wasser eintauchte, desto mehr schloss sie sich, bis sie vollständig geschlossen und vom Wasser umgeben war.
Shari bewegte das Gebilde mit einer Leichtigkeit durch die Dunkelheit, als würde dieses kein Gewicht und keinen Auftrieb haben. Immer tiefer drückte die kleine Fee die Sphäre. Unterdessen hatte Dana Licht angemacht, um die Umgebung etwas zu erhellen. Es war nicht eine ihrer besten Ideen. Noch bevor Ses etwas dazu sagen konnte, stoppte Shari.
»Was ist los?«
Irritiert versuchte er, in der Dunkelheit etwas zu erkennen. Einen Augenblick später bewegte sich in einiger Entfernung ein mächtiger Schatten, an der Sphäre vorbei. Leider konnte er nicht viel erkennen. Dana, die noch immer unter ihrer Lichtkugel saß, hatte es da einfacher. Sie verband sich einfach mit Shari und konnte so, durch die Augen der kleinen Fee, die Umgebung der Sphäre erkunden. Sie war erstaunt, wie gut Sharis Augen hier unten funktionierten. Dana konnte ihre Umgebung wesentlich besser erkennen.
»Wow Shari! Sind das feine Augen! Damit kann man ja ...«
Dana wurde abgelenkt. Der mächtige Schatten hatte sich wieder in ihr Blickfeld geschoben. Nun erkannte sie es. Dieses Monstrum war ein gewaltiger Hai. Sein Maul, mit Sicherheit groß genug, die Kugel mit einem Biss zu verschlingen, war halb geöffnet.
Langsam zog er seine Bahnen um die Sphäre. Immer enger wurden seine Kreise, bis Dana das Tier fast berühren konnte. Nach der nächsten Umkreisung, als der Hai zum Greifen nah an ihr vorbei schwamm, steckte sie beherzt die Hände durch die Membrane der Kugel. Sie wollte das Ungetüm mit Magie vertreiben und schleuderte einen kraftvollen Blitz gegen das Riesentier. Anschließend kiekste sie kurz auf und das Licht erlosch. Schweigen und absolute Dunkelheit machte sich breit.
»Hallo? Dana? Geht es dir gut?«
Ses traute sich nicht, Licht zu machen und tastete sich durch die Dunkelheit, bis er Danas Hand spürte. Er zuckte sofort zurück, er hatte durch die Berührung auch einen Schlag bekommen. Er ließ sie erstmal in Ruhe und steckte seine Hand durch die Membrane. Dort tastete er nach Shari. Die kleine Fee ergriff mit ihren winzigen Händen seine Hand. Plötzlich hörte Ses ihre Stimme in seinem Kopf.
»Wie geht es dir? Hast du was ab bekommen? Wie geht es Dana?«
Vor Schreck hätte er fast die kleine Fee ins Innere der Kugel gezogen. »Wie geht denn das? Ich verstehe dich ... in meinem Kopf?!«
Shari drückte seine Hand. »Das ist anscheinend eine meiner neuen Fähigkeiten als Wasserwesen. Wenn ich dich berühre, können wir uns auf diese Weise unterhalten. Ist ganz nützlich, wenn man den Kopf im Wasser hat, oder?«
Ses war beruhigt. »Ich dachte schon, das ich anfange zu spinnen. Kannst du feststellen, wie es Dana geht? Lebt sie noch? Und wieso hast du keinen Schlag bekommen?«
»Natürlich lebt sie noch! Wenn nicht, wäre unsere Reise bereits hier zu Ende. Wir wurden durch den Stromschlag nur voneinander getrennt. Und ich? Entweder hat mich möglicherweise die Hülle der Sphäre geschützt oder ich bin einfach ... zu klein, oder zu gut isoliert! So, genug geredet! Jetzt solltest du unbedingt nach Dana sehen, noch rührt sie sich nicht.«
Ses schalt sich einen Narren. Natürlich konnte Dana nichts passiert sein, sonst hätte es die kleine Fee nicht mehr gegeben - und die Sphäre ...? In dieser Tiefe? Er mochte gar nicht darüber nachdenken, was dann mit ihm passiert wäre.
Vorsichtig beugte sich Ses zu Dana hinunter. Um sich besser zu orientieren, machte er als Erstes Licht, diesmal rotes Licht. Ihm war wieder eingefallen, dass diese Farbe des Lichts in den Tiefen der Meere nicht als Beute erkannt wurde. Dana saß, nein lag, alle viere von sich gestreckt, auf dem Boden der Kugel und rührte sich immer noch nicht. Ihre Haare standen nach allen Richtungen und kleine Rauchwölkchen drangen aus ihnen hervor. Es roch streng nach verbrannten Haaren. Ses versuchte sie zu berühren. Er bekam abermals einen Schlag. Da dieser bereits schwächer ausfiel als der erste, wiederholte er einfach diese Prozedur, bis er sie ganz anfassen konnte. Sachte tätschelte er ihre Wangen. Das half. Langsam kam sie wieder zu sich. Mit verdrehten Augen sah sie Ses an.
»Was ist passiert?«, stammelte sie leise, um schließlich mit einem Ruck hochzufahren. Erschrocken sah sie sich um.
»Wo ist Shari? Was ist mit ihr passiert? Ich kann sie nicht mehr hören!« Panik lag in ihrer Stimme und Entsetzen spiegelte sich in ihrem Gesicht.
Ses beruhigte sie: »Alles in Ordnung! Shari geht es gut. Der Stromschlag hat euch vorübergehend getrennt. Das gibt sich wieder.«
Während Dana sich langsam erholte, berichtete er ihr von Sharis neuer Fähigkeit, sich durch Handkontakt ... vielleicht auch nur durch Hautkontakt, mit ihm zu unterhalten.
»Wenn du das sagst!«, brummte sie und musterte ihn zweifelnd.
Übergangslos begann er, über das ganze Gesicht zu grinsen. Verärgert fauchte Dana ihn an: »Was ist? Warum freust du dich so?«
Das Lächeln verschwand und er wurde wieder ernst. »Hat dir Erogat nie beigebracht, dass sich Strom und Wasser nicht gut vertragen?«
Sie senkte den Blick. »Kann sein, dass er es mal erwähnt hat. Was soll‘s! Sowas kann man schon mal im Eifer des Gefechts vergessen.«
Beide sahen sich an und begannen von Herzen zu lachen, dass es bestimmt meilenweit im Meer zu hören war. Shari hatte unterdessen den Abstieg wieder aufgenommen. Schließlich gab es nach Danas Aktion weit und breit kein Tier mehr, das sich diese Kugel als Nahrung aussuchen würde.
Während Dana ihr Äußeres wieder herrichtete, überlegte Ses: »Was wir da unten wohl finden? Und welche Wunder uns dort womöglich erwarten? Ob es dort Bewacher gibt?«
Dana schloss ergeben die Augen. »Wir sollten froh sein, wenn wir trockenen Fußes in die Bibliothek kommen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Bewohner von Mu den Kontinent vor den Wassermassen schützen konnten. Der Energieaufwand wäre ...«
»Und wenn sie Magie benutzt haben?«, unterbrach Ses ihre Überlegung.
»Ja ... das wäre natürlich auch noch eine Möglichkeit.«
Unterdessen steuerte Shari die Kugel auf ein schwach leuchtendes, blaues Licht zu, das tief unter ihnen aus der Finsternis aufgetaucht war.
»Vielleicht haben die Bewohner ja doch einen Weg gefunden, ihr Land vor den Fluten zu schützen.« Dana deutete auf das schwache Glimmen, das langsam immer kräftiger wurde, je näher Shari die Sphäre an diese Erscheinung heranbrachte.
Ses packte Dana am Arm. »Glaubst du, das dies ...«, er zeigte auf das Phänomen, »Jemals von Menschen entdeckt werden könnte?«
Sie schüttelte energisch den Kopf. »Sollten sie jemals in diese Tiefen vordringen, würden sie nur Felsen erkennen. Dieser Anblick würde ihnen verwehrt bleiben.«
»Und das da?!« Er deutete auf einen Höhleneingang, der mittlerweile an der Flanke eines Hügels sichtbar wurde. Die kleine Fee zusteuerte zielsicher darauf zu. Zwei Wassernixen mit jeweils einem Dreizack in der Hand flankierten den Eingang.
»Nicht zu übersehen!«, triumphierte er.
Dana antwortete nicht darauf. Sie betrachtete fasziniert den Hügel wie er nahtlos mit dem Blau verschmolz. Dieser Hügel bildete das Ende oder auch den Anfang zu dieser Welt. Vorsichtig bugsierte Shari die Sphäre in die Öffnung. Sie hatte nicht viel Platz, manövrierte die Kugel aber souverän immer tiefer in den Gang, der sich an das Eingangsportal anschloss. Nach ein paar Metern wurde der Gang trocken und die beiden konnten die Sphäre verlassen. Dana machte Licht und untersuchte die nähere Umgebung.
»Es richt muffig. Findet ihr nicht auch?«
»Natürlich! Hier war schon lange keiner mehr zum Lüften!«, grinste Ses.
Für diese Bemerkung erntete er einen strafenden Blick von Dana.
»Und wie geht es dir? Nicht zu sehr erschöpft?« Sie hatte Shari auf der Schulter, die längst wieder, von den Strapazen erholt, unruhig, und voller Tatendrang war.
»Mir? Aber nicht doch!«, plapperte die kleine Fee drauflos. »Ich hatte das Gefühl, dass das Meer mir unendlich viel Energie geben würde. Nun lässt es langsam nach! Aber immer noch genug um ...« Ohne ein weiteres Wort brauste sie davon.
Dana sah ihr verdutzt hinterher. »Komm Ses! Sonst ist sie gleich weg.«
Mühsam quälten sie sich den Tunnel hoch, bis sie schließlich unterhalb des Hügelgipfels eine Terrasse, gesäumt von prächtigen Säulen, erreichten. Shari war tatsächlich schon weitergeflogen. Fasziniert blieb Dana stehen, um in Ruhe dieses Bild, das sich ihnen darbot, in sich aufzunehmen. Vor ihnen breitete sich eine unendlich weite Ebene, die sich bis zum Horizont erstreckte, aus. An vielen Stellen überwucherte dichter Urwald große Flächen des Tieflands. Dana versuchte dort unten einen Weg oder Pfad ausmachen. Leider vergebens.
»Das wird bestimmt nicht leicht, dort einen Weg durch zu finden?«, raunte sie Ses zu.
Der schüttelte nachdenklich den Kopf. Schließlich stupste er sie an und deutete auf eine der Säulen. Dort hatte er einen Durchgang entdeckt.
»Dort geht es schon mal runter!«, freute er sich über seine Entdeckung.
An einer Seite der Terrasse führte ein schmaler, gewundener Pfad in die Ebene. Alles war hier in das dämmrige bläuliche Licht getaucht, das sie bereits von außen wahrgenommen hatten. In der Ferne, tief in der Ebene, erblickten sie die Überreste einer Stadt. Ses wollte sofort losstürmen, doch Dana hielt ihn zurück.
»Damit solltest du noch warten.«
»Warum?«, maulte er. »Hier ist doch weit und breit nichts!«
Sie deutete auf die Ebene. Überall waren Placken, weiß wie Watte, zu sehen. »Dort in den Überresten der Bäume und zwischen den Steinen! Siehst du es nicht?« Wo Dana auch hin zeigte - Watte. Mittlerweile hatte sich auch Shari bei ihr gemeldet und nur ein Wort übermittelt - Spinnen!
»Wir sind nicht alleine!«, seufzte Dana. »Spinnen! Unmengen von Spinnen.«
»Kleine?«, wollte Ses misstrauisch wissen und sah über die Kante in die Tiefe.
»Natürlich nicht! Eher von dem Kaliber unserer Tegla. Das sind also die Wachen, die die Bewohner von Mu zurückgelassen gaben.« Dana sank auf einen Stein und stützte nachdenklich ihr Kinn in die Hände.
»Tegla? Wer ist Tegla?« Ses kratzte sich nachdenklich am Kopf.
»Ich glaube, ich hab dir schon mal von ihr erzählt ... eine Freundin, eine Spinnenfreundin ... eine Große!«, entgegnete Dana.
»Und nun? Shari meint, es seien zu viele, um sich mit ihnen anzulegen. Außerdem kommt ein Kampf sowieso nicht in Frage. Es muss einen anderen Weg geben - einen besseren.«
Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. »Na klar! Wir fragen Tegla. Sie kennt bestimmt eine Lösung. Es sind schließlich ihre Artgenossen.«
Ses sah Dana irritiert an. »Du willst ... jetzt zu der Spinne reisen, wo wir doch eben erst angekommen sind? Geht es dir noch gut? Wir machen denen ein bisschen Feuer unter ihren Spinnenhintern! Anschließend gehen sie uns schon aus dem Weg.«
Sie betrachtete ihn nachdenklich. »Immer mit dem Kopf durch die Wand. Es geht auch anders.«
Sie stand auf und durchforstete ihre Taschen. Endlich hielt sie einen Taschenspiegel hoch.
»Da! Hab ich doch mitgedacht!«, strahlte sie Ses an.
»Ach, das war es also, was du noch besorgen wolltest! Wirklich auf Zack! Muss ich neidlos anerkennen!«
Er atmete tief durch und nickte zustimmend mit dem Kopf. »Also gut! Sammel Shari ein und lass uns endlich diese mächtige Spinne ...«
»Tegla!«, half Dana aus.
»... eben die - besuchen«, beendete er seinen Satz.
Ohne weiter darauf einzugehen, wandte sie sich dem Tunnel zu und verschwand darin. Sie suchte eine geeignete Stelle, um den Spiegel zu befestigen. Schließlich fand sie diese und befestigte den Spiegel an der Tunnelwand. Anschließend vergrößerte und aktivierte sie ihn.
»Warum baust du das Ding denn hier drinnen an?« Ses war neben ihr erschienen und bewunderte ihre Arbeit.
»Damit die Spinnen, kleinere, nicht zufälligerweise ebenfalls das Portal benutzen.«
»Könnten Sie?«, fragte er ungläubig.
»Ich glaube nicht. Sonst wären mit Sicherheit schon welche von ihnen hier oben. So eine schöne Höhle! Das würde sich keine Spinne entgehen lassen.«
Grinsend wandte sie sich Ses zu: »Fertig! Wir können los.«
Mittlerweile hatte sich auch Shari eingefunden und somit stand der Rückreise nichts mehr im Wege.


Kapitel 16


... nach heiß folgt Eis

Erogat erwartete sie schon voller Ungeduld. Seit es um ihn herum immer mehr Betrieb gab ärgerte er sich darüber, dass alle die Höhle verlassen konnten, außer ihm. Er konnte nur den Kontakt zur Außenwelt über seine Bildwand und den Kristallen herstellen. Zusätzlich zu diesen spärlichen Informationen kamen noch die Erzählungen derjenigen, die sich außerhalb der Höhle aufhalten und frei bewegen konnten. Eben wie die beiden, Dana und Ses, die gerade seine Räumlichkeiten betraten. Sofort schwebte er auf sie zu.
»Und? Habt ihr was erreicht?«
Dana sah ihn versonnen an, wie er so aufgeregt vor ihr schwebte.
»Ja Erogat! Haben wir. Aber, du solltest vielleicht etwas ruhiger werden! Ich sagte es dir bereits des Öfteren und kann es immer nur nochmal wiederholen: Wärest du kein Geist, würdest du irgendwann noch einen Herzkasper bekommen!«
Er zog eine Grimasse.
»Ich bin, was ich bin! Also, was sagte der Dämon und, was noch wichtiger ist, habt ihr eine weitere Karte?«
Dana berichtete dem Geist von ihren Erlebnissen im Reich der Feuerlinge, von der Unterhaltung mit ihrem König und seiner Beschreibung einer uralten Überlieferung.
»... und die besagt, dass wir einen weiteren Dämon im Baum der Welt finden werden!«
»Ah ja! Im Baum der ...«, begann Erogat.
Doch bevor er seinen Satz beenden konnte, wurde er ungeduldig von Ses unterbrochen.
»WAS ist denn dieser Baum der Welt?!«
Dana erklärte es ihm mit ein paar einfachen Worten. »Der Baum der Welt? Wir waren schon da! Es ist der Lebensbaum in Shangri La! Raschna hat uns davon berichtet.«
Verlegen zuckte er mit den Schultern. »Da war ich anscheinend gerade dabei, Muscheln zu sammeln!«
Dana überlegte kurz. »Stimmt! Du kamst erst später zu dem Gespräch dazu. Macht nichts, dafür hab ich es schließlich mitbekommen.«
»Du willst also wieder in den Himalaja? Rauf in die Kälte?« Ses schüttelte sich.
»Wenn du nicht willst, frage ich eben Gomek! Der hat bestimmt lust ...«
Hastig unterbrach Ses, den für ihn unbehaglichen Verlauf dieses Gespräches. »Nein! Nicht doch. Ich bin dabei! Aber die lange Anreise ... Eis und Schnee! Gibt es keinen anderen Weg?«
Danas Gesichtsausdruck erhellte sich schlagartig. »Das ist es! Oh Mann, du bist mir ja ´ne gute Idee!«
Ses begann an ihrem Verstand zu zweifeln. Er konnte sich nicht erinnern, eine Idee angeregt zu haben.
»Gehts dir nicht gut?« Er packte sie an den Schultern und schüttelte sie leicht.
Lachend befreite sie sich aus seinem Griff. »Verstehst du nicht? Der Gestreifte hat uns doch eine Geschichte erzählt, über einen Magier, der den Yetikönig samt Gefolge vor dem menschlichen Mob gerettet hat ...«
Langsam nickte Ses bestätigend mit dem Kopf.
»... und was ist, wenn es gar kein Magier war, der dort erschien?« Die letzten Worte flüsterte sie mit geheimnisvoller Miene.
Nun war es an Ses, verwirrt dreinzuschauen. »Wer soll es denn sonst gewesen sein?«
»Rudi!«, entgegnete sie triumphierend.
»Rudi? Wie kommst du denn darauf? Und selbst, wenn er es war! Wie willst du ihn dazu bringen, es zu zugeben? Bis heute weiß niemand, wer damals der Retter war.«
Dana reagierte nicht auf die Frage, sie hüllte sich in Schweigen und überlegte angestrengt. Schließlich schnippte sie mit dem Finger. »Vielleicht kann uns Georg weiterhelfen. Bestimmt weiß er noch das eine oder andere der Überlieferung, was er uns noch nicht erzählt hat. Auf geht‘s!«
Dana zerrte Ses, der bereits auf dem Weg Richtung Monolith war, mit sich.
»Nicht da entlang! Wir reisen mit dem Spiegel zu Mac Snuff und von dort weiter zur Lavahöhle!«
Ses blieb stehen. »Warum dieser Umweg?«
Dana zog Ses zu sich heran und flüsterte ihm ins Ohr: »Ich will Rudi überraschen! Das geht aber nicht, wenn wir ihn vorher treffen!«
Ses verstand kein Wort, was Dana an seinem Mienenspiel ablesen konnte.
Also erklärte sie ihm: »Rudi kann doch Gedanken lesen! Er hat es Shari doch beigebracht. Und wenn wir jetzt ...«
»Ah! Jetzt verstehe ich das!« Seine Miene erhellte sich und er nickte zusätzlich mit dem Kopf. »Sollte er vorher unsere Gedanken lesen, könnte er sich eine Ausrede einfallen lassen, warum und ob er damals dort war. Du bist mir ja ´ne ganz Schlaue!«, lachte er.
Nachdem das nun geklärt war, reisten sie zu der Lavahöhle.

In der Lavahöhle angekommen, ließen sie sich von einigen Jungdrachen auf dem schnellsten Weg zu dem Tunnel bringen, der in Georgs Refugium führte. Schließlich fanden sie den Yeti, wie meist, an seinem Lagerfeuer sitzend. Nachdem die drei seine Höhle betreten hatten, sprang er sofort auf, um seine Gäste zu begrüßen.
»Was führt euch denn in mein bescheidenes Heim? Setzt euch doch!« Er deutete gleichzeitig Richtung Feuer.
»Dürfen Freunde sich nicht einmal gegenseitig besuchen?«, entgegnete Dana lachend.
»Doch, doch! Nur ihr wart, seit ich euch das Horn übergeben habe, lange nicht mehr hier! Ich dachte schon, ihr hättet mich ... ach egal!« Der Yeti brach mitten im Satz ab und setzte sich zu ihnen.
Sie machten es sich an dem Feuer bequem und Dana erzählte Georg von ihren letzten Abenteuern, bis hin zu ihrer Zeitreise. Das Treffen mit den anderen Yetis bewahrte sie sich bis zum Schluss auf. Sie ahnte, dass Georg diese Geschichte ausführlich hören wollte. Gebannt hing er an ihren Lippen als sie von dem Gestreiften und seiner Geschichte der Ereignisse erzählte. Nicht ein Muckser kam über seine Lippen, bis sie zum Ende kam.
»... ein Magier mit einem Spiegel hat deine Vorfahren gerettet!«, brachte sie die Geschichte zum Abschluss.
Während ihrer Erzählung hatten sich noch einige der anderen Yetis zu ihnen gesellt. Die begannen nun, alle auf einmal, Dana Fragen zu stellen. Es wurde so laut, dass sie sich die Ohren zuhielt und Georg ein Machtwort sprechen musste.
»Stop! Pause! So kann Dana keine Fragen beantworten!« Freundlich, aber bestimmt, komplimentierte er seine Artgenossen vor die Tür.
»ICH werde ihr jetzt die Fragen stellen!«
Er drückte einem seiner Yetis eine Steintafel mit einem Stück Kohle in die Hand und forderte ihn auf: »Du schreibst die Fragen der Gruppe auf und übergibst sie mir danach. Anschließend werde ich sie mit Dana durchgehen! Abmarsch! Komm wieder, wenn du fertig bist.«
Der Angesprochene machte sich ohne Widerspruch daran, die Fragen aufzuschreiben, während Georg zurück zum Lagerfeuer ging.
»Entschuldigung! Aber etwas von unserer alten Heimat zu hören ... war anscheinend, für einige von uns auf jeden Fall, zu überwältigend!«
Dana verstand ihn nur zu gut.
»Und das hilft? Fragen aufschreiben?«
Georg lachte. »Bestimmt nicht! Aber so sind sie beschäftigt und lassen uns in Ruhe. Vielleicht können sie schon bald die Alte Welt mit eigenen Augen sehen ... dann ergibt sich der Rest von selbst.«
Dana wandte sich wieder dem eigentlichen Thema zu.
»Aber deswegen sind wir nicht hier! Hast du uns alles erzählt, was eure Überlieferung der damaligen Ereignisse angeht? Wie sah der Magier aus? Hatte er besondere Merkmale? Und ... habt ihr hier noch den Spiegel von damals?«
Georg sah sie aus zusammengekniffenen Augen an.
»Hast du eventuell eine Ahnung, wer damals der Magier war?«
Er sah sie nachdenklich an. »Also gut!« Georg berichtete noch einmal von der Rettung der Yetis durch den Magier. Einem schlanken, hochgewachsenen alten Mann mit weißem Bart. Plötzlich stutzte er und kratzte sich den Kopf. »Er hatte ein besonderes Zeichen! Sein Gürtel, der seinen Magiermantel zusammenhielt, hatte eine ganz außergewöhnliche Schnalle: Es war ein goldener Drachenkopf mit rubinroten Augen!«
Jubelnd sprang Dana von ihrem Sitz auf und begann wie wild um das Feuer zu tanzen. Dabei rief sie immer wieder: »Das war Rudi! Ich hab’s geahnt ... es war Rudi!«
Ausgepumpt und nach Luft schnappend setzte sie sich nach der Tanzeinlage wieder zu den anderen ans Feuer. Schweigend hatten ihre Freunde ihren Freudentaumel beobachtet.
»Geht es dir wieder gut?«, wollte Georg wissen. »Kann ich dir was Gutes tun? Vielleicht etwas zu trinken oder ...?«
»Nein zum Trinken und ja zu etwas Gutem! Hast du noch den Spiegel? Den, der dir vererbt wurde?«, reagierte sie aufgeregt.
Der Yeti stand auf und verschwand wortlos im hinteren Bereich seiner Höhle. Sie hörten ihn dort herrumhantieren und irgendetwas ging dabei zu Bruch. Dana dachte schon, es wäre der Spiegel als Georg ausrief: »Hier bist du ja, du kleiner Schlingel!«
Kurz darauf erschien er wieder bei den anderen und warf Dana einen Gegenstand zu. Sie wurde von dieser Aktion völlig überrascht und hätte das kleine Ding fast fallen gelassen.
»Wäre nicht schlimm!«, quittierte Georg ihre ärgerliche Miene. »Der ist bruchsicher! Garantiert!«
Dana betrachtete ehrfurchtsvoll diesen unscheinbaren Handspiegel. Denn darum handelte es sich.
»Das soll er also sein? Der Spiegel?«
Georg nickte bestätigend.
»Also gut!« Dana erhob sich und suchte sich einen Platz, wo sie den Spiegel vergrößern konnte.
»Wieso ist er eigentlich nicht an?« Georg war ihr gefolgt und sah zu, wie sie den richtigen Platz auswählte.
»Mac Snuff hat es mal so formuliert: Wenn einer von zwei verbundenen Spiegeln verkleinert wird, werden aus beiden wieder einfache Spiegel bis sie abermals vergrößert werden!«, erklärte sie ihm, während sie versuchte, den Spiegel wieder auf seine Portalgröße zu bringen.
»Das ist aber ärgerlich!«, schimpfte sie leise vor sich hin.
Ses, der sich mittlerweile zu ihnen gesellt hatte, hakte sogleich nach:. »Was ist denn so ärgerlich?« Verdutzt nahm er den Spiegel entgegen, den sie ihm missmutig in die Hand drückte.
»ER hat ihn gesperrt!«, knurrte sie verzweifelt.
»Na und? Dann gehst du eben zu ihm und fragst ihn, ob er den Bann auflöst! Schließlich kennst du nun diese ... seine Geschichte! Er kann sich jetzt nicht mehr herausreden!«, ermutigte er sie.
Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht.
»Stimmt! Wartet hier auf mich! Ich bin bald wieder da!«
Sie riss Ses den Spiegel förmlich aus den Händen, stürmte zum Tunnel und verschwand in der dunklen Röhre.
Nachdenklich sahen sich Ses und Georg an. Schließlich schlenderten die beiden gemächlich zurück zum Lagerfeuer.
Georg bekam als Erster seine Sprache wieder: »Was war das denn?« Immer noch verwirrt stocherte er in dem Feuer herum.
»Sie ist los, um Rudi zu überreden ...«, begann Ses mit einer Erklärung.
»Das hab ich schon verstanden«, winkte Georg ab, »aber warum ist sie so hektisch dabei?«
»Sie freut sich darauf, Rudi zu berichten, dass sie wieder ein Geheimnis von ihm aufgedeckt hat, mehr nicht!«, entgegnete Ses vergnügt.
»Ist das ein Hobby von ihr? Seine Heimlichkeiten aufzudecken?«
»So ungefähr!«, erwiderte Ses.

Ihre Unterhaltung dauerte noch an, als Dana wieder in der Höhle erschien. Aus ihrer guten Laune, die sie mitbrachte, schlossen Ses und Georg, dass das Gespräch mit dem Drachen erfolgreich gewesen war. Ohne Umschweife begann sie von ihrem Treffen mit Rudi zu erzählen und endete:
»... zuletzt konnte er nicht anders als zu gestehen, dass er die Yetis gerettet und damals ihr Habitat erschaffen hatte!«
Georg zog respektvoll eine seiner wuschigen Augenbraue in die Höhe.
»Also hat er dies hier alles geschaffen, für uns? Respekt! Sollte ich ihm irgendwann mal begegnen, werde ich mich bei ihm bedanken!«, grinste er.
»Und? Hat er dir den Spiegel freigeschaltet?«, wollte Ses nervös von ihr wissen.
»Selbstverständlich! Aber unter einer Bedingung!« Sie sah den Yeti an.
»Wir dürfen nicht mit?« Georg senkte den Kopf.
»Aber nein! Ihr müsst dafür Sorge tragen, dass die Drachen, die nun hier bei euch leben, nicht durch den Spiegel gelangen! Drachen in der heutigen Zeit und dann noch da draußen, in der heutigen Welt! Das würde nicht gut gehen!«
Für Georg war das keine Frage. »Das bekommen wir hin!«
Nachdem dies geklärt war, sah Dana sich in seiner Höhle um.
»Hast du hier einen Raum, den du kontrollieren kannst? Gegebenenfalls auch abschließbar?«, wandte sie sich schließlich an den Yeti.
Georg zog sie mit sich in die hinterste Ecke seines Raumes. Dort präsentierte er ihr eine kleine Rumpelkammer, die notfalls mit einer Tür verschlossen werden konnte.
»Ein bisschen Ordnung hier rein, und das eine oder andere muss noch raus! Aber sonst ...!« Er grinste schelmisch und sie lachte zurück.
»Dann fang mal an! Sag Bescheid, wenn du fertig bist!«, schmunzelte sie und schlenderte zurück zum Lagerfeuer.
Es dauerte nicht lange, da erschien Georg neben ihr und bettelte kleinlaut: »Fertig! Würdest du jetzt bitte ...«
»Selbstverständlich!« Sie hielt ihm die Hand entgegen und der Yeti zog sie hoch.
Gemeinsam betrachteten sie sein Werk. Vor der Tür stapelte sich eine Unmenge an Krimskrams, der sich über die Jahrhunderte angesammelt hatte. Dana schob sich daran vorbei und betrachtete den nun leeren Raum.
»Das wird reichen!«, murmelte sie und machte sich daran, den Spiegel an der hinteren Wand zu befestigen.
Schließlich nuschelte sie eine Formel und berührte die glänzende Oberfläche mit dem Finger. Augenblicklich vergrößerte sich der Handspiegel um ein Vielfaches. Anschließend veränderte sich die Spiegeloberfläche und gab eine schillernde Öffnung, so groß wie eine Tür, frei.
»Es ist geschafft! Er ist wieder verbunden ... und die andere Seite scheint auch noch intakt zu sein!«, flüsterte sie, mehr zu sich selbst.
»Was meinst du? Ich hab ...«
Georg, der das Warten leid war, hatte es vor der Tür nicht mehr ausgehalten und stand bereits hinter ihr. Es verschlug ihm die Sprache, als er die merkwürdig, glänzende Oberfläche zum ersten Mal sah.
»Ist das das Portal? Das Tor zu dem Palast?«, stotterte er überwältigt.
»Jep! ... Äh, ich hoffe es. Jedenfalls sagt Rudi das! Woll‘n wir dann?!«
Dana trat einen Schritt zur Seite und ließ Georg den Vortritt, nicht vor Angst, sondern aus Höflichkeit. Letztendlich war es das Gebiet seiner Vorfahren, in das sie nun vordrangen. Nachdem er durch den Spiegel verschwunden war, folgte sie mit Shari und zuletzt Ses.

Auf der anderen Seite empfing sie bläuliches Halbdunkel und eine eisige Kälte. Wo sie auch hinsahen: Decken, Wände und die Böden waren von dickem Eis bedeckt und überall hingen Eiszapfen jeglicher Größe. Dana und Shari machten Licht, um sich zu orientieren. Sofort begann der Raum, wo immer sich der Lichtschein in den Eiskristallen brach, magisch aufzublitzen und verlieh diesem Ort etwas Geheimnisvolles.
»Ist das ein Anblick!«, flüsterte Dana ihrer kleinen Fee ins Ohr und betrachtete fasziniert das Lichterspiel. Schließlich riss sie sich davon los und sah sich, während Shari Ses zur Hand ging, nach dem Yeti um.
Von Georg war nichts zu sehen. Dana machte sich sofort Sorgen um ihn. Sie standen vor dem Spiegel, der in einem sonst leeren Saal stand, aus dem nur eine Tür führte.
Ses hatte unterdessen, dank Sharis Unterstützung, einige Leuchtkristalle gesichtet und versucht, diese zu aktivieren. Leider gaben sie nur ein klägliches Licht ab.
»Denen ist wohl die Kälte nicht bekommen«, brummte er, und stupste die kleine Fee an, »oder was meinst du?«
Ohne eine Antwort abzuwarten, entfachte er eine Flamme in seiner Hand und hielt sie unter einen Kristall. Sofort begann dieser heller zu leuchten.
»Siehst du ...« Er strich Shari über ihr kleine Köpfchen. Der Fee schien die Kälte nicht viel auszumachen, aber mit Sicherheit die Dunkelheit. Das wusste Ses noch von ihren anderen Reisen.
»Würden die hier mal heizen, hätten wir auch mehr Licht!«, rief er lachend, dass es schaurig von den Wänden widerhallte, und folgte Dana durch die einzige Tür.
Draußen wäre er fast mit ihr zusammengestoßen. Sie war stehen geblieben und hatte ihr Licht gelöscht und suchte im Halbdunkel ihren Freund Georg.
»Wo der nur steckt?«, brummte sie.
Nur langsam gewöhnten sich ihre Augen an das Zwielicht. Je länger sie dort stand, umso intensiver begannen die Wände die Umgebung in ein schwaches, bläuliches Licht zu tauchen. Nach und nach identifizierte sie immer mehr Einzelheiten und konnte sogar einige Umrisse zuordnen.
Vorsichtig bewegte sie sich, dicht gefolgt von Ses, auf das vereiste Geländer zu, um noch mehr zu erkennen. Imposante Säulen trugen die umlaufende Galerie, auf der sie stand, und gaben dieser ein majestätisches Aussehen. Selbst diese, sowie der Rest der Halle, waren komplett vom Eis bedeckt. Sie blickte nach oben und bewunderte die mächtige, fein ausgearbeitete Kuppel, die sich freitragend und glitzernd wie ein Sternenhimmel über den gesamten Raum spannte.
Schließlich entdeckte sie den Yeti. Er saß auf der obersten Treppenstufe einer Freitreppe, am Ende der Galerie, und betrachtete ehrfürchtig die gewaltige Empfangshalle, die sich am Fuß der Treppe anfügte.
Während Ses sich auf die Suche nach weiteren Leuchtkristallen machte, näherte sie sich bedächtig dem Yeti und setzte sich neben ihn.
»Hast du dir das so vorgestellt?« Sie knuffte ihn freundschaftlich in die Seite, erhielt aber keine Antwort.
»Es ist kalt hier!«, versuchte sie weiter, ein Gespräch mit ihm anzufangen.
Sie rieb die Hände aneinander, um sie aufzuwärmen.
»Selbst der Atem gefriert!« Mit jedem Atemzug, den sie machte, kondensierte dieser und bildete kleine weiße Wölkchen vor ihrem Gesicht. »Siehst du?«
Wortlos legte er seinen behaarten Arm um ihre Schulter. Schließlich fragte er: »Besser so?«
Sie drückte sich an ihn. »Ja, ist es!«
Schweigend saßen sie eine ganze Weile auf der Treppe, bis Ses hinter ihnen erschien.
»Wollt ihr hier übernachten? Wie geht es jetzt weiter! Wir haben noch einiges vor!«
»Stimmt auffallend!«
Dana sah zu Ses auf und löste sich anschließend aus Georgs warmer Umarmung und stand auf. Langsam folgte Georg ihrem Beispiel und erhob sich ebenfalls vom Boden.
»Was deine Frage von vorhin betrifft, sie lautet nein! So hab ich es mir nicht vorgestellt ...! Dies hier könnte der Bereich für die Königsfamilie gewesen sein!«
Er deutete in die Tiefe der Empfangshalle.
»Dort, wo du die Trümmer siehst, befand sich höchstwahrscheinlich einmal der Durchgang um die anderen Teile dieser Anlage zu erreichen. Die Angreifer von damals haben ganze Arbeit geleistet.«
»Ah ja! Also kommen wir hier nicht weiter?«, stellte sie fest.
»Das hab ich nicht gesagt!«, entgegnete er.
Dana sah ihn fragend an. »Und was hast du gemeint?!«
»Na ja, alleine schaffen wir das nicht! Ich sollte die anderen Yetis holen. Mit deren Hilfe haben wir die Trümmer schnell beiseite geräumt. Außerdem sind sie mit ihrem Fragenkatalog bestimmt schon fertig und wollen Antworten. Die können sie, nach getaner Arbeit, auch gleich an den ... wie heißt er doch gleich?« Er überlegte angestrengt.
»... der Gestreifte!«, half Dana aus.
»Genau! ... an ihn stellen. Du hast doch noch das Horn?!«
»Natürlich!« Dana begann sogleich ihre Taschen zu durchforsten und förderte nach kurzer Suche eine kleine Schachtel zu Tage.
»Da drin?« Georg schüttelte den Kopf.
Ohne auf diese Bemerkung einzugehen, vergrößerte Dana unverzüglich die kleine Schachtel bis der Reisekoffer, den sie von Erogat bekommen hatte, vor ihr stand.
»Ach! Ich dachte schon, du hättest ihn bei einem unserer Abenteuer verloren!«, feixte Ses.
Sie ignorierte seinen spöttischen Unterton und öffnete den Koffer. Anschließend förderte sie das Horn zutage.
»Bitte! ICH verliere nichts!«
Sie überreichte Georg das Blasinstrument und strafte Ses mit einem vernichtenden Blick.
Ses trat auf sie zu, nahm sie in den Arm, und drückte sie ordentlich. »Das war doch nur Spaß!«
Sie löste sich aus der Umklammerung und knuffte ihn kräftig in die Rippen. »Bei mir doch auch!«
Sie wandte sich wieder Georg zu. »Und wie geht es jetzt weiter? Holst du deine Leute, und wir fangen schon mal an?«
»Nur das nicht! Eis ist unser Metier, da lasst mal lieber die Finger davon. Untersucht den Rest dieser Halle und wartet auf uns. Ich bin so schnell wie möglich mit den anderen wieder da.«
Während Georg sich unverzüglich auf den Weg machte, begannen die drei den Rest dieses Bereiches zu untersuchen. Sie fanden aber nicht mehr.
Shari fand noch eine Tür, die sie ohne Probleme öffnen konnte. Sie führte die drei in einen mittelgroßen Saal. Betroffen standen sie dort und betrachteten die Zerstörungen.
»Georg hatte Recht damit, als er meinte, dass die Eindringlinge ganze Arbeit gemacht haben!«, brummte Ses.
»Nicht mal das kleinste Teil ist hier noch zu finden. Selbst die Eisskulpturen haben sie zerstört. Was für eine blinde Zerstörungswut!« Dana stand erschüttert vor einem Trümmerhaufen aus Eis.
»Menschen!« Verächtlich kam das Wort über Georgs Lippen. Er stand in der Tür und hatte ihren letzten Satz vernommen. Er winkte ihnen zu.
»Kommt mit! Wir haben schon angefangen. Bald sind wir durch das erste Trümmerfeld und können tiefer in die Anlage.«
Sie folgten ihm in die Empfangshalle, wo mittlerweile ein Dutzend Yetis damit beschäftigt waren, die Eistrümmer zu entfernen.
»Es werden noch mehr kommen! Aber für diesen Durchbruch sind wir genug!«
Bevor Georg sich zu seinen Leuten gesellte, um mitzuhelfen, drückte er Dana noch die Steintafel in die Hand.
»Wenn der Gestreifte kommt ...« Er brach ab.
»Natürlich! Ich werde ihm eure Fragen überreichen! Wenn er sie denn lesen kann! Sonst werde ich sie ihm vorlesen!«, lachte sie vergnügt und beobachtete ihren Freund, wie er sich in die Arbeit stürzte.
Schließlich war der Durchbruch geschafft und es ging in den nächsten Bereich. Dieser war noch prächtiger als der, aus dem sie gekommen waren. Überwältigt blieben sie stehen und betrachteten die Säulengalerie, die zu einem rechteckigen Vorplatz führte, an dem sich eine imposante Stadt anschloss. Trotz der Zerstörungen spiegelte dieser Anblick die ganze Größe dieses Volkes wieder.
In Danas Geist verschwand die Zerstörung, und die Metropole erwachte zum Leben. Laternen leuchteten hell auf und warfen ihr Licht in die schmalen Straßenschluchten. Yetikinder spielten in ihnen und die Erwachsenen gingen ihrem Tagesgeschäft nach. Alles wirkte so idyllisch. Plötzlich schreckte sie aus ihrem Tagtraum hoch. Shari hatte ihr in die Wange gekniffen. Der Fee war es nicht entgangen, dass Dana geträumt hatte.
»Hast du es auch gesehen?« Nachdenklich sah sie ihre kleine Freundin an.
»Ja! Irgendwie unheimlich ... aber auch schön!«, flüsterte Shari Dana ins Ohr und drückte sich fest an ihren Hals.
Dana schüttelte die Beklommenheit ab und folgte den anderen. Die hatten sich mittlerweile in den Überresten der Stadt verteilt und nach einem Ausgang gesucht.
Plötzlich erklang aus irgendeiner Ecke der Ruf: »Ich hab ihn gefunden! Hier sind die Überreste des Tunnels, der nach außen führt. Ich hab ihn gefunden!«
»Na Klasse! Und wo ist hier?«, schimpfte Dana leise vor sich hin.
Sie löste mit sanfter Gewalt Shari von ihrem Hals und bat sie, nach dem Schreihals zu suchen. Die kleine Fee, froh über diese Aufgabe, flog sofort los.
Es dauerte nicht lange, Shari hatte den Krakeeler aufgespürt und ihre Freundin informiert, hatten sich alle um den Yeti und dem Eiseinsturz versammelt. Georg hatte gerade seine Untersuchung beendet und kam nachdenklich auf Dana zu.
»Das wird dauern! Auch hier haben die Angreifer ganze Arbeit geleistet. Untersucht doch weiter diese Stadt! Sobald wir den Tunnel freigelegt haben, sagen wir dir Bescheid! In Ordnung?«
Dana zuckte mit den Schultern und machte sich mit Ses und Shari daran, die Stadt zu durchforsten. Sie durchstreiften Gasse um Gasse und untersuchten die Häuser, die nicht oder nicht ganz verwüstet waren.
Ses bemerkte, dass sie, mit jedem untersuchtem Haus, erleichterter wirkte. Irgendwann sprach er sie darauf an: »Hat es einen Grund, warum du so guter Laune bist, angesichts dieser Zerstörung?«
»Aber ja!«, lächelte sie ihn an. »Ich vermute, dass diese Stadt verlassen war, als die Horden hier einfielen und alles unbewohnbar machen!«
Ses kratzte sich nachdenklich am Kopf. »Und wie kommst du zu diesem Schluss?«
»Hier findest du keine ...«, begann Dana mit einer Erklärung, als sie von ihm unterbrochen wurde.
»Ah, ich verstehe. In dieser Kälte wäre alles und jeder tiefgefroren worden und wir hätten etwas von den Bewohnern finden müssen!«
Sie brachen dieses, für sie unerfreuliche, Gespräch ab und unterhielten sich lieber über die herrliche Baukunst der Yetis, während sie weiter die Gegend erkundeten.
Irgendwann hatten sie ihren Ausgangspunkt wieder erreicht, als Georg vor ihnen erschien und die Unterhaltung unterbrach.
»Wir sind gleich durch! Kommt ihr?«
Er drehte sich auf der Stelle um und verschwand in der Richtung, aus der er gekommen war. Die beiden sahen sich verdutzt an und folgten ihm umgehend zu dem Tunnel.
Tatsächlich hatten die Yetis ganze Arbeit geleistet. Dana und Ses hatten Georg gerade erreicht, als sie ein helles Licht am Ende des Durchbruchs erblickten. Die letzte Barriere zur Außenwelt war gefallen. Jetzt konnten sie die Höhle verlassen. Sie liefen fast, als sie dem Ausgang zustrebten. Sie wollte wieder die Sonne auf der Haut spüren und Georg ... er wollte ins Horn blasen.
Während der Yeti in sein königliches Signalhorn stieß, sah sich Dana fasziniert um. Sie befanden sich unterhalb einer mächtigen Wand aus Fels und Eis, die fast senkrecht in den Himmel ragte. Am Fuße dieser Wand erstreckte sich eine gigantische Ebene aus weiß leuchtendem Schnee bis zum Horizont - soweit der Blick reichte.
»Und was machen wir nun? Ich weiß nicht einmal, in welcher Richtung das Kloster liegt?«, brummte Dana unzufrieden.
Schließlich wandte sie sich an Georg, der ausgepumpt sein Horn betrachtete. Mühsam winkte er ab und bekundete damit, dass er erst wieder zu Atem kommen musste, bevor er antworten konnte.
Endlich hatte er genug Luft für eine Äußerung und japste: »Wir warten jetzt auf den Gestreiften, und er kann euch vielleicht zu deinem Ort bringen. Oh, wenn ich da noch einmal hineinblase, nimmt das ein böses Ende.«
»Etwas schwach auf der Brust?«, lachte Dana und klopfte ihm sachte gegen die selbige.
»Nein! Keine Übung mit dem Ding!«, konterte er und hielt ihr das Horn entgegen.
Bevor Dana darauf eine Erwiderung geben konnte, erschienen, wie aus dem Nichts, der Gestreifte und eine Handvoll seiner Yetis vor ihnen. Ohne Dana, Georg oder einen der anderen Yetis zu beachten, schob er sich an ihnen vorbei und blieb vor dem Tunnel stehen und flüsterte ehrfürchtig: »Sie haben ... es gefunden! ... unser Zuhause!«
Dana, die ihm gefolgt war, stellte ihn zur Rede: »Was ist das denn für ein Benehmen! Begrüßt man seine alten Freunde nicht mehr?«
Verlegen sah er sie an.
»A ... aber ...?!«, stotterte er und deutete in den Tunnel. Schließlich riss er sich zusammen und erwiderte: »aber natürlich! Geht‘s dir gut?«
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, hob er sie hoch und drückte sie an seine Brust, dass ihr fast die Luft weggeblieben wäre.
»Besser so?«, fragte er, nachdem er sie wieder abgesetzt hatte.
»Ja!«, erwiderte sie grinsend und tastete vorsichtig ihren Oberkörper ab, ob ihre Rippen noch heil waren.
»Und wer ist das?« Der Gestreifte zeigte auf Georg.
»Das? Das ist der Letzte der Königsfamilie!«, beantwortete sie seine Frage und wandte sich nun an Georg, der ihnen mit den anderen Yetis zum Tunneleingang gefolgt war.
»Georg, das ist der Gestreifte! ... Gestreifter, das ist Georg!«, stellte sie zwanglos die beiden einander vor.
Ehrfurchtsvoll trat der Gestreifte näher und senkte sein Haupt.
»Eure Majestät ...« Noch bevor er weiter reden konnte, fiel Georg ihm ins Wort. »Bitte nicht! Ich bin nicht ... ich war nicht ... ich ...«
Nun begann es Dana, zu emotional zu werden. Sie hatte das Gefühl, als würde dieses Gestammel der zwei ewig so weitergehen. Deswegen unterbrach sie die beiden.
»Bevor das hier noch länger dauert! Könntest du uns bitte zum Kloster bringen? Oder uns zumindest die Richtung weisen, in die wir gehen müssen?« Diese Frage richtete sie jetzt an den Gestreiften.
Der wirkte zuerst irritiert, da sie ihn einfach unterbrochen hatte. Doch schließlich kam Bewegung in ihn. Er winkte kurzerhand einen seiner Yetis zu sich und gab ihm ein paar Instruktionen. Anschließend sah er Dana lächelnd an.
»Für dich? ... Alles! Alles, was du willst! ... Was du für mein, für unser, Volk getan hast, werde ich nie gutmachen können!«
Er drückte sie noch einmal kräftig und zeigte schließlich auf den Yeti, der mit Ses bereits vorausging.
»Er wird euch führen! Wenn du alles erledigt hast, hoffe ich, dass du hier noch einmal vorbei kommst!«
»Wir werden sehen!«, erwiderte sie, und machte sich auf, die beiden einzuholen.

Tagelang folgten sie dem Yeti durch Schnee und Eis. Immer tiefer ins Gebirge.
»Ich glaube, wir haben schon den halben Himalaja hinter uns gebracht! Sind wir nicht bald da?«, maulte Ses und ließ sich in den Schnee fallen. Dana setzte sich zu ihm.
»Er sagt ... «, sie zeigte auf den Yeti, »noch einen Tag dann haben wir unser Ziel erreicht.«
Ses sah sie zweifelnd an, stemmte sich aber vom Boden hoch und wollte schon weiter.
»Und was ist mit mir?« Dana streckte ihm ihre Hände entgegen. Er ergriff sie und zog sie mit einem Ruck in die Höhe.
»Auch nicht mehr in Form, was?«, lachte er.
»Wir müssen uns beeilen! Unser Führer sieht reichlich ungeduldig aus!«
Ungeduldig traf es nicht ganz, er wollte die drei nur schleunigst abliefern, um auf dem schnellsten Weg zu der ausgegrabenen Stadt zurückzukehren. Schließlich hatte er sie noch nicht gesehen. Aber das behielt er für sich.
Am nächsten Morgen erblickten sie in der Ferne die Umrisse ihres Reisezieles.
»Von hier aus, findet ihr den Weg doch sicherlich alleine!«, brummte er.
Noch bevor Ses oder Dana antworten konnte, war er verschwunden.
»Die müssen mit Frau Hurtig verwandt sein!«, murmelte Dana.
»Was meinst du?« Ses hatte den Rest nicht ganz verstanden.
»Ach nichts weiter! Lass uns weiter gehen. In einer Stunde können wir am Kloster sein.«
Es dauerte tatsächlich um einiges länger. Gegen Mittag betätigte Dana den Türklopfer des Tores. Ein junger Mönch öffnete, und nachdem Dana um eine Audienz bei Raschna nachfragte, geleitete er sie zu den Gemächern seines Ordensoberhauptes. Freudig wurden sie von ihm begrüßt. Anschließend musste Dana ihm unbedingt ihre neuesten Abenteuer erzählen. Er lauschte ihrer Erzählung gebannt, ohne sie zu unterbrechen, bis sie zu dem Lebensbaum kam.
»In ihm sollen Wesen hausen? Bist du dir da sicher? Dieser Baum ist so alt wie die Zeit! Und noch nie hat einer der Unsrigen davon gehört, dass sich dort drinnen jemand befindet!«
Sein Einwand klang, als wüsste er, wovon er erzählte. Dana betrachtete ihn nachdenklich.
»Das passierte, lange bevor es dieses Menschengeschlecht gab. Woher solltet ihr so etwas wissen? Glaub es mir einfach!«
Er stand auf und lief grübeln hin und her. Schließlich wandte er sich Dana zu.
»Na gut! Nehmen wir mal an, ich glaube dir, was möchtest du denn?«
Nachdem sie ihr Anliegen vorgetragen hatte, nickte er zustimmend.
»Du willst also versuchen, in den Baum hineinzugelangen. Wird er dabei beschädigt?« In seinem Gesicht spiegelte sich die Angst um den Baum wieder.
»Aber nicht doch. Sollte ich recht behalten, werden sie uns hinein holen!« Dana dachte mit Schaudern an die anderen Dämonengefängnisse.
Erleichtert atmete Raschna auf.
»Gut! Essen wir erst einmal etwas, und anschließend besuchen wir den Baum!«
Niemand widersprach seinem Vorschlag. Nach dem reichlichen Mahl, diesmal hatte Dana aufgetafelt, machten sie sich auf den Weg nach Shangri La.

Der Weltenbaum wirkte gigantisch in der Abendsonne, als die kleine Gruppe das Tal betrat. Während Ses sich noch mit Raschna unterhielt, untersuchte Dana bereits den Baum.
Als Ses ihr folgen wollte, war der Platz, an dem er sie zuletzt gesehen hatte, leer. Verunsichert wandte er sich an den Mönch: »Hast du gesehen, wohin Dana und Shari verschwunden sind?«
Ses erhielt keine Antwort und erntete nur einen verwirrten Blick.

In diesem Augenblick sah sich Dana irritiert um. Sie stand in einem schwach erleuchteten Raum, mit moosbewachsenen Wänden und moosüberwucherten Decken, durchzogen von kräftigen Holzfasern und Überresten von Büschen, Pflanzen und Bäumen.
»Die hat auch lange keiner mehr gegossen!«, flüsterte Shari ihr ins Ohr.
Dana vermutete sofort, dass sie sich jetzt im Inneren der Baumstruktur befand. Verärgert murmelte sie, ohne auf Sharis Anspielung einzugehen: »Und schon wieder ungefragt hinein ...«
Da wurde sie angesprochen. »Entschuldigung! Hätten wir gerne gemacht - gefragt! Wir wussten nur nicht wie!«
Dana sah sich nach der Stimme um. Schließlich entdeckte sie die kleinen grünen Wesen, die aussahen wie wandelnde Sträucher oder winzige Bäume ohne Blätter! - Sharis vertrocknete Botanik. Dana erkannte Arme, Beine, Augen ... eben alles, was ein normales Lebewesen ausmachte und dennoch ... anders!
Einer der Sträucher trat vor sie und sprach weiter: »Dies ist Yggdrasil der Lebens- oder auch Weltenbaum! Unser Lebensraum ... der Ort, an dem wir, die Baum- und Buschgeister existieren! In diesem leben wir! Und wir schützen ihn und er beschützt uns! Außerdem verwahren wir hier den Erddämon!«
Sie hatte nur halb hingehört. »Geister?«, hakte Dana irritiert nach. Sie kannte schließlich nur Erogat!
»Geist ist eigentlich nicht richtig! Aber da wir, ich meine unser Volk, in Bäumen und Sträuchern lebt und uns deswegen nur selten jemand zu Gesicht bekommt, nennt man uns Geister!«
Fasziniert sah Dana ihr Gegenüber an. »Seid ihr ... Pflanzen?«
Der Angesprochene lachte. »Nein! Wir gehören zu den Elfenähnlichen!«
Dana kam eine Frage in den Sinn. »Warum habt ihr mich nicht bei meinem ersten Besuch hierher geholt?«
»Du hast uns nicht gesucht! Es gab keinen Grund, Kontakt mit dir aufzunehmen! Ende der Geschichte!«, erwiderte der kleine Busch.
Mit dieser Antwort konnte sie leben, aber sie hatte noch weitere Fragen.
»Beschädigt ihr den Baum nicht, wenn ihr ihn so aushöhlt?« Sie deutete auf die Wände.
Erneut lachte ihr Gesprächspartner schelmisch. »Um das zu verstehen, solltest du dich von der Vorstellung verabschieden, dass du noch deine normale Größe hast!«
»Wie? Nicht meine Größe ... was ...«, stammelte sie.
Das kleine Wesen kam näher und hob seine Asthand. Er hielt ihr Daumen und Zeigefinger entgegen, Dana glaubte wenigstens, dass es die beiden waren, zwischen denen kaum Platz zu erkennen war.
»So groß bist du zurzeit! Nicht größer als ein Floh! Wenn überhaupt!«
Dana sah Shari an. »Dann bist du ja ...«
Die Miene der kleinen Fee verfinsterte sich. »Sag es nicht!«
Dana verkniff sich einen weiteren Kommentar und wandte sich wieder dem Baumgeist zu. »Also ist das alles hier sehr klein!«
»Stimmt! Der Baum hat für uns diesen Lebensraum geschaffen. Auch für deinen Dämonen!«, erklärte er.
»Möchtest du ihn jetzt sprechen?«
Dana wunderte sich, dass sie gefragt wurde. Schließlich hatten die anderen sie einfach zu den Gefangenen transportiert.
»Aber sicher doch!«
Ihr letztes Wort war noch nicht ganz verklungen, da stand sie bereits auf einer Sanddüne.
»Wie immer ... Schnelltransport!«, grinste sie.
Nachdem sich Danas Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, betrachtete sie die nähere Umgebung. Nicht weit von ihr bewegte sich plötzlich der Wüstensand. Langsam begann dieser, indem er sich bedächtig aufrichtete, Gestalt anzunehmen. Dana erkannte Hände, Arme und Beine, einen Torso und zu guter Letzt einen Kopf. Sie dachte zuerst ein Golem würde vor ihr entstehen und machte sich bereit, sich zu verteidigen. Doch dieses Etwas traf keinerlei Anstalten sie anzugreifen ... es begann, die höfliche Anrede beiseitelassend, zu sprechen.
Aus dem Kopf, der weder Augen, Ohren oder sonst übliche Öffnungen aufwies, erklang eine weiche, sogar angenehme Stimme. »Warum bist du gekommen? Du gehörst zu dem Volk, das mich hier eingesperrt hat! Willst du dich an meinem Unglück weiden?«
Mit fließenden Bewegungen kam es näher.
»Nein, will ich nicht. Wenn du der Erddämon bist, habe ich einen Vorschlag für dich! Vorher aber ...«, Dana deutete auf sein Erscheinungsbild, »Bist du in der Lage, das zu ändern?«
Es sah an sich herunter, was wiederum auf Dana befremdlich wirkte, da das Ding immer noch keine Augen besaß.
»Gefalle ich dir so nicht?«, versuchte der Dämon es mit einem Witz. Sie schüttelte den Kopf.
»Dann eben so!«
Er verwandelte sich augenblicklich in einen gutaussehenden, hochgewachsenen Mann mittleren Alters mit braunem Haar und farblich dazu passenden Augen. Eine Toga umhüllte seinen sportlich durchtrainierten Körper. Ungefragt erschuf er einen Tisch mit den dazu gehörenden Stühlen und setzte sich.
»Was ist das für ein Vorschlag, den du mir unterbreiten möchtest?«, begann er ohne Umschweife, nachdem sie sich zu ihm gesetzt hatten.
Nun berichtete Dana von ihrem Vorhaben, ein Portal zu erschaffen und davon, dass sie auch den Dämonenfürsten anbot, dieses zu benutzen.
»... das wäre der einzige Weg aus dieser Zelle!«, endete sie.
Dana erwartete auch von ihm, dass er sich Zeit zum Nachdenken wünschte. Aber zu ihrer Verwunderung sagte er sofort zu.
»Das bedarf keiner Überlegung!«, lachte er verschmitzt. »Ich bin dabei!«
Sie erwartete nun, dass sie sofort zurückgeholt würde, aber nichts geschah.
»Oh, die sind ganz höflich!«, grinste der Dämon. »Da musst du ihnen schon Bescheid sagen, sonst holen sie dich hier nicht raus.«



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