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Buchvorstellung "Ein Sommer mit Jano"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  19-07-2019 20:00 19-07-2019 20:00 488  Gelesen 488 Gelesen
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"Ein Sommer mit Jano" Ein Liebesroman für Jugendliche von Sam Nolan.



Lange Zeit hat er die Fassade des beliebten, coolen und arroganten Schülers aufrechterhalten können. Bis ein einziger Abend plötzlich alles verändert.

Der siebzehnjährige Tristan ist einer der beliebtesten Jungen der Schule, Schulsprecher und auf jede angesagte Party eingeladen. Er hat alles, was sich ein Teenager in seinem Alter wünschen könnte, und doch ist er alles andere als glücklich. Ungeoutet versucht er, seinen Freunden mit Lügen zu imponieren. Als sein Geheimnis jedoch ungewollt ans Tageslicht kommt, ist nichts mehr, wie es einmal war.

Von seinen Freunden im Stich gelassen und nach einer Aktion, die bei seinen Eltern das Fass zum Überlaufen bringt, landet er in einem Familienurlaub, von dem er alles andere als begeistert ist. Genervt von seinem Bruder, gibt er seinen Eltern unmissverständlich zu verstehen, was er von der ganzen Geschichte hält. Doch er hat nicht mit dem neunzehnjährigen Jano gerechnet, der ihm vom ersten Moment an den Kopf verdreht.

Die beiden erleben drei Wochen voller Schmerz, Glück und vor allem Liebe.

Aber kann Jano es am Ende tatsächlich schaffen, Tristan davon zu überzeugen, zu sich und seinen Gefühlen zu stehen?



Leseprobe:



Prolog

Tristan

Wisst ihr, wie cool es ist, der beliebteste Junge der Schule zu sein?
Wisst ihr, wie es ist, wenn einen alle bewundern, mögen und sie alles dafür tun würden, mit dir befreundet zu sein?
Wisst ihr, wie es ist, wenn dir alle Mädchen zu Füßen liegen und du nur mit den Fingern schnipsen musst, um eine in deinem Bett zu haben?
So ergeht es mir, Tristan, 17 Jahre alt, Schüler der 10. Klasse am Bertha von Suttner Gymnasium in Bremen und jahrelanger Schulsprecher. Meine Jungs und ich gehören zu den beliebtesten Jungs der Schule, sind auf jeder gottverdammten Party eingeladen und werden behandelt wie Könige. Wenn man es von außen betrachtet, könnte mein Leben nicht besser laufen. Gäbe es da nicht ein klitzekleines, verdammtes Problem.
Wisst ihr nämlich, was ganz und gar nicht cool ist?
Wenn man der, der man ist, gar nicht sein möchte. Wenn man sich verstellen muss, weil man weiß, dass man dann seinen Status als beliebtester Junge der Schule sofort verlieren würde. Weil man weiß, dass das Geheimnis, das du in dir trägst, alles, wirklich alles in deinem bisherigen Leben verändern würde, sobald es ans Tageslicht kommt. Ich habe dieses Problem seit gut zwei Jahren, seit ich zum ersten Mal beim Fußball unter der Dusche einen Ständer bekam, als ich unseren Torwart dabei beobachtet habe, wie er sich ausgezogen hat. Seitdem spiele ich keinen Fußball mehr und vermeide es auch sonst, mich in Gegenwart anderer Jungs auszuziehen oder ihnen dabei zuzusehen. Ja, ich bin schwul, das weiß ich, aber ich habe es nie jemandem erzählt. Warum? Weil es hier nicht hingehört. Weil meine Freunde homophobe Idioten sind, die meinesgleichen bei jeder Gelegenheit fertigmachen und demütigen. Also halte ich lieber versteckt, wer ich bin, bevor ich so ende wie Daniel, der einsame Typ aus der 11a, der kein Geheimnis daraus macht, dass er schwul ist, aber eben auch darunter leiden muss. Jedes Mal, wenn wir dabei sind, ihn zu beleidigen und seine Schultasche in den Müll zu werfen, möchte ich schreien und ihnen sagen, dass sie damit aufhören sollen, aber ich kann nicht. Ich bin ein feiger Wichser, der sich hinter einer Maske versteckt, die so fest sitzt, dass ich all das, was ich erzähle, selbst glaube. Die Geschichten über die vielen Mädchen, die ich außerhalb der Schule flachlege, zum Beispiel. In Wahrheit hatte ich nämlich noch nicht ein einziges. Ich hatte in meinem relativ kurzen Leben ja nicht einmal Sex.
Also wenn man es genau betrachtet: Mehr Arschloch als ich geht schon fast gar nicht.
„Tristan!“ Ich sehe auf und stelle die leere Flasche Bier unbedacht auf dem Kaminsims ab, bevor ich meine Aufmerksamkeit Jonas schenke. Er kommt aus gut ein paar Metern auf mich zugelaufen, wenn man das, was er da tut, überhaupt noch laufen nennen kann. Wer weiß schon, wie viel Alkohol er bereits intus hat. „Hier, ich hab dir direkt noch eins mitgebracht!“ Kurz bevor er bei mir ankommt, stolpert er über irgendeinen Typen, der, so besoffen wie er ist, auf dem Boden liegt und kurz davor ist, den teuren Designerteppich vollzukotzen. Jonas lacht auf. „Scheiße, Alter, was hat der denn genommen?!“
Ich zucke mit den Schultern. „Keine Ahnung, aber so wie du aussiehst, solltest du aufpassen, dass du nicht in gut einer Stunde neben ihm liegst.“ Dann lache ich ebenfalls, obwohl mir der ganze Scheiß hier echt zuwider ist. Ich gehe gerne auf Partys und betrinke mich auch. Wenn das Ganze aber diese Ausmaße annimmt, bin ich raus. „Wo sind eigentlich Alex und Mike? Die habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen.“
„Ach, Alex vögelt irgendeine von diesen merkwürdigen Tussis im Garten. Steht wohl auf Zuschauer“, erklärt er mir grölend und zuckt anschließend ebenfalls mit den Schultern. „Und Mike …“ Dann schaut er sich um. „Den habe ich doch gerade noch irgendwo gesehen. Ah, da kommt er doch!“
Ich sehe in die Richtung, in die Jonas sieht und entdecke Mike auf Anhieb. In der rechten Hand hält er ebenfalls eine Flasche Bier und prostet uns zu. Auch ich hebe die Flasche. „Alter, Tristan, hast du Chantal gesehen? Die trägt heute so einen verdammt kurzen Minirock, da zuckt mein Schwanz schon beim Hinsehen.“
Während er sich zu uns stellt, stoßen wir mit den Flaschen an. „Ich habe sie bisher noch nicht zu Gesicht bekommen, aber sie ist ja sowieso eine der schärfsten Weiber, die mir je untergekommen ist. Hast du ihre Titten gesehen? Gestern in der Schule dachte ich, die springen ihr gleich aus dem Ausschnitt.“
Ich hasse es so, abfällig über Mädchen zu reden, die wir im Grunde nur auf ihr Äußeres reduzieren. Bei uns zählt kein Köpfchen, kein schönes Lächeln oder funkelnde Augen. Hauptsache sie haben einen geilen Arsch und größere Brüste als jede Pornodarstellerin.
„Mir ist sie im Garten begegnet, als sie sich mit einer Freundin unterhalten hat. Und weißt du, was das Geilste ist, Alter?“ Er legt den Arm um meine Schulter und rückt mit dem Kopf direkt neben meinen. „Ich habe gehört, wie sie zu der Rothaarigen gesagt hat, dass sie total scharf auf dich ist und alles daran setzen wird, dass du sie heute flachlegst. Ey weißt du, was das heißt? Du wirst heute den geilsten Fick deines Lebens haben, Alter. Und du musst mir jedes Detail davon erzählen.“
Ich antworte ihm nicht, leere stattdessen mein Bier auf ex und blicke in Richtung Terrassentür, in der Hoffnung, dass Blondie heute niemals durch diese kommen wird. Diese Frau wäre nicht einmal mein Typ, wäre ich zu einhundert Prozent hetero. Ich hasse solche Weiber. Mit ihren High Heels, den kurzen Röcken und dem langen blonden Haar, das sie nach hinten schwingen, wenn sie uns Jungs arrogant imponieren möchten. Und Chantal ist da noch einmal ein besonderes Exemplar. Sie hält sich für das schönste und intelligenteste Mädchen der ganzen Schule. Dabei ist sie nur … na ja.
„Was ist, überlegst du, wie du es am besten anstellst?“, fragt Jonas und grinst breit. „Also, von mir aus können wir tauschen. Ich bin seit Ewigkeiten hinter ihr her.“
Noch bevor ich antworten kann, schlägt Mike mir mit der flachen Hand auf den Brustkorb. Mir bleibt für einen kurzen Moment die Luft weg. „Sag mal, hast du zugehört?“, fragt er Jonas genervt. „Die Alte steht auf Tristan und nicht auf einen Lutscher wie dich!“
„Na, aber wenn er sie doch nicht will!“
„Als ob er die nicht will!“, erwidert Mike und schnauft auf. Ich fühle mich wie ein dummer Junge, der keinen eigenen Willen hat. Sagen, dass ich sie in der Tat nicht möchte, kann ich aber auch nicht. „Wir sind alle scharf auf sie, aber sie lässt eben nicht jeden ran.“ Nein, nur 98 Prozent der Schule. Aber das ist wohl nicht jeder, was? „Alter, guck, da kommt sie! Sieh dir diese geilen Titten an. Meine Fresse, da braucht sie ja fast einen Waffenschein für.“
Wenn der Kerl jetzt noch einmal das Wort Alter oder Geil benutzt, haue ich ihm definitiv auf seine Fresse. „Ey, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist“, stottere ich schon fast, als ich merke, dass sie wirklich auf uns zugeht. Mein Arsch geht mir auf Grundeis. Ich kann doch nicht mit ihr schlafen! „Ich hab ja nicht einmal Kondome dabei.“
„Ey, was bist du? Ein Anfänger?“ Mike schüttelt den Kopf, kramt in seiner Hosentasche und drückt mir anschließend ein Kondom in die Hand. Na super, der Versuch, mich aus der Affäre zu ziehen, ist ja mal richtig in die Hose gegangen. „Und jetzt sieh zu, dass du die Alte vögelst. Die ist doch schon ganz feucht zwischen den Beinen.“
Bei dem Gedanken daran ekelt es mich. Ich möchte mir das gar nicht vorstellen. Ebenso wenig, wie sie ihre Beine für mich breitmacht und ich … „Lasst mich wenigstens vorher ins Bad, ich …“
Ich möchte mich umdrehen, weglaufen oder im Erdboden versinken, doch die beiden Vollidioten strecken beide gleichzeitig ihre Arme aus, um mich aufzuhalten. Kurz darauf steht die Barbie vor mir und lächelt mich mit ihrem roten Schmollmund an. „Hey, Tristan“, sagt sie mit piepsiger Stimme und dreht eine ihrer Locken um ihren Zeigefinger. „Gut siehst du aus. Richtig … sexy.“ Sie beißt sich auf die Unterlippe, bevor sie die andere Hand an mein T-Shirt legt und in dieses hineingreift. Ihre Fingerspitzen fahren über meinen Bauch. Das darf doch alles nicht mehr wahr sein.
„Du siehst auch toll aus, Chantal“, antworte ich dennoch und setze ein Lächeln auf. Wenn ich jetzt einen Rückzieher mache, habe ich bei den Jungs verloren. „Das Oberteil steht dir wirklich gut.“
Anstatt mir zu antworten, beugt sie sich vor und legt ihre vollen Lippen direkt an mein Ohr. Ihre flache Hand liegt weiterhin auf meinem Oberkörper und ich schließe kurz die Augen, um nicht vollkommen den Verstand zu verlieren. Nicht, weil mich das alles hier anmacht, sondern weil ich kurz davor bin, in die Welt hinauszuschreien, dass ich keine Lust auf sie habe. „Wenn du willst, kann das, was sich darunter befindet, gleich dir gehören“, flüstert sie leise, dennoch nicht leise genug, denn Jonas und Mike neben mir bekommen jedes einzelne Wort mit. Ihre begeisterten Laute werden auch allen anderen nicht entgehen. „Komm schon, Tristan, begleite mich auf mein Zimmer und ich verspreche dir den Blowjob deines Lebens.“
Einen Blowjob. Eine wahnsinnig geile Vorstellung. Wenn nicht sie, sondern unser heißer Nachbar vor mir knien würde. Oder Cristiano Ronaldo. Oder … Aber doch nicht sie! „Chantal, das …“ Ich möchte etwas sagen. Irgendetwas, um diesen One-Night-Stand zu verschieben, beziehungsweise, ihn komplett zu streichen. Doch noch bevor die Worte meinen Mund verlassen, legt sie mir ihren Finger auf die Lippen. „Sag nichts. Lass uns nach oben gehen. Komm.“
Sie löst sich von mir, greift nach meiner rechten Hand und zieht mich hinter sich her. Ich vernehme Jonas‘ Pfiffe und Mikes dumme Sprüche, doch die sind nicht einmal ansatzweise so schlimm, wie das, was ich in diesem Moment fühle. Bisher konnte ich solche Situationen vermeiden. Ich habe den Jungs erzählt, dass ich mit keinem Mädchen von der Schule schlafe, weil ich auf ältere und richtige Frauen stehe. Sie haben es mir immer abgekauft, was hier und jetzt aber passiert ist, kann ich selbst noch nicht so ganz begreifen. Wieso habe ich mir nicht schnell irgendeine dumme Ausrede einfallen lassen? Warum lasse ich mich von ihr aufs Zimmer zerren und ausliefern? Ich muss dringend etwas tun. Am besten ich reiße mich ein einziges Mal zusammen und mache das, was man von mir erwartet. Das kann doch nicht so schwer sein, oder? Ich muss an einen geilen Typen mit Sixpack, Muskeln und hartem Schwanz denken und dann … Oh fuck! Ich bin so was von geliefert!
„Und? Gefällt es dir hier?“ Chantal betritt ihr Zimmer, nachdem sie die Tür hinter mir verschlossen hat und wendet mir zunächst den Rücken zu. Mein Herz pocht mittlerweile so stark gegen meine Brust, dass es fast wehtut und mein Atem geht so unregelmäßig, dass es ihr garantiert auffallen muss. Und ich wünsche, ich könnte sagen, dass das wegen ihr der Fall ist. „Ich habe es ganz allein eingerichtet.“
Nervös sehe ich mich um. Es ist ein Traum in Rosa, wie man ihn sonst vermutlich bei kleinen Mädchen vorfinden würde. Aber wie gesagt, sie ist eben anders. „Ja, das … du hast wirklich einen sehr guten Geschmack“, presse ich hervor, woraufhin sie sich umdreht.
Ein wissendes, berechenbares Grinsen liegt auf ihren Lippen. „Aber natürlich habe ich das“, erwidert sie und kommt auf mich zu. Als sie direkt vor mir stehen bleibt, legt sie ihre Hände auf meinen Oberkörper. „Ich stehe ja auch auf dich. Das soll doch wohl etwas heißen, oder nicht?“ Ihre Hände wandern an meinen Hals, bevor ihre künstlichen Fingernägel über meine Lippen fahren. „Du glaubst ja gar nicht, wie oft ich mir heute bereits gewünscht habe, deinen Schwanz in meinen Mund zu nehmen. Das wird der Wahnsinn, glaube mir.“
Während sie mit mir spricht, sieht sie mir mit ihren blauen Augen in meine und beißt sich – vermutlich in der Meinung, es würde mich anmachen – auf die Unterlippe. Dabei legt sie ihre Hände an meine Jeans und öffnet geschickt die Knöpfe. Ich fühle mich wie gelähmt, habe aber ununterbrochen im Hinterkopf, dass ich jetzt keinen Rückzieher mehr machen darf. Ich lasse mir jetzt einen blasen und dann verschwinde ich wieder. So kann ich den Jungs erzählen, wie geschickt sie mit ihren Lippen ist und alle sind zufrieden.
Ganz genau, so mache ich das!
Doch als sie langsam vor mir auf die Knie geht und dabei meinen Schwanz freilegt, weiß ich, dass jeder Plan, den ich jetzt schmiede, nach hinten losgehen wird. Auch, als sie beginnt, an dem schlaffen Etwas zwischen meinen Beinen zu saugen und daran zu lecken, regt sich nichts. Rein gar nichts. Nicht einmal die Gedanken an einen der Pornos, die ich die letzten Tage gesehen habe, hilft mir dabei, eine Erektion zu bekommen. Ich kann die Augen schließen und mir vorstellen, vor mir sitzt einer der heißesten Typen der Stadt. Es hilft nichts. Rein gar nichts.
„Oh, fuck!“, sage ich genervt, lege den Kopf in den Nacken und seufze auf. Scheiße, Mann! Was mache ich denn jetzt?
„Sag mal, ist das dein verdammter Ernst?!“ Chantal lässt von mir ab und steht auf, während ich automatisch ein paar Schritte nach hinten gehe und meine Hose schließe. Ich weiß nicht, wie ich sie gerade ansehe, aber ich weiß, dass mir die Worte fehlen, um ihr zu erklären, was hier passiert ist. Aber was soll ich auch sagen? Dass ich sie nicht attraktiv finde? Das würde für mich dasselbe bedeuten wie die Worte: Ich bin schwul. „Was ist los mit dir? Bist du schwul, oder was? Oder bist du Wichser impotent? Ich glaube es ja nicht!“
„Chantal, das … ich kann dir das erklären, ich … das liegt am Alkohol. Wir könnten uns morgen noch mal treffen und dann …“
„Und dann was? Dann wirfst du eine blaue Pille ein, um einen hochzubekommen? Vergiss es!“ Sie schüttelt den Kopf und wirft ihre Haare nach hinten, bevor sie an mir vorbei zur Tür geht. Noch bevor sie diese öffnen kann, halte ich ihr Handgelenk fest. „Was soll das, Schwuchtel?“, fragt sie gehässig und sieht mich von oben bis unten an. „Lass mich gefälligst los!“ Und entreißt mir förmlich ihren Arm. „Eins schwöre ich dir, mein Lieber.“ Dann dreht sie sich zu mir um. „Niemand, wirklich niemand, hat es je abgelehnt, mit mir zu schlafen oder es sich von mir besorgen zu lassen. Also entweder hat dein kleiner Freund da unten ein Problem oder du kleiner Schlappschwanz stehst tatsächlich auf Männerärsche. Vielleicht auf den von Alex? Oder doch von Mike? Hm, es wäre interessant herauszufinden, wie die beiden darauf reagieren, findest du nicht?“
„Hör auf damit, das kannst du nicht machen!“, sage ich schnell, doch sie beginnt zu lachen.
„Kann ich nicht? Du wirst sehen, was ich noch alles kann. Das hier, das hast du nicht umsonst getan. Das verspreche ich dir!“ Noch bevor ich reagieren kann, zieht sie die Tür auf und geht hinaus in die Diele. Und reißt mich damit in mein endgültiges Verderben. „Wollt ihr die neuesten News hören?“, brüllt sie durch den Raum, als alles verstummt. Das, was sie danach von sich gibt, registriere ich schon gar nicht mehr, denn ich weiß bereits jetzt, dass ich nie wieder einen Fuß in die Nähe meiner Freunde setzen kann, ohne dass sie mich genauso hassen und verabscheuen werden, wie unseren Außenseiter Daniel. Es wird egal sein, was ich zu meiner Verteidigung zu sagen habe. Chantal wird mich als schwulen Versager darstellen, der es nicht geschafft hat, ihr den Fick ihres Lebens zu besorgen. Sie wird sich darum kümmern, dass ich keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen werde und das nur, damit sie nicht schlecht dasteht. Aber wer sollte mir denn glauben, dass sie nicht mein Typ ist und ich deshalb keinen hochbekommen habe? Jeder Kerl, der mit seinem Schwanz denkt, will sie vögeln. Komme, was wolle.
Nur ich nicht. Und jetzt bekomme ich die Quittung dafür.