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Buchvorstellung: "Post von Philipp"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  12-07-2018 13:34 12-07-2018 13:34 596  Gelesen 596 Gelesen
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"Post von Philipp" Ein Liebesroman von Christel Tlaskal.



Jetzt unterrichte ich erst seit zwei Wochen - und schon könnte ich alles hinschmeißen, klagt Lena. Vielleicht ist Lehrerin gar nicht der richtige Beruf für mich?!
Gemeinsam mit dem Klassenlehrer der 7b versucht sie, die schwierigen Teenager in den Griff zu bekommen.
Dass sie immer Herzklopfen bekommt, wenn Philipp in der Nähe ist, macht die Sache nicht unbedingt einfacher.
Auch Philipp spürt, dass ihn mit Lena mehr verbindet als kollegiales Miteinander – doch wie passt die junge Kollegin in sein kompliziertes Weltbild?
Gott sei Dank müssen die beiden aber nicht ganz allein mit allem fertig werden – und so entwickelt sich ihre Beziehung auf nicht ganz alltägliche Weise.


Der Leser kann nicht nur die Höhen und Tiefen der Liebe zwischen Lena und Philipp miterleben, er erhält nebenbei einen kleinen Einblick in den Schulalltag aus der Sicht von jungen Pädagogen, die vielleicht die eigene Schulzeit in einem anderen Licht erscheinen lassen …?



Leseprobe:



3. November 2005

„Ein Brief von Philipp! Ich wusste es doch!"
Nachdenklich betrachtet Lena den schmalen Umschlag mit der vertrauten Handschrift. Aber anstatt Freude überfällt sie plötzlich Angst - warum nur?
"Irgendetwas stimmt nicht, Philipp hat mir sonst doch so viele E-Mails geschrieben. Ein richtiger Brief, mit der Post geschickt – das kann nichts Gutes bedeuten!“
Hastig setzt sie den schweren Rucksack ab, schält sich aus ihrem Anorak und wirft die Zeitungen und Prospekte in den Papierkorb, die sie außer dem Brief aus dem Kasten geholt hat. (…)
"Warum sollte in dem Brief denn was Schlimmes stehen? Unser letztes Treffen war doch so schön." Lena versucht, selbst zu beruhigen.
Das scheint Jahre her zu sein, dabei sind es nur zwei Wochen Herbstferien, die dazwischen liegen. Sie setzt sich und öffnet den Brief...

"Liebe Lena,
Es tut mir leid, dass ich Dir so weh tun muss, aber
es ist endgültig aus zwischen uns beiden. Du kannst
nichts dafür, aber es hat einfach keinen Sinn mehr.
Ich schaffe es wirklich nicht, selbst wenn ich es
wollte...
Bitte vergiss mich!
Philipp"


Lena starrt auf den Brief - das kann doch nicht wahr sein. "Sicher wache ich gleich auf, und alles war nur ein Traum, wie schon so oft."
Aber nichts geschieht - es ist wahr, erbarmungslose Realität. Und trotzdem scheint alles so unwirklich. Nach allem, was sie zusammen erlebt haben, hat Philipp nun doch aufgegeben. Oder sollte man besser sagen: die Flucht ergriffen? (...)


4. November 2005

„Endlich habe ich das hinter mir!"
Seitdem der Brief vor ein paar Tagen mit einem dumpfen Plumps im Briefkasten verschwunden ist, fühlt sich Philipp unendlich erleichtert. Eigentlich altmodisch, so ein Brief – aber eine Mail oder SMS wäre ihm diesem Fall doch sehr schäbig vorgekommen.
"Jetzt mache ich erst mal einen ordentlichen Waldlauf", beschließt er "etwas Dampf ablassen. Das Wetter ist ja bestens dafür geeignet."
Kein Mensch ist um diese Zeit auf dem Trimm-Pfad zu sehen. Während er läuft, spürt Philipp seine Freiheit fast körperlich. Nur laufen will er - weg von all dem, was er in der letzten Zeit erlebt hat. Lena vergessen, einen Schlussstrich ziehen, und dann ... aber was danach kommt, spielt jetzt keine Rolle.
"So hätte es jedenfalls nicht weitergehen können! Ich musste mich endlich los strampeln, ich bin ein Wildpferd und brauche meine Freiheit!" Wie zur Bestätigung legt er einen kurzen Sprint vor. "Im Grunde hätte ich von Anfang an die Finger davon lassen sollen, es hätte mir gleich klar sein müssen, dass es keinen Sinn hat mit uns beiden. Wahrscheinlich habe ich mir sowieso alles nur eingeredet. (…)


6. Oktober 2004

„Was soll ich bloß machen", jammert Lena, "ich bin am Ende mit meinem Latein. Alles habe ich ausprobiert, wollte mich nicht über jeden Blödsinn ärgern, habe versucht, den Unterricht interessanter zu gestalten und die Schüler zu begeistern – oder ich habe sie einfach nur still arbeiten lassen..."
"...aber mit denen kann man ja nicht mal ein Spiel machen, ohne dass es Theater gibt", wirft Martina ein. Die beiden sitzen in Martinas gemütlicher Wohnküche und trinken heiße Schokolade. Draußen klatscht ein kalter Regen gegen die Fenster, und die ersten Blätter fallen schon von den Bäumen. Der Herbst kommt offenbar früh in diesem Jahr.
"Ich habe Strafarbeiten gegeben, Strichlisten geführt - alles erfolglos. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, es wird immer schlimmer! Wahrscheinlich habe ich schon zu viel Verschiedenes ausprt - und jetzt ist die Situation so verfahren, dass überhaupt nichts mehr hilft. Die Mathestunde gestern war schlimmer denn je: Es war ein einziges Chaos, Geschrei und Gestreite und beim besten Willen nicht mehr als Unterricht zu bezeichnen. Heute hatte ich zum Glück kein Mathe - aber mir wird jetzt schon schlecht, wenn ich an morgen denke!“
"Aber irgendeine Möglichkeit muss es doch geben", überlegt Martina. "Mir mit meinen zwei Stunden Religion macht das ja nicht allzu viel aus - aber in Mathe ist das was anderes. Außerdem musst du ja ein paar Lehrproben in der Klasse halten, auch in der Prüfung!" Ein paar Minuten starren sie schweigend zum Fenster hinaus. "Du müsstest irgendwas ganz Ungewöhnliches tun, etwas, womit sie nicht rechnen. Du kannst ja morgen nicht so weiter unterrichten, als wäre nichts geschehen. Man müsste mal wirklich mit ihnen zusammen erarbeiten, wie es in Zukunft im Unterricht zugehen soll."
"Nichts, was ich lieber täte", seufzt Lena. "Aber mit denen kann man ja nicht mal vernünftig reden, ohne dass es Streit gibt! Jeder sucht die Schuld beim anderen, keiner darf ausreden.... Da müsste noch ein Wunder geschehen! Wahrscheinlich hilft da tatsächlich nur noch beten..."
(…)

Zu Hause stellt Lena erst einmal ihre Schultasche in eine Ecke und nimmt ihre Schwimmsachen. Beim Aqua-Joggen kann sich hervorragend nachdenken, durch die Bewegung sortieren sich die Gedanken fast von selbst. Während sie eine Bahn nach der anderen entlang joggt, betet sie darum, endlich eine Lösung zu finden - eine, die auch wirklich hilft. Dann versucht sie, an etwas ganz anderes, Erfreuliches zu denken, dabei entspannt sie sich mehr und mehr.
Und ganz allmählich kommen ihr einige Gedanken, wie von selbst setzen sie sich wie ein Puzzlespiel zusammen: "... ich muss die Schüler dazu bringen, sich zu äußern ... ein Gespräch mit der ganzen Klasse hat keinen Sinn, aber trotzdem sollte jeder etwas beitragen ... also warum eigentlich nicht schriftlich? ... Philipp hat mal gesagt, es hat erst dann einen Sinn, Regeln aufzustellen, wenn die Ideen dazu von den Schülern kommen. Denn dann halten sie sich auch eher dran ... etwas total Ungewöhnliches, womit sie nicht rechnen ... jeder soll sich ernst genommen fühlen..."
Als ihr dann plötzlich klar ist, was sie zu tun hat, kann sich gar nicht schnell genug aus dem Schwimmbecken klettern. Zu Hause angelt sie sich das nächstbeste Schmierpapier und schreibt drauflos, streicht durch, verbessert... nach zwei Stunden ist ihr Plan fertig. (...)


3. März 2005

„Waren Sie heute wieder bei Frau Gries?“
Normalerweise überhört Philipp solche Fragen - seine Schüler machen bei den meisten Kollegen derartige Bemerkungen. Mal ist es Frau Vollmer, dann Martina Scholl, mit der sie ihn necken. Aber in letzter Zeit nehmen die Sticheleien über ihn und Lena überhand - vor allem, seit er mit Lena letzte Woche im Café Post war und Hülya und Tina herein kamen.
„Sind Sie verliebt in Frau Gries?“ Diese direkte Frage kommt natürlich von der vorlauten Tina. Philipp hat eine schlagfertige Antwort schon auf der Zunge, als Ergün heraus platzt: „Blödsinn - Herr Sonntag hat doch mehr Geschmack! So wie die Gries rumläuft mit ihren Zottelhaaren und den ausgelatschten Turnschuhen! Die Vollmer passt doch viel besser zu ihm!“
„Außerdem kann die Gries ja nicht mal schwimmen“, trompetet Stefan dazwischen.
„Quatsch, natürlich kann sie schwimmen – wahrscheinlich besser als ihre zwei Großmäuler“, gibt Tina zurück. „Sie macht Aqua-Jogging, aber davon habt ihr natürlich keine Ahnung!“
„Jetzt ist aber Ruhe“, brüllt Philipp unvermittelt. „Holt sofort eure Lesebücher heraus, sonst gibt es Ärger!“ Die Schüler ziehen die Köpfe ein und gehorchen. Er weiß selbst nicht, worüber genau er sich so aufregt - weil Ergün so abfällig über Lena redet...?
Das Gespräch geht Philipp nicht aus dem Sinn. Auch wenn es nur Teenager-Gerede ist - ein wahrer Kern steckt doch immer dahinter. Hinzu kommen die Bemerkungen seiner Freunde aus dem Sportverein.
Gerade am Wochenende war wieder so eine Situation. Er saß mit Frank, Jochen und ein paar anderen noch im Vereinsheim. Frank erzählte von einer „tollen Tussi“, die er kürzlich kennen gelernt hatte. „Lange Beine, super Figur – die trug knallenge Jeans und sah so richtig knackig aus!“
„Bring sie doch mal mit, du machst einen ja wirklich neugierig“, hatte Jochen entgegnet, und zwei andere, die schon etwas angetrunken waren, hatten ergänzt: „Klar, ein paar flotte Miezen könnten hier in dem Laden mal ein bisschen Schwung reinbringen! Was fürs Auge muss natürlich schon sein – man will sich ja schließlich nicht genieren!“
„Na ja, im Kopf sollten sie schon auch was haben“, ließ sich Jochen vernehmen.
„Und im Geldbeutel“, hatte einer gegrölt und noch ein Bier bestellt. (...)



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