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Felicity D'Or
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  03-04-2019 02:04 03-04-2019 02:04 259  Gelesen 259 Gelesen
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"Mein Lord gehört zu mir - Enterprising Ladies 3" Ein sinnlicher Regency-Roman von Felicity D’Or.



Lächeln, mit dem Fächer wedeln und darauf warten, dass ein Gentleman sie erwählt? Nicht mit Lucy Berwin! Der vermögenden Debütantin geht nach Monaten des passiven Wartens die Geduld aus.

Als sie Zeugin wird, wie der Mann, den sie aus der Ferne liebt, Opfer eines Komplottes wird, geht sie aufs Ganze und schmiedet einen waghalsigen Plan.
Wird Lucy damit ihren Lord gewinnen oder werden ihre Taten sie ruinieren?



Leseprobe:



Lucy ließ die folgenden Tänze über sich ergehen, wie auf jedem anderen Ball auch, den sie in den letzten eineinhalb Jahren besucht hatte. Das beherrschte sie im Schlaf. Sie lächelte unverbindlich, machte Konversation über das Wetter und über die laufende Saison, während sie gekonnt den tapsigen Füßen ihrer Partner auswich. Dorring hatte recht gehabt – Lord Colton war aus der Nähe in der Tat nur sehr schwer zu ertragen, doch auch das ging vorüber. Die Vorfreude ließ sie wie auf Wolken schweben, bis es Zeit wurde für den Walzer.
Mit jeder Sekunde, die sie ihrem Tanz mit dem Viscount näherbrachte, wurde Lucy aufgeregter.
So nah war sie ihm seit damals nie mehr gekommen. Wenn überhaupt, trafen sie sich auf Stratham Abbey im Kreise ihrer Familie. Dorring war der älteste Freund ihres Schwagers und so fand er sich durchaus zu sozialen Anlässen dort ein. Doch er kam stets, um Damien zu besuchen, nicht um die Damen des Hauses zu unterhalten. Annabell kannte er, seit sie ein Baby gewesen war, und diese liebte ihn auch wie eine Art zweiten großen Bruder.
Lucy dagegen ging es anders. Ihr war von ihrer ersten Begegnung an klar gewesen, dass es für sie nur diesen Mann geben konnte. Mehr als geneigtes Interesse, da sie nun auch zu Strathams Familie gehörte, hatte Dorring allerdings noch nie für sie gezeigt. Meist verschwand er mit Damien, der jede Gelegenheit nutzte, um in Gesellschaft eines Gleichgesinnten Zeit zu verbringen.
Beim Gedanken an ihren Schwager und sein Haus voller Frauen stahl sich ein Lächeln auf Lucys Lippen. Damien war großartig, aber manchmal empfand sie beinahe etwas wie Mitgefühl, wenn er mal wieder mit Modefragen oder den Haustieren seiner Schwester beschäftigt wurde. Da half es auch nichts, dass ihre Schwester Bess nicht die typische Aristokratengattin war. Lucy konnte sich nicht vorstellen, ohne ihre Freundin Annabell oder ihre Schwester zu sein. Ihr Schwager hingegen musste den größten Teil des Jahres ohne männliche Gesellschaft auskommen. Daher waren der Earl und sein Freund, wenn dieser zu Besuch war, meist damit beschäftigt auszureiten, oder sie zogen sich in den Billardraum zurück, um dort ihren männlichen Vergnügungen zu frönen. Was auch immer das war.
Getanzt hatten sie und Dorring noch nie miteinander.
Ebenso wenig hatten sie den Vorfall auf Lucys erstem Ball vor mehr als einem Jahr je wieder angesprochen. Dorring hatte sie aus einer überaus misslichen Lage befreit. Ohne sein beherztes und diskretes Eingreifen wäre ihr Ruf ruiniert gewesen – wenn nicht Schlimmeres! Er war ihr Ritter in schimmernder Rüstung! Aber da war noch viel mehr an ihm, das Lucy faszinierte. In ihren Augen war er perfekt, auch wenn böse Zungen behaupteten, er sei ein Wüstling und Lebemann. Das konnte sie von dem Mann, den sie als treuen Freund der Familie kannte und der immer ein freundliches Wort für Annabell und sie hatte, nicht glauben. Da sie am eigenen Leibe erfahren hatte, wie bösartig das Gerede der Leute sein konnte, hörte sie grundsätzlich nicht darauf.
Als der Viscount sie schließlich zum Walzer führte, war Lucy erhitzt und aufgeregt. Wie oft hatte sie sich vorgestellt, dass er sie über das Parkett wirbelte. Der Gedanke, seinen Blick und seine Hände auf ihrem Körper zu spüren, hatte sie auf eine schrecklich schöne Art und Weise reagieren lassen. In ihrem Bett tagträumend hatte sie sich vorgestellt, wie sie in seinen Armen lag, an seine Gestalt gedrückt, und hatte Bedürfnisse verspürt, die sie verwirrten und gleichzeitig fiebrig erregten. Allein der Gedanke an Dorring ließ ihren Körper schon erglühen, doch nun würde sie tatsächlich in seinen Armen Walzer tanzen.
Kribbelnde Aufregung erfasste sie, während sie Aufstellung auf dem Parkett nahmen.
Als er an sie herantrat, roch sie schwach seinen Duft. Nie würde sie diesen vergessen. Gab es das wirklich, dass man einen anderen Menschen an dessen Geruch erkannte und dass dieser Duft einen ganz schwindlig werden lassen konnte? Sein Arm legte sich um ihren Rücken und sie fühlte seine Hand an ihrem Schulterblatt. Der Walzer war der intimste Tanz, den sie kannte. Es gab keine bessere Gelegenheit für eine junge Frau, einem Mann näherzukommen, als diese.
Hier war sie, ihre Chance, Viscount Dorring zu zeigen, dass sie mehr war als ein kleines Mädchen, das gerettet werden musste!
Lucy wusste, dass sie an diesem Abend besonders hübsch aussah. Mit einem vor dem Frisierspiegel geübten Wimpernschlag hob sie den Kopf und lächelte ihren Partner an. „Ist Ihnen bewusst, dass wir bisher noch nie miteinander getanzt haben, Mylord?“
Seine Miene wirkte undurchdringlich, während sein Körper sie voller Sicherheit und Stärke über das Parkett wirbelte. „Ich tanze nicht sehr häufig“, antwortete er schließlich kurz angebunden.
Fasziniert beobachtete sie sein Gesicht über dem akkurat gebundenen Halstuch. Er schien es zu vermeiden, sie anzusehen. Lucy würde sich davon nicht beeindrucken lassen. „Das ist mir aufgefallen.“
„Sie achten auf mein Erscheinen in der Gesellschaft, Miss Lucy?“ Das Erstaunen über ihre Aussage hatte ihn wohl zu dieser Frage verleitet. Jetzt ruhten seine blauen Augen direkt auf ihren. Waren auf sie konzentriert, während ihre Körper scheinbar mühelos über die Tanzfläche wirbelten. Zufrieden bohrte Lucy weiter. „Was führt Sie heute Abend hierher?“
Er manövrierte sie an einem Paar vorbei, das ihnen bedenklich nahegekommen war. Wobei es schon einen wahrhaft herausragenden Tänzer brauchte, wie ihn, um bei einem derartigen Gedränge sicher durch die Tanzenden zu gleiten. Lucy fühlte sich grandios. Es war wie ein Traum, an seinen Körper geschmiegt durch die Menge zu schweben.
Sein Gesicht verdüsterte sich einen Moment, als erinnerte er sich an etwas Unangenehmes, bevor er wieder die lächelnde Maske des galanten Aristokraten aufsetzte und ihr antwortete. „Ab und an müssen auch so ungesellige Trampel wie ich in der Öffentlichkeit erscheinen, um nicht ganz vergessen zu werden.“
„Ich würde Sie niemals vergessen, Mylord!“ Lucy reckte sich noch ein wenig. Das zartgelbe Kleid betonte ihre Kurven mit einer Schleife unterhalb ihrer Brust. Die langen Seidenbänder flatterten bei jeder Drehung um ihre Figur. Mehr als ein Herr hatte an diesem Abend schon ihr Dekolleté bewundert und musste von ihr durch einen dezenten Stupser mit dem Fächer gerügt werden. In diesem Fall jedoch ließ sie ihre Vorzüge ganz bewusst wirken. Ihr Blick glitt zu seinem Halstuch. Es war deutlich zu erkennen, wie er schluckte, bevor er seinen Blick wieder ihren Augen zuwandte.
Wo ihre himmelblau wie der Frühling leuchteten, hatten seine einen dunkleren Farbton angenommen. Es war ein Blau, das eher der See an einem stürmischen Tag glich. Mit verborgenen Tiefen und dunklen Strömungen. In diesem Moment fühlte sie sich wie ein Schiff, das den Winden ausgeliefert war und doch gleichzeitig wild vor Abenteuerlust auf den Stromschnellen tanzte. Ihr Herzschlag beschleunigte sich. Sie suchte nach Worten, doch fand keine, die das ausdrückten, was sie fühlte. Diese Verbindung, die wunderschön und schrecklich zugleich war. Sie war sich sicher, dass dieser Sturm sie verschlingen könnte, und würde sich ihm doch jederzeit ausliefern.
Ein Rempler von einem anderen Tanzpaar schreckte Lucy auf und ihre Blicke trennten sich. Kurz ergriff Dorring sie fester, drückte sie fast schon an sich, damit sie nicht das Gleichgewicht verloren. Für einen Augenblick klammerte sie sich an seinem muskulösen Oberkörper fest und seine langen Beine streiften ihren Körper. Nie war sie sich ihrer selbst so deutlich bewusst gewesen. Ihr Körper erschauerte wohlig. Seine Arme hielten sie noch fester und sie vermeinte, ein Knurren aus seiner Kehle vernommen zu haben. Einen Moment lang genoss sie das Gefühl, von seinem Körper umfangen zu sein, bevor Dorring wieder die korrekte Haltung einnahm.
Mühsam versuchte Lucy, ihre Atmung wieder unter Kontrolle zu bringen und gleichzeitig den nächsten Schritt zu planen. Dorring hatte kurz Luft geholt und dann mit zusammengepressten Lippen weitergetanzt. Täuschte sie sich oder hatte die Berührung ihrer Körper ihn genauso aufgewühlt wie sie?
Die letzten Klänge der Musik verhallten und der Viscount führte sie zu Annabell und deren Mutter zurück. Der Tanz war viel zu schnell vorübergegangen!
Lucy schenkte dem Viscount ein letztes strahlendes Lächeln, während er sich knapp verbeugte und sich in Richtung Kartenzimmer davonmachte. Sie wäre ihm am liebsten hinterhergelaufen, doch war das zum einen nicht schicklich und zum anderen wartete bereits ihr nächster Tanzpartner.