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Buchvorstellung "Chains of innocent souls"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  14-07-2019 15:00 14-07-2019 15:00 938  Gelesen 938 Gelesen
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"Chain of innocent souls" Ein Fantasy-Roman von Patrizia Rodacki.



Eigentlich ist Ayla keine Heldin. Um ehrlich zu sein, ist sie eine ahnungslose Schulschwänzerin der Hochschule in ihrer Region, Chires. Sie führt ein sorgloses Leben als gewöhnliche Kriegsschülerin, aber das auch nur bis zu diesem einen bestimmten Tag. Dem Tag, an dem die Dämonenengel der Dämmerung zurückkehrten, von denen Ayla glaubte, dass diese bereits seit vielen Jahren nicht einmal mehr existieren würden.
Recht schnell findet sie dabei heraus, dass gerade sie die Retterin ist. Dazu auserwählt, die Dämonenengel mithilfe eines geheimnisvollen Seelengefäßes zu zerstören und ihre Welt Warwood zu retten. Es ist ihre Mission, ihr Schicksal. Unbeabsichtigt stürzt sie sich in Angelegenheiten feindlicher Stämme und verliert dabei nahezu alles.
Und das nur, um die Dämonenengel der Dämmerung endlich zu vernichten. Bis sie irgendwann den wirklichen Grund ihrer Mission erfährt ...



Leseprobe:



Prolog

Ein einsamer und verlassener Ort.
Ein Ort, der weit von Aylas Heimat entfernt und eigentlich unerreichbar war. Heute bereute sie hier zu sein. Nach diesem ewigen Zeitraum, der sich bis ins Unendliche erstreckte, konnte sie sich immer noch nicht mit ihrem Schicksal abfinden. Früher hatte sie nach Abenteuern gestrebt. Jetzt hatte sie ihr Abenteuer, das einem schlecht geskriptetem Albtraum glich. Ayla hätte es nie für möglich gehalten und dennoch ließ sie sich auf ein Deathmatch ein.
Die brutalste Form eines Schwertkampfes, die ihr in ganz Warwood bekannt war. Sie hatte sich immer gesagt, sie würde nicht denselben Fehler begehen wie ihr Vater zu seiner Zeit und doch hatte sie eine herzlose und kalte Kriegerin herausgefordert, um ihre Mission erfüllen zu können. Eine Kriegerin, die Ayla mit einer Mischung aus Hass und Verachtung anblickte. Eine Kriegerin, die ihr vieles genommen hatte.
Ayla stand am Rand der Schlucht, ein angenehmer kühler Wind wehte ihr durchs Haar. Zu lange war sie schon in Phenix, dem Gebiet des Feuerstammes gewesen. Hier hatte sich ihr Leben in eine ständige Flucht verwandelt. Sie wurde in Phenix verachtet und gnadenlos verfolgt wie eine Verbrecherin. Ayla aber war keine Verbrecherin, höchstens eine Schulschwänzerin in ihrem alten Leben. Ihr Blick blieb auf der glänzenden Oberfläche der scharfen Klinge ihres Schwertes haften. Sie konnte nichts weiter, bis auf eine verschwommene Spiegelung von sich selbst, darin erkennen. Ayla war einsam. Sie war zwar jetzt auf sich allein gestellt, aber das war nicht immer so gewesen. Ayla sah seufzend auf ihren Anhänger hinunter.
Auf diese blaue Flamme, die in dem Gefäß ihrer Kette flackerte. In Augenblicken wie diesen stellte sich Ayla vor, wie es wohl gewesen wäre, hätte sie sich nicht über die Grenze getraut und ihr friedliches Leben aus dem Gleichgewicht gebracht. Wie ihr Leben wohl ohne diese unbegreifliche Macht und ihr elendes Schicksal als Retterin aussehen würde? Ayla sah es noch glasklar vor sich, ihr altes unkompliziertes Leben, in welchem sie eines frühen Morgens einmal wieder die Hochschule schwänzte. So detailliert erinnerte sie sich daran, als ob es gestern gewesen wäre ...


Auszug aus einem späteren Kapitel

Sie hatten es getan. Sie waren hinter der Grenze.
Auf dem Gebiet eines anderen Stammes, der ihnen feindselig gegenüberstehen würde. In einer trostlosen und abgelegenen Gegend, in der irgendetwas einfach nicht stimmte. Hier würden sie für eine längere Zeit zurechtkommen müssen.
Eine gewisse Zeit lang ritten sie durch eine beängstigende Stille. Sie hörten lediglich das Klappern der Hufe ihrer Pferde. Sie bewegten sich durch eine riesige Ebene, in der nichts existierte. Hier wuchs nicht einmal ein kleiner Dornenstrauch. Eine vernebelte Einöde, die kein Ende nehmen wollte. Nach einiger Zeit stach ihnen ein Umriss von etwas Seltsamem in die Augen, das sie nicht zuordnen konnten. Xanura ritt mit einem unguten Gefühl darauf zu, ihre Mitstreiter folgten ihr. Sie zog verängstigt ihr Pferd zurück, als sie zwei leblose und mit Blut besudelte Körper erkannte. Verstümmelte Leichen, bei denen man an einigen Stellen nur Knochen statt Haut sehen konnte. Ein widerlicher Anblick. Die Kriegerin konnte nicht genau sagen, wie lange sie schon hier lagen. Sie bemerkte, dass das in der Vergangenheit zwei kleine Mädchen gewesen sein mussten, die sie nicht älter als auf sechs Jahre schätzte. Es verschreckte Xanura nur noch mehr, als sie ein spitzes Schwert in der Brust eines der Mädchen erkannte.
„Das muss ein gezielter Angriff gewesen sein“, stellte sie beunruhigt fest.
Xanura fiel ein eingeritzter Satz auf, als sie den Arm eines der Mädchengenauer betrachtete. Zunächst konnte die Kriegerin ihn kaum entschlüsseln, weil sie glaubte, dass es Caynaa war. Er schien aber in irgendeiner anderen alten Sprache geschrieben zu sein ... Wer tat so etwas? Ayla hatte keine Schwierigkeiten beim Übersetzen. Sie wünschte, sie hätte diese gehabt. Ihr lief es eiskalt den Rücken hinunter, schon bei der ersten Hälfte dieses Satzes.
„Sie haben nicht nach meinen Regeln gespielt ... was ist mit dir?“, las Ayla mit leiser, brüchiger Stimme, sodass Deywor sie unbeabsichtigt verstand.
Xanura wiederholte diesen Satz einige Sekunden später, und Deywor erweckte fast schon den Eindruck, dass Ayla ihn ein wenig beeindruckt hatte.
„Unfassbar. Du verstehst ja doch etwas von alten Sprachen. Bei genau dieser Sprache hatten sogar einige Schüler aus meinem alten Rang Probleme.“
„Aus dem A-Rang? Wie das denn?“
„Nicht, dass ich welche gehabt hätte“, fügte er noch schnell hinzu.
„Gewiss doch“, meinte Ayla ausweichend. Sie hasste Konversationen mit Deywor. Erst recht, wenn diese länger andauerten. Zumindest hatte er sie ein klein wenig abgelenkt. Ayla fand es immer noch abstoßend. Sie war nicht alleine. Dougess tat sich auch schwer; sie blinzelte Ayla verängstigt an.
„Wir müssen weiter. Hier können wir nicht bleiben. Na los“, drängte Xanura ungeduldig.
„Aber-“
„Aber was? Sie sind tot. Was willst du da noch machen?“
Dougess wollte widersprechen, sah aber schnell ein, dass es keinen Sinn hatte.
Sie ließen diesen grausamen Ort hinter sich. In Xanura keimte die Befürchtung auf, dass es in der Region des Windstammes definitiv nicht mit rechten Dingen zuging und sie die Nächsten sein könnten.
Dieses verlassene Gebiet wollte kein Ende nehmen.
Das Einzige, was ins Auge stach, war ein kaum erkennbarer verschwommener Umriss. Vermutlich ein weiteres halb verfallenes Haus. Je näher sie kamen, desto unwohler wurde es ihnen. Etwas sagte ihnen, sie sollten einfach nicht hier sein. Ayla zog dieses Haus in der weiten Ferne magnetisch an. Sie konnte es nicht erklären, sie musste jetzt dorthin reiten. Ihre Neugier war zu stark; sie wollte diese stillen. Sie nutzte die mangelnde Aufmerksamkeit ihrer Mitstreiter, um sich aus dem Staub zu machen. Sie drehte sich nicht um, richtete ihren Blick auf das Gebäude und vergaß einen kurzen Moment, was sie hier tat. Erinnerte sich nicht mehr daran, dass sie vorsichtiger sein sollten. Ayla stand direkt davor, es ging schneller, als sie es vermutet hatte. Eine halbwegs gut erhaltene kleine Holzscheune mit einer kleinen Öffnung ganz oben links, in der vor Jahren vermutlich ein Fenster montiert war, und eingedellten Brettern, von denen einige zerbrochen am Boden verstreut lagen. Um sie herum wuchsen vertrocknete Grasbüschel, unter diesen einige dieser speziellen essbaren Kräuter und kleinere Sträucher. Direkt vor ihr eine weit aufgerissene Tür. Die Scheune umgab diese beklemmende Stille, an die Ayla sich bereits gewöhnt hatte. Sie schien verlassen zu sein.
„Kein schlechtes Lager für die Nacht“, dachte sich Ayla zufrieden und war schon von ihrem Pferd abgestiegen, um sorglos durch die Tür zu marschieren.
„Was machst du denn da!? Du kannst da doch nicht einfach so hineinplatzen!“, meinte Xanura ein wenig beunruhigt, die wie aus dem Nichts mit den anderen hinter Ayla stand.
Ohne sich weitere Gedanken zu machen, fuhr Ayla sanft mit einer Hand am verkratzten Holz neben der Tür entlang und wollte in der Dunkelheit des Raumes verschwinden. Xanura wartete einen Augenblick ab. Sie hoffte inständig, dass die unachtsame Kriegsschülerin wieder zur Vernunft kommen würde und unterdrückte einen tiefen Seufzer. Sie folgte Ayla mit Dougess und Deywor, begleitet von einer bösen Vorahnung. Ihr Blick verlor sich in einem Meer aus Schatten. Ein kleiner schwammiger Lichtstrahl, der von der Decke auf eine bestimmte Stelle des Bodens schien, war alles, was sie zur Orientierung hatten. An dieser Stelle befand sich ein verschmierter Fleck mit einem fast schon zu intensiven Geruch. Es war Blut, dunkles, angetrocknetes Blut. Ein lauter Knall hinter ihnen! Auf einen Schlag fiel die Tür zu. Deywor stürmte auf sie zu, prallte dagegen und versuchte sie verärgert mit seiner ganzen Kraft aufzureißen.
„Geh auf!“, brüllte er und schlug weiter dagegen, in der Hoffnung, es würde etwas mehr bringen als nur weitere Dellen im Holz. In Wirklichkeit tat er sich dabei nur selbst weh. Seine Hand war innerhalb kürzester Zeit angeschwollen.
„Lass gut sein ... es ... es macht keinen Sinn“, redete Dougess mit ruhiger Stimme auf ihn ein und legte sanft ihre Hand auf seine Schulter. Sie würde nicht nachlassen, ehe er sich beruhigt hatte. Gewöhnlich hätte Deywor diese seine Schulter liebevoll umklammernde Hand abgeschüttelt. Er ließ es sein. Es störte ihn nicht besonders. Er wollte nur raus hier. Die Tür würde aber nicht aufspringen. Sie saßen hier fest, es gab kein Entkommen. Sie waren in der Falle.

Leicht verzerrtes Gelächter dröhnte durch den Raum.
Eine ins Auge stechende, immer näher rückende Silhouette, die sich langsam, aber sicher nach vorne schlich, bis sie direkt vor den verwischten Blutspuren stand. Es war ein auf den ersten Blick ziemlich harmlos wirkendes, bildschönes, schlankes, älter wirkendes Mädchen mit langen, glatten, schwarzen Haaren, so dass seine an manchen Stellen zerrissene und durchlöcherte Kleidung gar nicht mal so auffiel. In seiner linken Hand ein spitzes Messer und in den blutroten Augen ein unheimliches Funkeln. Ein Drang nach mehr Blut.
„Es könnte euer schlimmster Albtraum werden. Etwas, was ihr euch so gar nicht vorstellen könnt“, sagte es mit einem Lächeln, das nahezu übertrieben herzlich wirkte. In Wahrheit war es nicht so gemeint; es war eiskalt.
„Was wird das? Lass uns hier raus!“, schrie Dougess es angsterfüllt an.
„Das hängt schon ganz von euch ab. Ich werde euch erst hier rauslassen, wenn ihr schwört, ab diesem Zeitpunkt genau das zu tun, was ich von euch verlange.“
„Was willst du von uns? Lass uns gehen!“, verlangte Xanura von dem Mädchen.
Auf einmal verschwand das Mädchen wieder, seine Stimme schallte weiterhin aus allen Richtungen durch die stockfinstere Scheune.
„Ich brauche Hilfe. Wollt ihr sie mir wirklich vorenthalten? Vielleicht wollt ihr doch so lange hier eingesperrt bleiben, bis ihr komplett durchdreht und den Verstand verliert? Ich würde es mir witzig vorstellen, ihr nicht auch?“ Es lachte wieder.
„Wir suchen keinen Ärger. Wäre es nicht unbedingt notwendig, wären wir nicht in dieses Gebiet gekommen“, versuchte Xanura ihr einzureden.
„Wäre es nicht unbedingt notwendig, würde ich euch nicht zu so etwas Lebensgefährlichem zwingen ... es muss sein. Versprecht nur, mir zu helfen. Gebt mir euer Wort und wir werden anders reden. Ich kann es euch versichern.“