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Lutz Leopold
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  02-10-2018 12:37 02-10-2018 12:37 129  Gelesen 129 Gelesen
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"Werner: Sein Weg zum Glück" Eine Biografie von Lutz Leopold.



Werner, ein Junge der im Waisenhaus aufwächst, spürt schon früh ein Verlangen nach Geborgenheit an der Brust eines Mannes.
Er gerät an einen Zuhälter, der errät was Werner sucht und braucht. Nach Jahren befreit sich Werner von dem Mann und sieht seinen Traummann. In ihn verliebt er sich. Alle Versuche ihn zu gewinnen schlagen fehl. In der Zwischenzeit erlebt Werner viele Männer, heiratet eine Frau, bekommt Kinder.
Nach langen Jahren glaubt Werner, er hat endlich den Partner gefunden.



Leseprobe:



Es ist ein prächtiger Julitag. Heiß und windstill. Werner und Svetlana liegen bei offenem Fenster im breiten Bett. Die Straßenbahn quietscht zwei Stockwerke tiefer um die Ecke. Das Hotel, in dem sie in Wien abgestiegen ist, liegt sehr zentral. „Bekomme ich einen Gutenachtkuss?“, verlangt Svetlana.
„Natürlich wie jeden Abend“, Werner ist bereit.
Er beugt sich über Svetlana, um sie zu küssen. Dabei rutscht die Decke runter und er kommt nackt, auf ihr zu liegen. Svetlana zieht ihn an sich. Werner spürt ihre Wärme und wundert sich über den weichen Körper der mageren Frau. Der dicke Richard ist sicher nicht so weich, durchzuckt es ihn. Da dringt er schon in Svetlana ein.
„Ihh“, schreit sie kurz auf.
„Verzeih“, stammelt er, nicht wissend, was es bedeutet. Langsam zärtlich beginnt er, Svetlana zu lieben. Sich küssend und kosend, kommt es nach längerem Spiel, zu einer gemeinsamen Erfüllung.
„Ich liebe dich“, gesteht Werner, „ich will dir nicht wehtun.“
Sie kann nicht verstehen, was er meint. „Du hast mir nicht wehgetan.“
„Noch nicht, ich fürchte, ich kann dir nicht treu sein.“
„Das wird schon, zwinge dich zu nichts. Ich liebe dich so, wie du bist.“ Svetlana glaubt, sie ist auf dem richtigen Weg. Werner ist nur durch seine Erziehung im Heim und dem Geld, das ihm geboten wurde, so geworden. Sie wird ihm die Vorzüge einer Frau näher bringen.
Harry
In New York spitzen sich die Differenzen zwischen Harry und seinem Freund Walter zu. Die Toleranz, Seitensprünge des anderen zu akzeptieren, ist doch nur ein Lippenbekenntnis. Walter reicht es. Werner ist nicht der Einzige, mit dem es Harry treibt. Er hat wie ein alter Seemann, in jeder Stadt seinen Liebhaber und er kommt in viele Städte.
„Du bist kaum noch hier im Betrieb“, tobt Walter. „Diese Verkaufsgespräche vor Ort sind zum Teil unnötig. Du machst die Reisen nur, um mich zu betrügen.“
„Das ist allerhand!“, schreit Harry. „Ich reiße mir den Arsch auf, um den Absatz zu schaffen und du machst mir eine Eifersuchtsszene. Glaubst du, mir macht das Zigeunerleben Spaß, ständig woanders.“
„Genau, das ist es! Es macht dir Spaß, es ständig mit einem anderen Kerl zu treiben. Du vögelst öfter, als ein anderer seine Notdurft verrichtet!“, auch er brüllt wütend.
„Wenn du glaubst, der Betrieb läuft auch ohne mich, dann gehe ich zurück in Helys Kanzlei.“
„Ja dann geh! Geh endlich!“
Der Höhepunkt ist erreicht. Harry packt seine Sachen und zieht von Long Island nach New York City.
Seine erste Reise führt ihn nach Wien. „Komm zu mir in die Staaten. Ich arbeite wieder bei Hely. Für dich findet sich schnell etwas. Hely will auch mit Franzosen Geschäfte abschließen.“
„Danke, Harry, ich bleibe bei Svetlana, bis ich meinen Traummann gefunden habe.“ Werner will weiter bei Svetlana bleiben. Wenn ein Mann, dann ist sein Ziel Fritz.
„Gefunden hast du ihn ja.“ Harry, verschnupft über die Zurückweisung, verhöhnt ihn beleidigt, „er will dich halt nicht.“
„Und du? Kannst du lieben? Wenn es mir auch weh tut, doch unter einer richtigen Partnerschaft verstehe ich ein Verhältnis, wie es Fritz mit Richard hat. Deines mit Walter ist doch keine echte Liebe.“
„Das ist doch todlangweilig. Übrigens treiben die es auch in Gruppen. Wusstest du das?“
„Ja, Bertl hat es mir erzählt. Sie finden nichts dabei, wenn zugesehen wird.“
„Na siehst du und ich finde nichts dabei, wenn ich auch einen anderen umarme. Liebe ist das eine und Sex für mich eben nur ein Spiel.“
„Deswegen spielst du mit mir“, bemerkt Werner bitter.
„Nein ich finde dich süß. Schon seit ich dich das erste Mal gesehen habe will ich dich. Ich bin bis jetzt Walter treu geblieben, sonst hätte ich…“
Werner schaut ihn erwartungsvoll an. Was hätte er?
„Du gehst wieder zu ihm zurück.“ Werner erkennt, was Harry wirklich antreibt. „Komm sooft du willst nach Wien. Ich bleibe jedenfalls hier.“
Verliebt kommt Harry nun alle 14 Tage nach Wien. Er führt sein unstetes Leben weiter und wechselt von Mann zu Mann.

Die Umsätze in Walters Firma lassen tatsächlich nach. Auch Harry ist bei seiner alten Firma nicht zufrieden. In eine Stellung zurückzukehren, auch wenn man sie in aller Freundschaft verlassen hat, ist selten positiv.
Er kommt als Gast ins Wiener Café auf Long Island. Als Walter ihn begrüßt, meint Harry zu ihm, „ich habe es bereut. Leider kann ich nicht aus meiner Haut. Wie geht es dir?“
Walter, der höflich neben ihm am Tisch steht, „schlecht. Darf ich mich setzen?“
„Ich brauche dich, mehr als diese leichten Abenteuer. Lass uns hinauf in dein Zimmer gehen.“
„Du bist unmöglich“, faucht Walter. „Glaubst du, du kommst her und ich springe mit dir ins Bett?“, er ist etwas laut geworden, sodass andere Gäste sich schmunzelnd zu ihnen umdrehen.
„Na, was geht dir den sonst ab?“ Harry ist und bleibt ein überheblicher Macho. „Ich jedenfalls träume jede Nacht von dir.“
„Tatsächlich, obwohl du einen anderen Burschen bearbeitest. Wie war deine Doktrin? Sex ist wie Schnitzelessen, man isst es zu Hause und auch auswärts.“
Harry sinkt etwas in sich zusammen. Er hat es sich leichter vorgestellt. Die richtigen Worte findet er einfach nicht.
„Zu Hause isst man sich satt, auswärts im Lokal holt man sich Appetit.“
„Meine Geschäfte gehen schlecht. Einige Kunden sind abgesprungen. Fritz hat schon die schwachen Bestellungen reklamiert.“
„Ist, dass die einzige Möglichkeit, dich wieder zu gewinnen?“
„Was meinst du?“
„Na, dass ich das Geschäft wieder aufmöble.“
„Warum heiraten wir nicht und du gewöhnst dir das Herumhuren ab?“
„So plötzlich? Heiraten? Ich weiß nicht.“ Harry fühlt sich überfahren. „Bitte lass es uns im Bett besprechen.“
„Damit ich schwach werde und alles mache, was du willst? Nein ich habe auch meinen Stolz, sosehr mir deine Liebe auch abgeht.“
„Bitte“, fleht Harry, „ich fühle mich bei dir so heimelig.“
„Blödsinn. Was ist mit deinem Lover in Wien? Mich wundert, dass du ihn dir nicht hergeholt hast.“
„Er will nicht. Er träumt von Fritz.“
„Flieg nicht mehr nach Wien und ich versuche, dir zu verzeihen.“ Walter gibt zu, dass ihn das Verhältnis Harrys mit Werner am meisten belastet.
„Gut, gehen wir jetzt rauf?“ Harry gibt nach, da es nur eine Zusage unter Druck ist, denkt er nicht daran sich auf Dauer daran zu halten.
„Verdammt! Ja, ich halt es auch nicht mehr aus.“
Sie verbringen zwei Tage im Bett, um das verlorene Jahr nachzuholen. Walter setzt seinen Willen durch und sie veranstalten eine große Hochzeit.

Es wird eine große Party. Dazu sind über 100 Gäste eingeladen. Natürlich sind aus Wien alle Kuhrn Freunde gekommen. Anne und Richard verstärken das Team der US-Konditorei.
Die Hochzeit ist ein gewaltiges Ereignis. Das Fest wird mit der Silvesterfeier kombiniert. In Long Island wurden, auf der großen Wiese hinter dem Landhaus, zwei beheizte Zelte errichtet. So kann in dem einen getanzt und im anderen Annes Gulaschsuppe, an Stehtischen konsumiert werden. Das Café mit der freigemachten Verpackungshalle dient den übrigen Vergnügungen. Eine eigene Jazzkapelle, von Walter beauftragt, spielt zwischendurch auch immer wieder einen Wiener Walzer. Karoline ist begeistert von dem Aufwand und vor allem dem Glanz, den die Damen von Long Island zeigen. Sie hat, da Fritz es ihr nahegelegt hat, nur spärlich Schmuck mitgebracht. Nun kommt sie sich wie ein Mauerblümchen vor. Fritz hasst mich ja noch immer, stellt sie fest. Anne huscht geschäftig hin und her. Sie ist in ihrem Element. Tobisch, der Konditor, ist mit seinen Nerven am Ende. Seine Frau Hilde ebenfalls.
Anne meint, „Sollten unsere Buben nicht auch heiraten?“ Als sie gerade an Karoline mit einer Torte vorbeirauscht.
„Das wäre fantastisch, doch ich weiß nicht, ob man in Wien so was machen kann?“ Karoline hat zwar für sich die Beziehung akzeptiert, fürchtet jedoch noch immer die Vorurteile der Gesellschaft.

Es ist vor allem Walter, der sich für eine feste gesetzlich anerkannte Ehe entschied und sie durchsetzt. Ein Pastor der Methodisten, traut sie in der Halle. Beide im schwarzen Cut. Walter hat sich, trotz der Sticheleien von Richard, geweigert weiß zu tragen.
„Nun Richard willst du nicht auch, Fritz heiraten?“ Schnippisch fragt Karoline ihren Sohn.
„Wir sind verheiratet, schon vor Jahren haben wir unsere Partnerschaft eintragen lassen. Weißt du das nicht?“
„Ich, ach, ja. Fritz hat einmal so was erwähnt. Ich dachte allerdings an ein Fest. So wie dieses hier“
„Ich weiß nicht. Unter uns haben wir bereits gefeiert und in der Gesellschaft wird es in Wien nicht so gut ankommen.“ Richard gibt es zu bedenken.
„Ja, das befürchte ich auch.“ Karoline denkt an ihre eigene Unsicherheit bezüglich des Verhältnisses.

Fritz hat an einem der Freitagspartys bei Karoline mit Werner und Svetlana vor Monaten Bruderschaft getrunken.
Richard ist es, der meinte, „wir sollten doch aufhören, so förmlich zu sein.“ Er hat weniger Bedenken, solange Svetlana auf Werner aufpasst. Er und Fritz trinken mit Werner und Svetlana Bruderschaft. Anne findet auch, es war höchste Zeit.

Harry kommt nach seiner Hochzeit nicht mehr nach Wien. Werner ist leicht verstimmt. Er wird unruhig. Es fehlt ihm etwas. Er lässt sich an diesem lauen Aprilabend treiben. Überall sprießt es grün, der Frühling erwacht. Svetlana erwartet ihn, trotzdem zieht es ihn nicht zu ihr ins Hotel. Seine Schritte nähern sich, wie von einem Magnet angezogen, der öffentlichen Bedürfnisanstalt am Rande eines Parks. Er geht rein. Es riecht intensiv. Zwei Männer stehen an der Pissrinne. Die automatische Spülung läuft gerade. Wie in Trance stellt er sich dazwischen, sieht wie die Zwei neben ihm pinkeln. Die tun nur so. Er zieht sein Glied heraus.
„Schaust gut aus“, murmelt der Links von ihm Stehende, „Lust auf Sex?“
Werner sträubt sich, wie wenn er gerade aufwacht. Er will fliehen. Nichts wie raus!
„Komm, kriegst an Zwanziger.“
Der Andere kichert, packt ein und geht raus. Werner schluckt und nickt.
„Da rein!“ Der Ältere deutet auf die Klotür. Werner geht hinein, bleibt vor der Klomuschel, mit dem Rücken zur Türe stehen und öffnet seine Hose, die runter rutscht. Der Mann, der nachkommt, stellt sich hinter ihn, zieht den Schutz über und absolviert heftig, schnell und lieblos den Sex. Anschließend drückt er Werner den Geldschein in die Hand und haut ab.
Beschämt, unglücklich und vor allem unbefriedigt, bleibt Werner weiter stehen. Die offene Türe lockt den Zweiten an, der wieder in das Pissoir zurückkommt.
„Da hast.“ Er drückt ihm ebenfalls einen Geldschein zu dem anderen in die Hand. Werner kann sich nicht halten, er schluchzt auf. Das hindert den Kerl nicht, er rammt ihn brutal, seine Befriedigung suchend. Werner macht sich noch mit der Hand fertig, nachdem ihn der Kerl verlassen hat, um danach endlich ins Hotel zu Svetlana zu gehen.

Svetlana begrüßt ihm fröhlich. „Bist spät dran, war noch was in der Firma?“
„Nein, alles in Ordnung. Darf ich rasch ins Bad, ich bin ganz verschwitzt.“ Werner stammelt, noch immer von dem Erlebnis gezeichnet. Ich wollte es, gesteht er sich selbst. Ich habe Sehnsucht nach Sex dieser Art. Ich bin eine Drecksau. Wie kann ich Svetlana in die Augen sehen? Lange bleibt er unter der Dusche. Er hat sehr viel Dreck abzuspülen. Als er nackt ins Zimmer tritt, liegt Svetlana im Morgenrock auf dem Sofa.
„Erzähl mir, was dich bedrückt“, fordert sie Werner auf. Sie sieht ihm die Depression an.
„Oh, es ist nichts“, murmelt Werner.
„Harry hat sich schon länger nicht gezeigt. Hat er keinen neuen Auftrag für euch?“ Sie weiß, was es mit den vielen Besuchen Harrys auf sich hat.
„Nein wir haben ihn diesmal per Mail entgegengenommen.“ Werner fürchtet, Svetlana ahnt, was passiert ist.
Sie weiß es, sie spürt es, sie liebt Werner so, wie er ist und versucht zu verstehen. Anfangs wollte sie es Richard nicht glauben. Sie passt genau auf und nimmt zur Kenntnis, dass Richard recht hat. Werner ist rettungslos in Fritz verliebt. Werner legt sich nackt zu Svetlana. Sie streichelt ihn sanft. „Ich liebe dich, egal, was passiert“, flüstert sie ihm ins Ohr.
„Leider kann ich dir kein guter Partner sein, so sehr ich es auch will. Das, was ich heute getan habe, will ich nicht tun. Es gibt niemanden, der für mich da ist.“
„Ich bin für dich da“, stößt sie resolut aus. „Es ist erstaunlich, dass Harry jeden Monat von New York nach Wien fliegt, nur um mit dir.“
„Ja, er ist seltsam“, seufzt Werner. „Obwohl er einen festen Freund hat, mit ihm verheiratet ist, will er es auch regelmäßig mit mir. Andere hat er übrigens auch.“
„Und Fritz nicht?“
„Nein, der ist wirklich seinem Richard treu. Etwas ungewöhnlich, oder?“
„Liebst du Harry?“
„Nein, er ist einfach da. Es kann genauso gut ein anderer sein.“ Werner öffnet sich, wie so oft, ganz seiner Freundin, Mutter, Schwester.
„Such dir doch einen in Wien“, empfiehlt die Mutter.
„Dann bin ich womöglich zu viel von dir weg.“
„Na, dann in München oder Köln“, empfiehlt die Schwester.
„Jeder will mehr von mir, will mich ganz.“
„Ja, es scheint, Harry ist die beste Lösung“, empfiehlt die Freundin.
„Ja, aber er kommt nicht mehr.“
Eng aneinander geschmiegt schlummern sie ein. Werner verzweifelt, Svetlana hoffend. Wenn ihn die Männer unglücklich machen, bleibt er bei mir.

Fritz ist mit Werner in Paris. Geplant sind drei Tage für Gespräche mit einem renommierten Winzer. Fritz will den Feinkoststand noch exklusiver gestalten. Richard weiß von der Reise nach Frankreich. Dass Werner ebenfalls fährt, erfährt er erst im Nachhinein. Werner ist nun 23 Jahre alt. Er ist reifer, männlicher und selbstbewusster geworden. Svetlana tut ihm richtig gut. Fritz findet den schönen jungen Mann jetzt viel erregender als noch vor knapp fünf Jahren. Eduard ist mehr von seinem eigenen Geschmack ausgegangen, als er den unreifen Knaben, Karoline empfohlen hat. Auch sie hat geglaubt, dass Fritz auf den hübschen sexy Jungen anspringt. Damals konnte Fritz ruhig und Richard treu bleiben. Jetzt, als er in Paris in der Lounge des Hotels mit ihm beisammen sitzt, um das am Nachmittag stattgefundene Gespräch zu analysieren, findet er Werner sehr erregend. Werner sieht besonders gut in enger Hose und Pullover aus, doch auch im Anzug, der von dem Vorstadtschneider, den Fritz ihm empfohlen hat, gefertigt wurde, wirkt er sehr elegant.

Das diffuse schwache Licht, der prasselnde Kamin, die halb vollen Kognakschwenker, regen beide an. Leise Chansons als Hintergrundgeräusch steigern die Stimmung.
„Das Gespräch war sehr positiv, bist du zufrieden?“ Werner, der die französisch geführte Verhandlung hauptsächlich geleitet hat, will es von Fritz wissen.
„Oh, ja, sehr. Du hast gute Arbeit geleistet. Hab’s nicht anders erwartet“, lächelt ihn freundlich Fritz an.
„Willst du noch eine Tour durch das Nachtleben von Paris machen?“ Werners Stimme vibriert leicht.
„Nun, wenn dann eher in meinen Bereich“, schmunzelt Fritz. „Du bist ja nun mehr auf Mädchen aus.“
„Ich liebe Svetlana, wenn du das meinst, doch eher wie eine Mutter und eine Schwester. Mein Traum ist nach wie vor…“, verlegen schweigt Werner weiter.
„Aber die erfahrene Frau hat dich doch sicher verführt?“ Fritz nimmt fest an, dass die Zwei es miteinander machen.
„Erfahren?“, grinst Werner. „Sie war noch Jungfrau.“
Das Svetlana nicht besonders sexy ist, ist Fritz klar, doch dass sie erst mit Werner ihren ersten Sex hatte, überrascht ihn. „Sie liebt dich jedenfalls mehr als einen Sohn“, stellt er fest.
„Ja, und ich will sie auch nicht enttäuschen, oder gar verlassen. Den Mann, den ich begehre, bekomm ich ja nicht.“
„Na, na, so wie du ausschaust, bekommst du jeden, wenn du nur mit dem Finger schnippst.“ Fritz sieht dabei unwillkürlich Werner tief in die Augen. Es blitzt und knistert.
Werner schluckt, wird rot und schnippt mit den Fingern. Fritz begreift. Es trifft ihn wie ein Blitz. Der Bursche ist in ihn verliebt. Bisher hat er die Annäherungsversuche Werners nicht ernst genommen. Er hielt ihn für einen verspielten Jungen, der ihm mehr aus Eitelkeit schöne Augen macht. Um sich selbst zu beweisen, wie unwiderstehlich er ist.
Fritz erregt sich. Seine Gefühle beginnen, plötzlich verrückt zu spielen. Schließlich fängt er sich und die Vernunft siegt. Er wendet den Blick von dem schönen jungen Mann ab. „Oh, tut mir leid, ich muss gehen. Es ist zu gefährlich“, stammelt er und steht auf.
„Verzeih mir, ich wollte nicht…“ Wie so oft spricht Werner seine Sätze nicht zu Ende.
„Ich bin dir nicht bös, ich habe nur Angst.“ Fritz geht, um das Hotel fluchtartig zu verlassen. In einem ganz einfachen Bistro trinkt er noch ein Glas Wein. Eine Dame versucht, ihn in ein Gespräch zu verwickeln, doch die Sprachbarriere ist zu groß. Bald kehrt er beruhigt in sein Hotelzimmer zurück.

Werner bleibt aufgewühlt zurück. Später erhebt er sich ebenfalls, um allerdings mehr als ein Glas zu trinken. Ihm ist elend zumute. Endlich hat er sich gegenüber Fritz erklärt und prompt eine Abfuhr erhalten.
Am nächsten Morgen treffen sie sich beim Frühstück. Bei Werner merkt man die Spuren seines nächtlichen Besäufnisses. Fritz geht darüber hinweg. Sie tun beide, als ob es das verfängliche Gespräch am Vorabend nicht gab.
„Ich finde, du kannst die Verhandlung sehr gut alleine führen. Ich gebe dir die nötige Vollmacht sie auch abzuschließen. In einer Stunde geht mein Flug nach Wien.“ Fritz steht auf, gibt Werner die schriftliche Vollmacht und reist ab.
Werner bleibt teils frustriert, teils hoffend zurück. Ihm ist aufgefallen, wie Fritz reagierte und Mühe hatte, nein zu sagen. So hofft er, später doch noch zum Ziel zu kommen. Er erledigt die geplanten Käufe, wie Fritz sie ihm aufgetragen hat.

Dem Kellner, einem kleinen stämmigen Kerl ist Werner aufgefallen. Er hat die Stimmung am Kamin richtig interpretiert. Am folgenden Abend, als sich nach dem Essen Werner aufs Zimmer begibt, klopft er an. „Darf ich dir eine Flasche unseres ausgezeichneten Champagners servieren? Der lässt dich am Morgen frisch aussehen“, damit spielt er auf das Aussehen Werners vom vergangenen Morgen an.
„Aber? Was?“, Werner schaut verwundert auf den Kellner, der die Flasche öffnet und zwei Gläser füllt.
Er will schon fragen, weshalb er ihn duzt, da hält ihm der Kerl das eine Glas hin, „geht aufs Haus und auf die Freundschaft.“
Der glühende Blick, der die Aufforderung begleitet macht Werner an. Er duldet den Kuss und zieht den Mann an sich. Warum wenn ich schon in Paris bin, soll ich mönchisch bleiben. Es wird eine zärtliche erfüllende Nacht.
Beim Frühstück im Hotel bedient ihn ein anderer Kellner und Werner fällt auf, dass er nicht einmal den Vornahmen des nächtlichen Liebhabers weiß. Anschließend fliegt Werner ebenfalls nach Wien zurück.



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