Ereignisse
<< März 2019 >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31
Heute:
Mitglieder Online
Gäste Online: 3

Mitglieder Online: 0

Mitglieder insgesamt: 7
Neuestes Mitglied: Mandy Schur
Login
Benutzername

Passwort



Passwort vergessen?
Um ein neues Passwort anzufordern klicke hier.
Anmeldung
Newsletters

Anmeldung zum Newsletter






Angemeldet: 475
Buchvorstellung "Nimm meine Hand"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  01-03-2019 19:30 01-03-2019 19:30 89  Gelesen 89 Gelesen
printer




!!! Neuerscheinung !!!




"Nimm meine Hand" Ein erotischer Liebesroman von Celina Minor.



Plötzlich interessieren ihn, den Badboy Chris, die zahlreichen willigen Frauen um ihn nicht mehr. Sein Augenmerk liegt auf einer, der teuflischen Lady mit den grünen Augen.
Doch braucht es einiges, eine Frau zu lieben, die durch die Hölle gegangen ist. Chris wird sehr viel Geduld, Durchhaltevermögen und Mitgefühl mitbringen müssen, um ihr Herz zu gewinnen. Sie zu lieben, wird zu einem wahren Abenteuer, denn Kimberly ist vollkommen unberechenbar, mysteriös und rätselhaft. Ehelicher Missbrauch in Form von häuslicher Gewalt ist eines der schlimmsten Verbrechen zwischen Partnern.



Leseprobe:



„Das ist ein Wetter! Du bist der Letzte, ich mach jetzt dicht.“
„Alles klar Dave. Wann ist das letzte Auto hochgefahren?“
„Ist knapp zwei Stunden her. Man war das ein Weib, die Lady wohnt angeblich in Banff. Hat die gepulvert, weil ich sie nicht passieren lassen wollte. Chris, ich hoffe sie ist angekommen, der möchtest du nicht begegnen. Eine teuflische Lady mit grünen Augen, die funkeln wie das Höllenfeuer.“
Ich lache laut auf. „Dave, du übertreibst, wie immer.“
Dave gehört zu denen, die sich vor einer gewissen Art Frauen fürchten, kann man von mir nicht behaupten. Ich bin ein Womanizer, ein Player und Badboy, wie er im Buche steht. Meine Liste der weiblichen Errungenschaft ist unendlich lang und nach den ersten 150 habe ich aufgehört zu zählen.
„Gute Fahrt und sag Bescheid, wie die Verhältnisse sind. Ich rücke morgen früh mit schwerem Gerät an. Schönen Abend Chris.“
Wir haben den 23. Dezember kurz vor 4:00 Uhr nachmittags, ein Schneesturm tobt seit Mittag und macht die Fahrt über den Highway 1 hoch nach Banff zum Abenteuer, auch für uns Einheimische.
Ab morgen soll die Sonne scheinen, Neuschnee ist gut und ein bis zwei weitere Meter des weißen Pulvers bescheren den Gästen einen grandiosen Weihnachts- und Jahreswechselurlaub. Ich komme nur langsam voran, der Schnee fegt über die Windschutzscheibe und ich muss mich konzentrieren, um auf der Straße zu bleiben.
Meine Ranch ist in Kananaskis und mein Hotel in Banff. Die Zeiten des Rodeos liegen hinter mir, nach einer Bilanz von mehreren Knochenbrüchen und gutem Geld. Von den Einnahmen kaufte ich das kleine abbruchreife Hotel in Banff und machte daraus ein Schmuckstück mit über 100 Betten. Den Rest investierte ich in die Ranch meiner Eltern und brachte sie auf Vordermann.
Jedes Jahr feiern wir mit den Familien und unseren Angestellten Weihnachten im Hotel, abwechselnd arbeiten ein paar Leute, aber der Großteil hat frei. In meinem Hotel befinden sich Weihnachten nur Freunde und die Familien der Mitarbeiter, das hat Tradition. Wir gehören vielleicht deshalb auch zu einen der wenigen, die im Tourismusgewerbe keine Personalprobleme haben.
Bei der langsamen Fahrt und den tobenden Schneeflocken habe ich Zeit für ein kleines Resümee. Beruflich bin ich erfolgreich, das steht außer Zweifel, aber privat wird es Zeit für eine Veränderung. Meine Eltern erwarten, dass ich mich mit meinem Alter von 35 Jahren endlich binden und ihnen Enkelkinder bescheren sollte. Kein leichtes Unterfangen. Zwischen der Ranch und Banff gibt es kaum eine Singlefrau unter 35 mit der ich noch nicht in der Kiste lag. Alles Eintagsfliegen, mit keiner könnte ich mir mehr vorstellen. Gut die Liste erweitert sich um die vielen Urlaubsflirts, denen der Cowboy und oder der Bergretter imponiert. Ich sehe sau gut aus, vielleicht zu gut, um eine kluge, bodenständige, selbstbewusste Frau an mich zu ziehen. Diese riechen den Braten bereits, wenn ich zur Tür eintrete und unzählige gierige Weiber mir mit ihren Blicken die Klamotten vom Leib reißen und kurze Zeit später an mir hängen wie Kletten. Ich suche mir dann die aus, bei der mein Schwanz die schnellste Reaktion zeigt. Spätestens nach dem Sex schmeiß ich sie raus, meist erinnere ich mich dabei nicht mal mehr an ihren Namen.
Ja, Chris Stan Richardson ist in dieser Hinsicht ein oberflächliches Unikum. Mich hat noch keine weibliche Kreation in den Wahnsinn getrieben, keine bescherte mir schlaflose Nächte mit der Frage: Wie bekomme ich sie dazu mich zu beachten, mich zu mögen oder gar sich in mich zu verlieben?
Mein Leben mag äußerlich traumhaft wirken, aber tief im Inneren fehlt ein Teil, um all das um mich in ein glänzendes Licht zu rücken.
Fünf Meilen, dann bin ich am Ziel und werde wie jedes Jahr heute und morgen Abend durch die Pups ziehen, viel Alkohol trinken und jede Nacht mit einer anderen ins Bett steigen.
Ab morgen dringen durch die Räume des Hotels Weihnachtslieder und es riecht nach Bananenbrot und Apfelwein. Mit den Kindern der Mitarbeiter kommt eine fröhliche Stimmung auf. Sie werden sich Sorgen, ob Santa Claus bei dem Wetter diesen zauberhaften Ort überhaupt erreicht. Keine Angst - ich schmunzle - am Weihnachtsmorgen des 25. Dezembers schneit er sicher ins Hotel und lässt vor allem die Kinderherzen höher schlagen, dafür bin ich persönlich zuständig und das lasse ich mir nicht nehmen. Mein Highlight des Jahres, welches Freude in mein Herz bringt.
Bloody hell, da parkt ein Dodge Grant an dem einzigen Baum weit und breit im Straßengraben. Ich stoppe abrupt und mein RAM rutscht über die vereiste Fahrbahn. Fluchend schnappe ich mir meine dicke Jacke und den Cowboyhut und stapfe durch den wadenhohen Schnee auf der Fahrbahn, um kurz darauf bis zum Becken im Straßenrand zu versinken. Mein Schwanz schrumpft augenblicklich und versteckt sich in mir. Die Jeans nimmt eine starre Form an, minus zwölf Grad hat die Anzeige in meinem RAM angezeigt. Bloody hell, hier ist Blut und der Minivan ist leer, aber der Schlüssel steckt. Auf der Beifahrerseite steht eine Handtasche und der Rücksitz ist mit Koffern bedeckt. Das Auto kenne ich nicht, vermutlich ist es die besagte teuflische Lady von der Dave gesprochen hat, eine weitere Person hat in dem Wagen keinen Platz.
Mit dem Suchscheinwerfer beleuchte ich die Gegend. Die Blutspur führt mich zur Straße, okay, besagte Person hat den Fußmarsch angetreten. Im Schritttempo fahre ich los, bedacht diese menschliche Kreation im Schneegestöber nicht zu übersehen.
Ja, da, da bewegt sich was. Ein zierliches Wesen in Jeans und Wollpullover. Bloody hell, ist sie verrückt! Keine Mütze, keine Jacke und Turnschuhe. Ich halte neben ihr und drücke den Knopf zum Herunterlassen der Seitenscheibe.
„Miss, steigen Sie ein!“ Sie reagiert nicht, würdigt mich keines Blickes. Ihre rechte Hand bedeckt den Großteil ihres blutüberströmten Gesichts und den Rest verkleben die nassen langen Haare. Ich springe wütend in den beschissenen Schneesturm und bringe sie nur zum Stehen, weil ich mich vor ihr aufbäume wie ein Grizzlybär.
Das muss die Lady mit den grünen Augen sein, aus denen das Höllenfeuer funkelt. Ja, sie versprüht eine Hitze, die den Schnee um uns zum Schmelzen bringt.
„Miss, steigen Sie ein, ich bringe Sie in die Notaufnahme.“, sage ich energisch. Öha, das war Zündstoff für das Höllenfeuer, die Flammen lodern mindestens drei Meter über uns.
„Hat man Ihnen nicht gelernt Autos Fremder zu meiden?“, faucht die Lady oder soll ich besser sagen Satan persönlich. Trotz ihres erbärmlichen Anblicks und ihres vor Kälte schlotternden Körpers hat sie Charisma.
Die Lady will sich an mir vorbeidrängen, doch in dem Moment als ich sie an ihrem Oberarm ergreife und zur Vernunft zwingen will, ist das Feuer in ihren Augen erloschen. Kraftlos sinkt ihr Körper gegen meinen Bauch, bloody hell! Sie ist ohnmächtig geworden und meine sündhaft teure, neue Winterjacke ist nun mit ihrem Blut besudelt. Fuck! Nix wie in meinen Wagen, die Lady ist kurz vorm Erfrierungstod. Ich lege ihr meine Jacke um und klopfe vorsichtig ihre eisigen Wangen. „He Lady, wach auf!“ Ah, eine Regung und ein genervtes Stöhnen, der Satan scheint zu erwachen.
Ich steige ein und fahre los, aber zuerst wähle ich die Nummer vom Doc.
„Ian Kumpel, wo bist du?“
„Chris, treibst du dich im Schneesturm rum?“
„Ja und ich habe eine verletzte Lady an Bord, die sagen wir mehr bewusstlos, als bei sich ist.“
„Ich bin in der Klinik, Bereitschaftsdienst, bring sie her.“
Das nächste Telefonat gilt Dave. „Ich habe die teuflische Lady aufgelesen. Ihr Dodge klebt an dem einzigen Baum fünf Meilen vor der Kleinstadt.“
„Ich hätte sie nicht passieren lassen dürfen.“, brummt er, sich selbst Vorwürfe machend, typisch Dave.
Die Lady neben mir rührt sich und streckt mir einen Zettel hin. „Da wohne ich“, flüstert sie.
Soll das etwa eine Aufforderung sein, sie dorthin zu bringen?
„Miss, Sie müssen in eine Klinik, mit Ihrer Kopfverletzung ist nicht zu spaßen.“
Ich beäuge sie von der Seite, sie sieht erschöpft aus, hoffentlich hat sie nur leichte Verletzungen.
Der Satan in ihr erwacht, als sie bemerkt, dass wir vor der Notaufnahme stehen. Sie öffnet die Tür und schleppt sich an meinem RAM entlang, ohne Jacke beeile ich mich sie einzuholen.
„Ich geh da nicht rein“, nuschelt sie unter protestierenden Gebärden. Beim nächsten Wort, welches sie mir entgegen schleudern will, kommt ein Schwall Erbrochenes und da ich sie festhalte, landet die Ladung natürlich auf meinem Hemd. Igitt! Fuck! Noch bevor ich so richtig wütend reagieren kann, sinkt sie erneut in sich zusammen, immerhin kann ich sie nun problemlos zu Ian bringen.
„Hey Kumpel, wer ist das?“, ruft er und kommt mir mit einer fahrbaren Liege entgegen.
„Keine Ahnung, angeblich wohnt sie in Banff, ihr Van ist voll Koffer. Ich beauftrage Will den Wagen morgen abzuschleppen und werde dir dann ihre Handtasche bringen.“ „Gut, dann mal los.“
Ian biegt mit ihr auf der Liege ums Eck.
Meine Aufgabe ist erledigt und trotzdem stehe ich wie
angewurzelt auf dem Flur der Notaufnahme.
Nach drei Telefonaten mit Will von meiner Kfz-Werkstatt, meiner Schwester und meinen Eltern, warte ich auf den Doc. Was ist nur in dich gefahren? Du stinkst nach ihrer Kotze, eher einem schleimigen Etwas. Vermutlich hat die Lady mit den Höllenfeueraugen lange nichts mehr gegessen. Unruhig wandere ich den viel zu hell beleuchteten Gang auf und ab, nerve die Krankenschwestern am Empfang und trinke den dritten Becher Kaffee. Als Bergretter ist unser Job nach der Übergabe in der Klinik erledigt. Wieso wandere ich dann hier auf und ab?
„Chris, du noch hier?“, entgeistert sieht mich Ian an.
„Wie geht es der Lady?“
Ian mustert mich skeptisch. „Deine Freundin? Oder warum wartest du sonst? Dann kannst du mir auch ihren Namen verraten.“
„Ich kenne sie nicht. Kumpel, wie geht es ihr?“
„Ich darf dir keine Auskünfte erteilen.“
Bissig schnappe ich mir seinen Oberarm, unsere Blicke sprechen für sich und Ian gibt nach. „Ein mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma, Platzwunde über dem Auge, die typischen Prellungen vom Gurt und sie ist nicht ansprechbar.“
„Darf ich kurz zu ihr?“ Shit, meine Stimme klingt schrecklich kleinlaut.
„Du bringst mich in Teufelsküche Chris. Ich trage dich sicherheitshalber als Verwandten ein.“

Bloody hell! Wo ist dieser grüne neugierige Satan geblieben? Vor mir liegt ein Skelett mit Haut aus grauem Papier. Fuck!
Mir zieht es mein Herz zusammen, aber warum? Vorsichtig berühre ich mit meinem Zeigefinger ihren Handrücken, die Hand ist immer noch eiskalt.
„Ist ihr kalt?“, wende ich meinen Blick kurz zum Doc.
„Sie liegt auf einer Wärmedecke, komm, lass sie sich ausruhen.“
„Ian, wird sie wieder?“
„Natürlich, ich glaube deine Lady hat schon ganz andere Dinge überstanden“, murrt er mit hochgezogener Augenbraue. Was er damit wohl ausdrücken will?
Etwas erleichtert atme ich durch und werde von meinem Kumpel, dem Doc, in den Flur geschoben.
„Du stinkst, ruhe dich aus und bring morgen bitte ihre Personalien.“
„Danke Ian“, murmle ich beim Gehen.
Die Schneeflocken toben, wie der Teufel durch die Hölle.
Im Hotel angekommen, lasse ich mir ein Bad ein und schicke meine Klamotten und ihre zuvor getragene Kleidung in die Hotelwäscherei. Vielleicht darf sie morgen raus, dann hat sie wenigstens frische Sachen. Bloody hell, was interessiert mich eigentlich dieser Satansbraten?
In der Nacht rufe ich dreimal im Hospital an, ihr Zustand ist unverändert.
Zum Frühstück treffe ich meine Eltern und Cathy, meine nervige Schwester, die ich über alles liebe. Für sie würde ich sogar töten. Ich war fünf als Cathy in meine coole Welt stürzte und verdammt, sie hat immer ihren Willen durchgesetzt. Ihre männlichen Anwärter konnte ich bisher in die Flucht schlagen, das waren durchweg Loser und Cathy nach tage- oder wochenlangen tobsuchtartigen Wutanfälle dankbar für meine Hilfe.
„Wie geht es der fremden Frau?“, erkundigt sich Mom.
„Sie schläft, beziehungsweise ist bewusstlos“, murre ich voller Sorge um sie.
„Wer wird sie sein und was macht sie wohl hier in Banff?“ „Ich hoffe ihre Papiere befinden sich in der Tasche in ihrem Wagen.“
Diesen schleppte Will am frühen Morgen ab, nachdem Dave und sein Trupp die Fahrbahn von den Schneemassen befreit hatten. Den Zettel mit ihrer Adresse habe ich bei mir und Will soll so schnell wie möglich den Minivan reparieren. Die Koffer und die Skiausrüstung eines Profiskifahrers befinden sich jetzt in meinem RAM.
Auf dem Weg in die Klinik schlägt mein Herz aufgeregt, was ist nur mit mir los?
Ihre Handtasche übergebe ich der Stationsschwester und ich suche Ian. „Guten Morgen, wie geht es ihr?“
„Da ist jemand ganz schön erschöpft Kumpel, ihr Körper fordert eine Auszeit.“
„Warum?“ Ian hebt unwissend seine Schultern und weicht einer konkreten Antwort aus.
„Bitte lass mich kurz zu ihr“, flehe ich ihn an.
„Komm am Nachmittag, dann ist die Lady vielleicht wach.“ Diesmal bleibt er standhaft und schickt mich weg.
Ich fahre zu der besagten Adresse. Auf der Rückseite des Zettels steht eine Notiz: Schlüssel liegt unterm Blumentopf links der Tür.
Bloody hell! Wer vermietet diese Bruchbude? Den Schlüssel finde ich schnell, doch die Eingangstür klemmt, eine alte Holztür, die sich durch die Witterung verzogen hat.
Bloody hell! In das Drecksloch kann keiner einziehen. Die Möbel, soweit man das alte Zeug als solches bezeichnen mag, sind mit dicken Staubschichten bedeckt. Auf den Fensterbänken liegt Schnee und die Glasscheiben sind mit Eiskristallen überzogen. Im Winter erliegt man dem Erfrierungstod und im Sommer dem Hitzschlag.
Nein, nicht mal ihre Koffer stelle ich in diesem Loch ab.

Frustriert verbringe ich den Tag ohne mein gewohntes Lächeln im Hotel und arbeite. Kurz vor Einbruch der Nacht bin ich bei ihr und erfahre ihren Namen. Kimberly Lamont, 29 Jahre alt, keine Angehörigen und sie weilt weiterhin in einer fremden Welt.
Bis weit nach Mitternacht sitze ich an ihrem Bett und betrachte ihren Körper. Viel ist nicht zu sehen, ihr linker Arm liegt über dem Laken und ihre Stirn ziert ein Verband. Ich vermisse die funkelnden grünen Äuglein. In ihrem eingefallenen Gesicht ruhen lange, schwarze Wimpern, umrandet von dicken, dunklen Augenringen. Die Nase passt perfekt zu dem ovalen Kopf, eine süße Stupsnase und darunter ein großer Mund mit dünnen Lippen, sie wirken sogar in ihrem schlafenden Zustand noch angespannt. Wenn ich ihren Arm mit meinen Fingern berühre, zuckt ihr linker Mundwinkel.
Ob ich diese sinnlichen hellroten Lippen zum Glühen bringen werde? Natürlich werde ich, es ist mir noch jede Frau erlegen, wenn ich sie wollte. Fuck mein Schwanz regt sich und drückt unangenehm gegen die Jeans.
Zum Abschied hauche ich ihr einen Kuss auf den Wangenknochen und ihr Herzschlag beschleunigt sich am Monitor. „Wach auf Kimberly Lamont“, flüstere ich ihr ins Ohr.
---

Die nächste schlaflose Nacht liegt hinter mir, ich kann diese Lippen nicht vergessen. Sie erinnern mich an die von Julia Roberts und ich will sie auf meinem Körper spüren.
Der Morgen des Christmas Days lenkt mich ab, Santa Claus beschenkt die Kinder und ich verbringe lustige, gesellige Stunden zwischen meinen Mitarbeitern und deren Familien.

Nach einem ausgiebigen Brunch fahre ich zu ihr, Kimberly, der Name passt perfekt zu dem Wesen.
Zielstrebig steuere ich ihr Zimmer an und es ist leer. Sofort stockt das Blut in meinen Adern, mir wird schwindelig und aus der Ferne höre ich die Schwester. „Hallo Chris, die Patientin hat sich vor einer Stunde, nach einem Streit mit dem leitenden Arzt, selbst entlassen.“ Langsam fließt das Blut weiter und ich bekomme wieder Luft. „Sie hat was?“ Gestern Nacht lag sie mehr tot als lebendig vor mir und jetzt rennt sie in der eisigen Kälte draußen allein rum.
„Sie war sehr unvernünftig, sie ist aufgewacht, hat ihre Sachen verlangt, ihre medizinische Akte gelesen und sich selbst entlassen. Ich bin gespannt, wann sie erneut eingeliefert wird, in dem Zustand kommt sie nicht weit.“ „Was bedeutet das?“, frage ich verunsichert und stotternd. Bloody hell! Wieso bringt diese, nicht mal anwesende Lady mich dermaßen aus der Fassung?
„Sie benötigt Bettruhe, mindestens drei Tage, absolute Bettruhe!“

Mein erster Gedanke bringt mich zu der verdreckten Bude, der Schlüssel liegt nicht mehr unterm Blumentopf, also ist Kimberly da drin.
Ruhig durchatmen Chris, ein Cowboy ist selten gelassen, ich gehöre definitiv zu den schnell explodierenden, das betrifft meine Stimme und auch meine Fäuste, eben mein ganzes Wesen.

Ich klopfe, erst leise, dann lauter und rufe ihren Namen, keine Reaktion. Die Eisblumen verhindern einen Blick ins Innere, mir bleibt also nur der eine Weg, die Tür einzutreten. Ein einziger Hieb mit meiner Schulter genügt und das Ding namens Eingangstür springt knarrend auf. Ich vernehme ein Stöhnen aus dem Raum mit dem Bett.
„Bloody hell! Bist du von allen Geistern verlassen?“, schreie ich sie an.
Kimberly liegt zusammengerollt unter den verstaubten Decken im Bett, ihre Lippen sind bläulich verfärbt, aber die grünen Augen funkeln bitter bös.
„Raus, das ist meine Wohnung du turkey!“ Sie wickelt sich aus der Decke, hält stöhnend ihre Hände gegen die Schläfen und springt mich an. „Verschwinde Drecksack, sonst zeige ich dich an!“ Satan ist auferstanden…
Sie schießt mit verdammt unverschämten und obszönen Ausdrücken um sich. Der Teufel ist also ein faszinierendes Geschöpf mit den sinnlichsten, feuersprühenden Augen, die mir jemals begegnet sind.
„Bloody hell!“, stoße ich, relativ unbeeindruckt von ihren Beleidigungen, aus. Lang hält sie das Temperament nicht mehr durch, dann werden sie die Kräfte verlassen.
„Also Lady, du bist krank, gehörst in ein warmes, weiches Bett und nicht in das verdreckte Loch, da hätte ich dich auch auf dem Highway zurücklassen können.“
„Hättest du mal lieber!“, spuckt sie mich an.
„Nein, weil ich kein Unmensch bin, ich habe einen Eid geschworen, Menschen in Not zu retten.“
Der Satan verliert an Kraft und wird ruhiger. „Du bist Arzt?“
„Nein, ich gehöre zum Rescue Team.“
„Ah, dann lass mich in Ruhe, ich muss weder gesucht noch gerettet werden. Verschwinde endlich!“ Mit letzter Kraft geht sie zum Bett und setzt sich nieder.
„Du kannst wählen, entweder zurück ins Krankenhaus, denn dort gehörst du in deinem Zustand hin, oder wenn du dich da nicht wohl fühlst, kannst du mit ins Hotel kommen. Hierbleiben ist keine Option!“
Das Feuer in ihren Augen verliert an Intensität und sie legt ihren Kopf in ihre Hände. Vermutlich hat sie starke Kopfschmerzen.
„Was kostet das Hotelzimmer?“
Sie ist einsichtig, ein erster Schritt in die richtige Richtung.
„Ich lade dich ein, es gehört meiner Familie.“
„Zahlen oder verschwinde turkey!“
„Bloody hell! Du kannst es dir in deinem Zustand nicht leisten störrisch zu sein.“
„Wo sind meine Koffer?“
„Im Hotel oder glaubst du, ich hätte sie dir in diese Bruchbude gebracht?“ Kimberly antwortet nicht und presst ihre Handflächen stärker gegen die Schläfen.
Ohne abzuwarten, zerre ich sie hinter mir her, schnappe nach ihrer Handtasche und lege ihr meine Jacke um.
„Nur bis morgen“, kommt genuschelt über ihre Lippen.
„Bis du gesund bist und eine vernünftige Bleibe gefunden hast.“
Sie hat zwar Luft geholt, um mir erneut zu widersprechen, aber es kam kein Ton aus ihr.




Bewertungen
Bitte logge dich ein, um eine Bewertung abzugeben.

Es wurden noch keine Bewertungen abgegeben.