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Rose Care
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  14-11-2020 20:28 14-11-2020 20:28 32  Gelesen 32 Gelesen
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"Ich sehe Dich.Ich will Dich." Ein weihnachtlicher Liebesroman von Rose Care.



Isabella, genannt Isa, verabscheut die Weihnachtszeit. Seit ihrer Kindheit erfindet sie Geschichten über geselliges Beisammensein mit der Familie, das es nie gegeben hat.
Als sie eines Tages eine Mail von einer unbekannten Adresse in ihrem Posteingang entdeckt, klickt sie neugierig darauf. Ihr wird die Möglichkeit geboten, sich über die Feiertage in einem romantischen Bungalow zu entspannen. Freudig nimmt sie das Gratis-Angebot an, nicht ahnend, dass dort eine Überraschung auf sie wartet.
Die Überraschung eines Mannes namens Lukas, der alles bis ins kleinste Detail geplant hat, der sie seit Monaten beobachtet und all ihre intimen Wünsche und Geheimnisse kennt.
Kann es für die beiden eine Zukunft geben? Oder wird die fanatische Liebe von Lukas Isa in die Flucht schlagen?

Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte, über zwei Menschen, die sich inständig – und gerade zu den Feiertagen – ein kleines bisschen Glück ersehnen.



Leseprobe



Lukas

Der Menschheit schien nicht bewusst zu sein, dass fast zu jeder Zeit Kameras auf ihnen gerichtet war. Während ich vor all den Monitoren saß, fühlte ich mich wie ein stiller Beobachter der Welt. Ohne an ihrem Leben teilzuhaben, konnte ich sie überwachen. Ich liebte es, ihre kleinen, dreckigen Geheimnisse aufzudecken.
Indem ich mir den einen Bankangestellten genau ansah, wusste ich, nach einem kurzen Blick auf die Uhr des Monitors, dass er auf dem Weg zu seiner Mittagspause war. Eine Pause der anderen Art.
Diese Anzugträger waren mir zuwider. Speziell dieser Kandidat hatte, wie ich wusste Geld unterschlagen. Er würde mir jedoch, wie so einige andere Kriminelle zuvor, keineswegs entkommen. Nicht umsonst arbeitete ich für die Regierung und spürte außer Terroristen, auch schmierige Individuen auf, die Dreck am Stecken hatten.
Andrew Miller überquerte gerade die Straße, um in einer Seitenstraße zu verschwinden. Wie ich wusste, befand sich dort ein Hotel. Ich schwenkte auf die Außenkamera der Gasse, als ich ihn schon mit wiegenden Schritten auf die Eingangstür zusteuern sah. Jeden Freitag um die gleiche Zeit, hatte Andrew dort ein Treffen mit einer rothaarigen Frau. Was die beiden in dem Zimmer trieben, konnte sich jeder denken.
Mein Blick wanderte zu einem Paar, welches sich vor dem Eingang des Hotels unterhielt. Genaugenommen, konnte ich an der Körpersprache erkennen, dass der Mann auf die Frau einredete. Ich wollte mich gerade wieder abwenden, als ich bemerkte, dass die Frau ihren Kopf senkte und ihre Arme um den Körper schlang, so als wolle sie sich von den verbalen Attacken des Mannes schützen. Diese Geste bewirkte in mir, dass sich mein Hals zusammenzog. War die Frau möglicherweise in Gefahr?
Als sie wieder hochschaute und mein Blick auf ihr Gesicht fiel, spürte ich ein Ziehen in meinen Eingeweiden.
Ich zoomte das Bild näher heran und blickte direkt in ihre traurigen Augen. So viel Schmerz lag darin, dass ich trocken schlucken musste. In diesem Moment wollte ich - nein, musste ich, alles über sie erfahren. Ich wusste selbst nicht warum, aber sie fesselte mich auf eine Art, die mir wünschen ließ, sie vor dem schlechten dieser Welt zu beschützen.
Während sie sich kopfschüttelnd und mit hängenden Schultern von dem Kerl entfernte, aktivierte ich jede Kamera in ihrer Umgebung, um zu beobachten wohin sie unterwegs war. Sie schien tief in Gedanken, wobei sie eine Strähne ihres dunkelbraunen Haars hinter das Ohr klemmte und zügig weiterlief.
Plötzlich, so als würde sie spüren, dass sie beobachtet wurde, blieb sie stehen, hob den Kopf und schien mich direkt anzuschauen. Genauer gesagt, blickte sie direkt in die Kamera.
Meinem Körper überzog sich eine Gänsehaut. Sie hatte anscheinend eine sechsten Sinn dafür, wenn unsichtbare Augen auf sie gerichtet waren. Während sie ihre Stirn runzelte, biss sie sich in die Unterlippe, was mir ein sehnsuchtsvolles ziehen in den Magen bescherte, denn ihre Lippen waren die pure Versuchung. Die Frau schüttele leicht ihren Kopf, als würde sie unliebsame Gedanken verdrängen wollen und setzte ihren Weg fort.

Nicht einmal eine Stunde später, wusste ich so gut wie alles über sie. Ihr Name war Isabella Jade und sie arbeitete in einer Versicherungsgesellschaft als Telefonistin. Ebenfalls hatte ich herausgefunden wo sie wohnte. Ein Hochhaus in einer nicht sehr sicheren Gegend.
Gleich morgen würde ich den Hausmeister dort einen Besuch abstatten. Als Mitarbeiter der Staates, hatte ich die Möglichkeit mich als angeblicher Sicherheitsbeauftragter zu vergewissern, ob die Sicherheitsvorkehrungen im Gebäude auf den neusten Stand waren.
Eventuell könnte ich, bei meinem Rundgang ebenfalls ein paar versteckte Kameras irgendwo platzieren.
Nachdem ich diesen Entschluss gefasst hatte, widmete ich mich wieder den Fremdgehenden Bankangestellten, der sich noch immer im Innern des Hotels befand. Mit einem Seufzer, hoffte ich, dass er nicht lange brauchen würde, die Rothaarige zu beglücken.


Immerwährende Lügen


Isabella

»Und, Isa, was machst du Weihnachten?«, fragte mich meine Kollegin Patricia, die mir gegenüber saß.
Ich hatte schon seit Tagen darauf gewartet, beziehungsweise Angst vor dieser Frage gehabt. Nun stand sie im Raum, wie ein großer, weißer Elefant. Jedes Jahr die gleichen Lügen, dachte ich betrübt.
Patricia blickte mich abwartend an, während ich ein strahlendes Lächeln aufsetzte. »Ich fahre zu meiner Familie. Du weißt ja, eine Menge Verwandte, viel Essen und sehr laute Kinder.«
So jedenfalls stellte ich mir ein Weihnachtsfest vor. Dass ich die Feiertage, wieder einmal allein vor dem Fernseher verbringen würde, durfte nie auch nur irgendeiner erfahren. Ich schämte mich schon seit meiner Kindheit dafür, dass es in meiner Familie nie ein Weihnachtsfest geben hatte. Genauso wenig wie Geburtstage oder jegliche andere Feiertage.
Patricia schaute mich neidisch an, was mir Gewissensbisse verursachte. Bloß konnte ich meine immerwährenden Lügen nicht mehr zurücknehmen.
»Ach, das ist so schön«, begann sie. »Ich werde wieder einmal mit Paul und seinen Eltern zusammen sitzen und hoffen, dass der langweilige Abend endlich vorbei ist.«
Seit zwei Jahren arbeitete ich mit Patricia gemeinsam in der Versicherungsgesellschaft und schon vergangenes Jahr hatten wir zu dieser Zeit, fast das selbe Gespräch geführt.
Da in diesen Moment mein Telefon läutete, ersparte es mir, ihr eine Antwort auf ihre Äußerung zu geben.
Der Vormittag verging rasant, und kaum dass ich mich versah, war es bereits Mittag. Da es draußen zu schneien angefangen hatte, wollte ich meine Pause lieber im Büro verbringen. Genaugenommen in dem kleinen Pausenraum nebenan.
Während die Kollegen sich ihre dicken Winterjacken anzogen und nach Draußen verschwanden, um ins nahegelegene italienische Lokal essen zu gehen, blieb ich an meinem Schreibtisch sitzen und loggte mich in mein Mailprogramm ein.
Entfliehen Sie dem trüben Wetter und fliegen Sie in den sonnigen Süden, konnte ich unter anderem dort lesen.
Mir wurde frustriert bewusst, dass ich leider nicht genug Geld hatte, um eine Reise zu buchen. Ich wäre liebend gerne vor den kalten Temperaturen und vor allem, vor meiner Einsamkeit geflohen.
Mit einem Mal entdeckte ich eine Nachricht, die mich stutzig machte. Als Absender tauchte lediglich das Bild einer Rose auf. Neugierig geworden, klickte ich auf die Mitteilung und es ein erschien ein roter Hintergrund mit goldener Schrift.
Haben Sie Lust, die Feiertage bei uns zu verbringen?
Unter der Frage, war ein schwarzer Button abgebildet, welches ich nur anzuklicken bräuchte.
Ich war jedoch verunsichert, denn es könnte sich durchaus um eine Virus-Mail handeln. Was sollte ich tun? Ich entschied mich die Nachricht zu löschen und schloss mein Mail-Account wieder.
Mit einem tiefen Seufzer, fuhr ich den PC herunter, griff nach meiner Handtasche und stand auf. Während ich zum Pausenraum lief, grübelte ich darüber nach, wie erbärmlich mein leben war. Wie sehr wünschte ich mir, wenigsten ein Mann an meiner Seite zu haben, mit dem ich Weihnachten gemeinsam feiern könnte.
Es half alles nichts, denn durch meine Vergangenheit, hatte ich kaum Chancen, mich einen anderen Menschen zu öffnen. Außerdem standen Männer für gewöhnlich nicht auf Frauen, die kein gesellschaftliches Leben führten, grübelte ich vor mich hin, während ich mich hinsetzte und in mein mitgebrachtes Salamibrot biss.
Meine Gedanken wanderten zwangsläufig zu meiner Mutter. Eine Frau, die sich hatte von verschiedenen Männern schwängern lassen, nur um uns dann unserem Schicksal zu überlassen. Soweit ich den letzten Stand kannte, hatte ich drei Brüder und zwei Schwestern, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Es sei denn, meine Mutter hatte sich nochmals schwängern lassen. Vielleicht hätte ich Bill, der mich unerwartet angerufen hatte, danach fragen sollen? Jedoch war die Begegnung mit ihm nicht sehr freundlich verlaufen und verursachte mir immer noch eine Gänsehaut. Er hatte sich sehr verändert und war nicht mehr der schüchterne, liebe Junge von Damals. Zudem hatte ich an seinen blutunterlaufenen Augen bemerkt, dass er irgendetwas eingeworfen hatte. Natürlich war es bei unserem Treffen um Geld gegangen, was sonst? Dennoch hatte ich Bill klipp und klar gesagt, dass er es vergessen konnte. Ich war fertig mit meiner Familie.
Die ganze Bagage lebte von den Zuwendungen des Staates und wenn nicht alle, so waren mit Sicherheit schon die meisten von meinen Geschwistern entweder kriminell oder drogenabhängig geworden.
Um nicht trübselig zu werden, stand ich auf, da meine Pause sich zudem ebenfalls dem Ende neigte. Ich trat in das Gemeinschaftsbüro, während nach und nach meine Kollegen eintrudelten. Unterdessen fuhr ich mein PC wieder hoch.
Nanu, was war denn das? Mein Blick fiel auf dem Bildschirm und ich sah bunte, verzerrte Streifen darauf. Nachdem ich jegliche Kabel untersucht hatte, ob sie sich alle fest an ihrem Platz befanden, startete ich den Computer neu. Aber das Problem verschwand nicht.
Genervt griff ich nach dem Hörer und wählte die Nummer unserer hauseigenen Technikabteilung. Immer das selbe mit diesen veralteten Geräten, dachte ich nicht zum ersten Mal.
Nachdem ich das Telefonat beendet hatte, setzte ich mich auf meinen Bürostuhl und wippte ungeduldig mit dem Füßen.
In diesem Moment klingelte mein Telefon, während gleichzeitig der Techniker erschien. Dieser verschwand sogleich unter dem Schreibtisch, um nach dem Fehler zu suchen, derweil ich den Hörer ab nahm.
Ich hatte eine aufgebrachte Kundin in der Leitung, die mir von ihrem Autounfall berichtete. Jedoch konnte ich ihr momentan nicht helfen, da ich im Augenblick ihre Daten nicht aufrufen konnte. Ich versuchte der Frau geduldig zu erklären, dass ich sie zurückrufen würde, sobald ich wieder an meinen PC heran kam. Nachdem ich aufgelegt hatte, beugte ich mich zum Techniker hinunter. »Wird das noch lange dauern?« Ich merkte, dass meine Stimme ungeduldig klang.
»Ungefähr fünf Minuten«, hörte ich seine Antwort. Ihn selbst konnte ich nicht sehen, da er im hinteren Bereich des Schreibtisches herumwerkelte.
Weil ich, außer zu warten, nichts weiter tun konnte, stand ich auf, um mir aus der Gemeinschaftsküche einen Kaffee zu holen.


Ich kenne Dich



Lukas

Ich stieg aus der Dusche, schlug mir ein Handtuch um die Hüften und verließ das Bad. Barfuß lief ich in mein Büro, setzte mich an den Schreibtisch und startete meinen PC.
Während ich darauf wartete, dass der hochfuhr, wanderten meine Gedanken zum heutigen Mittag. Es war riskant gewesen, einfach in Isabellas Büro aufzutauchen, aber es hatte sich definitiv gelohnt. Auch wenn ich dafür gesorgt hatte, dass sie mich nicht zu Gesicht bekam, so hatte ich dennoch ihren blumigen Duft einatmen können. Ihr so nahe zu sein, hatte mich ziemlich aus der Bahn geworfen.
Ihre braunen Haare waren zu einem Knoten zusammengebunden gewesen, was ihr ein strenges Äußeres verliehen hatte. Mich hatten jedoch ihre rehbraunen Augen fasziniert, die eine Verletzlichkeit ausstrahlen, wodurch ich mich schlagartig immer mehr zu ihr hingezogen fühlte.
Durch die Kameras im Büro hatte ich sie seit Monaten beobachten können, und mir war zudem aufgefallen, dass sie keinen Mann jemals ansah, geschweige denn, dass sie mit jemanden flirtete. Isabella hatte eine Mauer um sich gebaut, eine unsichtbare Barriere, um jeden auf Distanz zu halten.
Ich aber wusste um ihr Innerstes, denn ich hatte alle ihre Wünsche und Sehnsüchte gelesen. Ja, ich der unscheinbare Nerd, hatte es geschafft, mich durch eine Mail in ihrem Laptop einzuhacken. So war es mir immer möglich, sie auch Zuhause zu beobachten.
Ich wusste, dass es falsch von mir war, ja sogar illegal und konnte mich außerdem meinen Job kosten. Aber es war wie eine Sucht, eine unbändige Sehnsucht in mir, ihre tiefsten Geheimnisse zu erfahren. Ihr somit nahe sein zu können.
Ohne zu zögern, öffnete ich den Order, den ich von ihrem PC heruntergeladen hatte. Dort waren drei Unterordner, mit den Titeln, 'Vergangenheit', 'Gegenwart' und 'Zukunft'.
Es faszinierte mich, wie detailliert Isabella über ihre Vergangenheit geschrieben hatte. Ich konnte mir jede Person und jede Begebenheit aus ihrer Jugendzeit genau vor Augen führen. Als ich diese Zeilen gelesen hatte, hatte es mich wahnsinnig gemacht, in welchen zerrütteten und ärmlichen Verhältnissen sie aufgewachsen war. Ich hatte um ihre verpasste Kindheit getrauert, während ich mit Tränen in den Augen, über die immerwährenden Demütigungen von Seitens ihrer Mutter gelesen hatte.
Als hätte sie genau meine eigene Kindheit beschrieben. Ich wurde vom Jugendamt aus meinem Zuhause geholt, ein halb verhungerter und ängstlicher zehnjähriger. Die Jahre im Heim hatten mich jedoch hart gemacht. So hart, dass ich alles gegeben hatte, um gute Note zu bekommen, um eines Tages diesem Elend in dem ich aufgewachsen war zu entkommen.
Deswegen war ich nun vollends überzeugt davon, dass Isabella und ich füreinander geschaffen waren. Denn sie war das Spiegelbild meiner Selbst.
Im 'Gegenwart'-Ordner schrieb Isabella Begebenheiten ihres alltägliches Lebens ein. Leider wurde dieser Ordner so gut wie nie geöffnet. Es machte mich traurig, dass sie, genauso wie ich, ein sehr einsames Leben führte.
Die größte Überraschung erlebte ich allerdings, als ich den 'Zukunft'-Ordner geöffnet hatte. Dort waren all ihre intimen Wünsche und Gedanken zu finden. Sehnsüchte, die meinen so enorm ähnelten. Isabella sehnte sich nach einfachen Dinge, wie ein Spaziergang am Strand, sowie ein Haus im Grünen, das sie mit einem Partner bewohnen würde. Genauso wünschte sie sich auch, einmal in ihrem Leben das Weinachtfests so zu verbringen, wie es in den unzähligen Filmen vorgelebt wurde.
Ich selbst hatte als Kind ebenfalls immer, wie gebannt zum Fernseher des Heimes geblickt, wenn uns ein Weihnachtsfilm gezeigt wurde. Wenn eine große Familie unter dem geschmückten Tannenbaum saß und die Kinder glücklich lächelnd die Geschenke ausgepackt hatten.
Nun verscheuchte ich meine unliebsamen Gedanken und blickte auf einen meiner Bildschirme vor mir. Mein PC war direkt mit der Kamera von Isabellas Laptop verbunden, aber der Monitor war schwarz. Sie war noch nicht nach Hause gekommen.


Einsamkeit



Isabella

Kaum stand ich im Hausflur und wollte meine Wohnungstür aufschließen, lief mir der schwarzer Kater entgegen, den ich Max getauft hatte. Er war ein Streuner und erschien bei mir, wann immer er etwas Zuwendung oder etwas zu Fressen haben wollte. Während ich ihn in die Arme nahm, genoss ich seinen kleinen, warmen Körper an meinen und schloss meine Tür auf. Wenigsten einer, der sich freute mich zu sehen, dachte ich, als er begann zu schnurren.
»Ich werde noch als alte Katzenfrau sterben«, brummte ich in sein weiches Fell.
Sein lautes Miauen, erinnerte mich daran, dass er sicher Hunger hatte. Schnurstracks lief ich mit ihm in die Küche, um eine Dose Katzenfutter zu öffnen, die ich seit Kurzem ständig auf Vorrat hatte. Sobald Max versorgt war, begab ich mich ins Schlafzimmer, um meine Büro-Kleidung auszuziehen.
Während ich mir meine bequeme Leggings und ein T-Shirt überstreifte, wanderten meine Gedanken zu der Mail. Hätte ich den Mut aufgebracht auf den Button zu klicken, müsste ich jetzt nicht darüber nachgrübeln. Ich hasste Geheimnisse und wollte unbedingt erfahren, was es mit der Nachricht auf sich hatte.
Bevor ich es mir noch anders überlegen konnte, lief ich ins Wohnzimmer zu meinem Schreibtisch am Fenster und klappte das Notebook auf.
Währenddessen nahm ich die Spange aus meinen Haaren heraus und seufzte wohlig auf, als sie mir locker herunterfielen und ich begann meine Kopfhaut zu massieren.
Dann setzte ich mich auf den Stuhl, während derweil der Laptop hochfuhr. Sobald ich mein Mailprogramm geöffnet hatte, holte ich die Nachricht aus dem gelöschten Ordner.
Wie ferngesteuert klickte ich mit der Maus auf den Button. Es öffnete sich eine neue Seite, die fast vollständig in schwarz gehalten war. Nur ein Satz in goldener Schrift war zu sehen.
Isabella, haben Sie Lust baden zu gehen?
Ich keuchte erschrocken auf. Woher kannten die meinen Namen? Und wer zum Teufel, waren die?
Auch wenn ich mir in diesem Moment paranoid vorkam, klappte ich den Laptop zu. Mich beschlich das Gefühl beobachtet zu werden. Was schlichtweg absurd war. Ich war allein in meine Wohnung, aber dennoch kribbelte meine Haut, als würden mich unsichtbare Augen anstarren. Ein Gefühl, das mich in letzter Zeit oft beschlich.
»Mach dich nicht verrückt«, versuchte ich mich selbst zu beruhigen und klappte mein Notebook wieder auf.
Unter dem Text war eine weitere Schaltfläche angebracht, auf die ich nun klickte. Daraufhin erschien das Bild eines Pools. Genaugenommen, war es ein Whirlpool. Also alles ziemlich harmlos, oder?
Unterhalb des Bildes konnte man weitere Fotos anklicken, die das ansprechende Hotelzimmer zeigten. Eigentlich war es ein Bungalow, wie ich anhand der Fotos ausmachen konnte und es hatte sogar ein eigenes Kaminzimmer. Ich hatte mich wohl unbegründet verrückt gemacht, denn es handelte sich anscheinend, um die harmlose Werbung eines Hotels.
»Das ist bestimmt teuer.«
Als ich begann den unteren Text zu lesen, musste ich grinsen.


Liebe Miss Jade,
Vor einer Woche wurde unsere Hotelanlage eröffnet und wir möchten Ihnen gerne ein Gratis-Angebot zu den Feiertagen unterbreiten. Entspannen Sie sich zwei Tage in einem unserer Bungalows.
Unternehmen Sie lange Spaziergänge im nahegelegenen Wald, oder setzen Sie sich bei einem guten Buch vor dem Kamin. Ganz ohne Verpflichtung Ihrerseits, können Sie sich zudem die Möglichkeit gönnen, im eigenen Whirlpool zu entspannen.
Mit Freude warten wir auf Ihre Nachricht und verbleiben mit freundlichen Grüßen,
Ihr Astra-Hotel-Resort



Das Weihnachtswochenende war gratis? Ich konnte mein Glück kaum fassen. Wurde mir hier tatsächlich die Möglichkeit geboten, den unliebsamen Feiertagen zu entfliehen?
Ich vermutete, dass die meisten sowieso nicht zu Weihnachten buchen würden, denn sie verbrachten diese Zeit lieber mit ihren Familien. Bis eben auf Menschen wie mich.
Als ich darunter das Eingabefeld sah, in der man seine persönlichen Daten und die Termine seines Aufenthaltes eingeben konnte, begann ich ohne groß zu überlegen meine Angaben einzutippen.
In meinem Bauch kribbelte es vor Vorfreude, dem tristen Weihnachtsfest den Rücken zu kehren.
Nachdem ich die Nachricht abgeschickt hatte, widmete ich mich erneut den Fotos. Das Kaminzimmer hatte es mir angetan. In meiner Vorstellung würde ich dort sitzen, Wein trinken und meinen Gedanken nachhängen. So lange bis der Mann meiner Träume erschien.
Meine Hände wanderten zur Tastatur, öffnete den Unterordner 'Zukunft' und ich begann zu schreiben:

Du beobachtest mich, während ich im Sessel vor dem Kamin sitze. Ich spüre deine Blicke auf mir, sodass ich meinen Bademantel öffne. Meine Brüste fühlen sich schwer an, sie lechzen nach Berührung. Ohne zu wissen wo und wer du bist, beginne ich mit meinen Fingern die Brustwarzen zu umspielen, die sich vor Erregung aufrichten. Ich spüre deine gierigen Blicke auf mir, will dir zeigen, wie sehr mich das anmacht. Ich stöhne, signalisiere dir, dass ich bereit bin, bereit für ein Abenteuer mit dir.
Erkennst du meine Lust? Kannst du sehen, das ich meine Beine nur für dich spreizte? Ich will dass du zusiehst, dich danach sehnst, mich endlich zu berühren. Ich brauche deine lodernden Blicke, die mir die Haut versengen.
Ich fühle einen leichten Windhauch und weiß, dass du den Raum betreten hast. Doch ich schließe meine Lider, denn noch will ich nicht wissen wer du bist. Ich möchte zuerst deine Hände auf meinen Körper spüren und deinen heißen Atem auf meiner Haut …


Ich begehre Dich



Lukas

Mein Herz schlug heftig gegen meinen Brustkorb. Jedes Mal, wenn ich sie auf dem Bildschirm sah, spürte ich diese unbändige Sehnsucht in mir. Ich konnte nicht die Augen von ihr abwenden. Ihr schien nicht bewusst zu sein, wie wunderschön sie aussah. Ihre Haare fielen ihr locker über die Schultern, was mich wünschen ließ, meine Hände dort zu vergraben. Genauso sehne ich mich danach ihren blumigen Duft einzuatmen, während ich ihre vollen Lippen eroberte.
Durch die Tatsache, dass ich zwei Bildschirme besaß, konnte ich sie betrachten und gleichzeitig sehen, was sie sich an ihrem Laptop anschaute.
Vage bemerkte ich auf dem anderen Bildschirm, dass sie etwas in dem Ordner 'Zukunft' schrieb, aber Isabella anzublicken war mir im Moment wichtiger. Ich konnte auch später lesen, was sie geschrieben hatte.
Sie biss sich in die Unterlippe, während sie auf die Tastatur tippte. Ich konnte ein sehnsuchtsvolles Ziehen in mir spüren, weil sie mir so nahe und dennoch so weit entfernt war.
Nachdem sie anscheinend fertig geschrieben hatte, lehnte sie sich im Stuhl zurück und klickte auf ein Bild. Das Bild des Kaminzimmers im Bungalow. Freudig bemerkte ich zudem, dass sie sich in die Reservierung, die ich manipuliert hatte, eingetragen hatte. Das würde bedeuten, ich konnte sie am Weihnachtswochenende endlich kennenlernen. Mein Herz begann zu rasen, bei der Vorstellung, ihr endlich von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen. Wie würde unsere erste Begegnung sein?
Im meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken, denn ich musste noch eine Menge Dinge für ihren Besuch vorbereiten. Alles sollte für ihren Aufenthalt dort perfekt sein.
Meine Überlegungen wurden unterbrochen, als ich zum Bildschirm schaute. Ich registrierte nämlich, dass ich einen sehr erregenden Blick auf ihre Brustwarzen hatte, die sich durch das weiße Shirt abzeichneten. Die Vorstellung Isabella dort zu berühren, ließ mich trocken schlucken.
Plötzlich stand sie auf. Was hatte sie vor? Sie nahm den Laptop mit und setzte sich aufs Sofa. Anschließend platzierte sie ihren Notebook auf den Schoß, wie ich erkennen konnte.
Was dann geschah, ließ mich aufkeuchen. Sie zog ihr T-Shirt aus!
Das hatte sie noch nie getan. Zum Vorschein kamen atemberaubende Brüste, gekrönt durch kleine, dunkle Warzen. Mir wurde schlagartig heiß, als sie ihre Hände auf die vollen Hügel legte und sich selbst zu streichelte. Unter meinem Handtuch spürte ich, dass mein Schwanz sich zu regen begann.
Was zum Henker hatte sie für Fantasien aufgeschrieben? Kurz blickte ich zum anderen Monitor. Sie blickte immer noch auf das Foto des Kaminzimmers.
Was stellte sie sich gerade vor? Wollte sie in diesem Raum genommen werden? Ich musste später definitiv ihre Eintragung lesen.
Jetzt hatte ich keine weitere Gelegenheit dazu, denn sie umspielte mit ihren zarten, kleinen Fingern die festen Knospen ihrer Brüste, während sie ein Seufzen ausstieß. Isabella legte den Kopf in den Nacken und schloss ihre Lider.
Ich selbst musste ebenfalls bei ihrem Anblick seufzen, lockerte mein Handtuch und es fiel auseinander. Während ich mich selbst gleichermaßen etwas zurücklehnte und meine Beine Spreizte, strich ich mit meinen Fingern über meinen Hoden, sodass er sich mit einem kribbelnden Gefühl zusammenzog. Ich blickte auf Isabellas Finger, die nun die festen Warzen zu zwirbeln begannen. Der Schweiß brach mir aus, bei den erregenden Geräuschen die sie machte.
Mein Schwanz begann zu zucken, lechzte nach Berührung. Ich packte das feste Fleisch und begann über die gesamte Länge zu streichen.
Kurz blitzte etwas wie Scham in mir auf, dass ich eine wehrlose Frau dabei begaffte, wie sie sich Befriedigung verschaffte. Bloß zog sie mich dermaßen in ihren Bann, dass ich nicht mehr aufhören konnte und immer fester meinen Schwanz bearbeitete.
Ich keuchte auf, als sie eine Hand zu ihrem Schoß hinunter wandern ließ. Sie hatte ihre Lider immer noch geschlossen und stöhnte ihre Lust hinaus. Was für ein Anblick!
Leider war meine Sicht etwas eingeschränkt und nur in meiner Fantasie konnte ich mir vorstellen, dass sich ihre Finger zwischen ihren Schamlippen befanden, während sie an ihrer Lustperle rieb. Diese Vorstellung ließ mich aufstöhnen und ich bearbeitete immer schneller meinen Schwanz, wobei ich spürte, wie ein Lusttropfen herausdrang. Ich verrieb ihn auf meiner Eichel und spürte, dass ich kurz davor stand zum Orgasmus zu kommen.
Noch aber wollte ich es hinauszögern und verlangsamte meine Bewegungen, denn ich musste diesen Augenblick in die Länge ziehen. Ich wollte mich an jeden Ton, den Isabella ausstieß weiden. Genauso auch an ihren wippenden Brüsten, mit den kleinen Nippel, die ich gerne mit dem Mund verwöhnt hätte.
Der Augenblick, als Isabella ihren Kopf in den Nacken legte und stöhnend ihren Höhepunkt erlebte, katapultierte mich direkt in einen Rausch und ich spürte, wie explosionsartig mein Samen aus mir herausschoss.


Heilig Abend



Isabella

Heute war der vierundzwanzigste Dezember und ich befand mich auf den Weg zum Bungalow. Zur Feier des Tages, hatte ich mir ein Taxi bestellt. Auch wenn es etwas teuer war, so wollte ich mir ein wenig Luxus gönnen.
Vor ein paar Tagen, hatte ich den Schlüssel, sowie die Buchungsunterlagen zugeschickt bekommen.
Als das Taxi anhielt, schaute ich erfreut aus dem Wagenfenster, zum Bungalow hinüber. Hier würde ich mich für zwei Tage entspannen. Ich war wahnsinnig aufgeregt.
Nachdem ich den Fahrer bezahlt und ausstieg, lief ich zu der Holztür meiner Bleibe für die nächsten Tage. Ein paar Meter weiter befand sich ein identisch aussehender Bungalow. Genauso konnte ich in mehreren Metern Entfernung noch weitere ausmachen. Jedoch waren sie nicht so nahe beieinander, dass man sich eventuell gestört fühlen konnte.
Sobald ich die Tür aufgeschlossen hatte, erblickte ich als erstes ein wunderschönes Wohnzimmer mit einer einladenden Couchgarnitur vor der breiten Fensterfront. In der offenen Küche befand sich rechts ein großer Esstisch mit sechs Stühlen. Ich hatte nicht gedacht, dass das Bungalow so riesig sein würde.
Geradezu sah ich durch die offene Tür das Kaminzimmer, was mich wie magnetisch anzog und ich zügig weiterlief. Ich stieß ein jauchzen aus, als ich den geschmückten Tannenbaum erblickte. Sogar Geschenkschachtel-Attrappen waren auf dem Boden aufgestellt. Das Papier glitzerte in Rot und Gold von dem Kaminfeuer. Dieser Raum hätte direkt meiner Fantasie entsprungen sein können. So hatte ich mir immer ein perfektes, weihnachtlich dekoriertes Zimmer vorgestellt. Schwere Holzmöbel, einladende Sessel vor dem Kamin und ein dekorierter Tannenbaum daneben.
Neugierig geworden, wollte ich mir auch den Rest des Bungalows ansehen. Sobald ich das Badezimmer betrat, sah ich den Whirlpool. Ich grinste vor mich hin, während ich mir vorstellte, dort später ein Entspannungsbad zu nehmen.
Rasch lief ich zur Eingangstür, an der ich meinen Koffer hatte stehen lassen, schnappte ihn mir und lief ins Schlafzimmer. Ich legte den Koffer aufs Bett und drehte mich einmal um die eigene Achse. Der Raum war der Wahnsinn. Genauso wie auch im Kaminzimmer, beschlich mich ein Gefühl, als wären meine Wünsche direkt in den Raum katapultiert worden.
Ein Bett in dunklem Holz mit Baldachin aus durchsichtigem weißen Stoff, sowie eine Spiegelkommode und großem Kleiderschrank, ebenfalls im dunklem Holz.
Nachdem ich meine Kleidung in den Schrank gehängt hatte, lief ich hinüber in die Küche. Beim öffnen des Kühlschranks, war ich überrascht, wie gut gefüllt er war. Da ich keinen großen Hunger hatte, schnappte ich mir ein Sandwich und stellte mich ans Fenster.
Die Gegend glich einem Postkartenmotiv. Schneebedeckte Bäume in einer idyllischen Landschaft. Weiter hinten begann der dunkle Wald.
Während ich mein Brot verspeiste, nahm ich mir als erstes vor, in den Whirlpool zu steigen. Die letzten Tage im Büro waren anstrengend gewesen und das heiße Wasser würde mir die Entspannung bringen, die ich brauchte.
Noch den letzten Bissen im Mund, lief ich schnurstracks ins Bad. Dort nahm ich den Zettel in die Hand, auf dem die Funktionsweise des Whirlpools notiert war. Nachdem ich die Temperatur eingestellt hatte, ließ ich das Wasser in das Becken strömen und begann mich auszuziehen.
Kaum dass ich mich meiner Kleidung entledigt hatte, hörte ich plötzlich ein Klopfen an der Tür.
Nanu, wer konnte das sein? Verwundert, griff ich nach dem weißen Bademantel, der an einem Haken an der Wand hing und zog ihn an, während ich zur Tür lief.
Sobald ich diese geöffnet hatte, erblickte ich einen Mann, der mir die Sprache verschlug.
Er hätte direkt aus einem Surfer-Katalog entsprungen sein können. Ebenfalls in einem Bademantel gekleidet, konnte ich trotz allem erkennen, dass er einen sehnig-sportlichen Körper hatte. Sein braunes Haar hatte an den Spitzen hellere Nuancen, so als wäre es von der Sonne gebleicht worden.
Jedoch diese himmelblauen Augen, die mich so intensiv ansahen, brachten meinen Bauch zum Kribbeln.
Nur, wer war der Kerl?