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Buchvorstellung "Jimmy ... verzweifelt gesucht"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  23-08-2019 10:00 23-08-2019 10:00 406  Gelesen 406 Gelesen
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"Jimmy … verzweifelt gesucht" Ein Kinderbuch von Kim Rylee.



Eines Tages ist Jimmy plötzlich verschwunden.
Die Spuren im Schnee zeigen, dass der Hamster nicht mehr in der Wohnung ist.

Sofort machen sich Lisa, ihre Mutter und Onkel Martin auf die Suche nach ihm.



Ein Kinderbuch zum Vorlesen und selber lesen für Kinder ab 6 Jahre mit Zeichnungen von Alina Sawallisch.



Leseprobe:



Er hatte bereits die Entfernung von der Erde bis zum Mond und wieder zur Erde zurückgelegt und noch immer wurde Jimmy des Laufens nicht müde. Ganz im Gegensatz zu seinem Laufrad. Das litt unter starken Ermüdungserscheinungen, denn es quietschte fürchterlich.
»Oh Mann! Wie lange muss ich denn noch laufen, bis ich mir endlich etwas Futter in meine Hamsterbacken stopfen kann? Ich habe nun genug trainiert. Wenn ich noch weiter renne, werde ich ganz dürr. Außerdem hätte ich gern ein paar Streicheler. Die habe ich mir wohl verdient. Es wird schon bald hell und meine Freundin ist noch immer nicht aufgetaucht. Wo bleibt sie nur? Langsam werde ich müde, und von all der Rennerei bekomme ich Hunger. Freundin! Hörst du mich denn nicht? Bist du taub? Das Quietschen schmerzt bereits in meinen Ohren. Du flache Hamsterbacke! Ich bin hungrig!«

Lisa wälzte sich unruhig im Bett hin und her. Das unerträgliche Geräusch schmerzte in ihren Ohren. Es klang wie eine verstimmte Spieluhr, die gerade ihre letzten Töne spielte, bevor sie endgültig verstummte. Genervt steckte Lisa den Kopf unter das Kissen. Obwohl sie die Tür zu ihrem Kinderzimmer geschlossen hatte, war das Geräusch noch immer zu hören.
Lisa stöhnte und presste das Kissen fest gegen die Ohren. Lange hielt sie es nicht aus. Sie konnte kaum noch atmen. Nach Luft schnappend streckte sie die Arme hoch in die Luft. Dabei hielt sie das Kissen zwischen den Händen gepackt. Das Kissen begann immer schwerer zu werden. Fast so schwer wie ein Elefant. Lisas Arme sackten nach unten. Mit einem Seufzer presste sie das Kopfkissen auf ihren Bauch. Das schreckliche Geräusch wurde wieder lauter. Genervt drehte sie sich auf die Seite und starrte den Wecker an.
»Oh Jimmy!« Sie musste kräftig gähnen. »Du verrückter Hamster! Es ist Viertel nach fünf! Geh endlich schlafen«, murmelte sie müde.

Doch Jimmy ließ sich nicht abhalten, sein Fitnesstraining fortzusetzen.

Lisa schloss die Augen. Es waren noch nicht einmal fünf Minuten vergangen, da öffnete sie erneut die Lider.
»Okay. Du hast gewonnen«, stöhnte sie. Schlaftrunken setzte sie sich auf, reckte und streckte sich, als erneut ein Gähner aus ihrem Mund schlüpfte. Sie mochte nicht früh aufstehen. Ihre Hand suchte nach dem Lichtschalter der Nachttischlampe. Die Einhornlampe tauchte das Zimmer in ein lilafarbenes Licht. Es war angenehm. Soe wurde Lisa von dem Schein nicht geblendet.
Ihre Mutter schmierte gerade die Pausenbrote, als Lisa total verschlafen in die Küche geschlurft kam.
»Guten Morgen, Liebes«, wurde sie mit einem warmen Lächeln von ihrer Mutter begrüßt. »Auf dem Tisch steht eine Tasse heißer Kakao und dein Müsli. Das gibt dir Energie für den Tag. Danach solltest du dich noch um Jimmy kümmern. Er braucht heute wohl besonders viel Aufmerksamkeit. Dein kleiner Freund strotzt vor Kraft und Ausdauer, die reicht für euch beide.« Sie lachte.

Lisa setzte sich an den Tisch. Sie war noch müde, so stützte sie ihren Kopf auf den Händen ab. Aus müden Augen schaute sie zur Mama, die sie mit einem Lächeln aufforderte, den Kakao zu trinken. Lisa nahm den Becher die Hand. Er fühlte sich angenehm warm an. Fast hätte sie sich am warmen Kakao verschluckt! Lisa musste heftig und laut husten.
»Ist alles in Ordnung, Liebes?« Ihre Mutter wirkte besorgt.
»Ich … hust … habe … hust … mich … hust … verschluckt«, krächzte sie.
»Na. Na. Na.« Ihre Mutter klopfte ihr sanft mit der Hand auf den Rücken, bis der lästige Husten verschwunden war. Mit dem Handrücken wischte sie sich die Tränen aus den den Augen. Plötzlich. Sofort sprang sie vom Stuhl auf und lief zum Fenster.
»Mama! Sieh nur!« Mit offenem Mund schaute sie nach draußen. »Es hat geschneit!« Lisa freute sich wie eine Schneekönigin. Sie mochte Schnee. Je mehr, desto besser. Am Liebesten so viel, um einen Schneemann damit bauen zu können. »Schau doch mal! Die Wege und Straßen, sogar die Bäume ... alles ist unter einem weißen Flitzerteppich verschwunden!« Lisa drückte die Nase fest an die Scheibe, sodass ihr Atem an dem Fensterglas kleben blieb.

Das Haus, in dem Lisa mit ihrer Mutter und ihrem Vater lebte, stand auf einem Hügel. Lisa freute sich jetzt schon auf die Rutschpartie zur Schule.
»Mama! Darf ich den Schlitten mit zur Schule nehmen?«
»Ach, Liebes«, seufzte die Mutter.
»Ach, bitte, Mama«, bettelte Lisa. Sie klimperte mit den Augen. So schaffte es Lisa immer, ihren Willen zu bekommen.
»Der Wintereinbruch kam so überraschend, Papa muss den Schlitten erst einmal herrichten. So kannst du damit noch nicht fahren«, erklärte die Mutter, weshalb der Schlitten noch nicht benutzt werden konnte.
Traurig senkte Lisa den Kopf.
»Papa kommt am Freitagabend nach Hause. Ich werde ihm sagen, er soll den Schlitten für dich fertig machen. Doch jetzt musst du erst einmal Jimmy versorgen. Er hat sich sein Salatblatt nun wirklich verdient.«
»Papa kommt bald?« Lisas Augen begannen zu leuchten. Sie freute sich schon darauf, ihren Vater zu sehen. Er nahm sich immer viel Zeit, um mit ihr zu spielen. Manchmal gingen sie auch gemeinsam ins Schwimmbad, oder unternahmen andere Dinge.

Aus dem Kühlschrank holte Lisa einen Salatkopf sowie eine Möhre. Den Salat hielt sie unter den Wasserhahn, um ihn zu waschen. Danach schnitt sie mit dem Messer ein Stückchen von der Möhre ab.Mit dem Salatblatt in der Rechten und dem Stück Möhre in der linken Hand ging sie ins Wohnzimmer. Da es noch dunkel war, schaltete sie das Licht an.

»Iiieh! Wieso ist es denn plötzlich so hell? Ich sehe ja kaum etwas! Und nun dreht sich auch noch alles um mich. Hilfe! Mir wird ganz schwindelig!«Abrupt beendete Jimmy sein Lauftraining, doch das Laufrad bremste nicht sofort ab, sodass Jimmy noch einige Extrarunden mit Überschlag drehte. Schließlich hatte er genug. Er machte sich lang. So konnte er das Rad bremsen. Neugierig stieg er heraus.
»Hier Jimmy. Jetzt hast du dir dein Frühstück verdient.« Sie öffnete den Deckel des Käfigs und hielt ihm das Salatblatt direkt über dem Kopf.
»Hmmm. Was riecht denn hier so frisch und lecker? Kommt das von oben?« Jimmy stellte sich auf seine kleinen Hinterpfötchen, die mehr Haare besaßen als sein kleiner Stummelschwanz. Dann starrte er Lisa an.
Seine Nase begann etwas zu wittern.
»Da ist es ja. Ein saftiges Salatblatt. Meine Freundin bringt mir endlich etwas zu fressen.« Er reckte sein kleines Köpfchen in die Höhe. »Wieso muss ich mich immer so anstrengen, um an das Fressen zu kommen? Diese Streckübungen, kurz vor dem zu Bett gehen, sind wirklich gemein. Kannst du das Blatt nicht einfach auf den Boden legen? Ich zeig dir mal, wie das geht.« Er machte sich so lang wie er konnte, legte flink den Kopf nach hinten und - schwupps - schnappten seine langen Nagezähne das Salatblatt. Doch es war so groß, dass er es fallen ließ.
»Du bist aber gierig heute«, bemerkte Lisa lächelnd, während sie Jimmy dabei beobachtete, wie er sich genüsslich das Salatblatt einverleibte. »Ich bringe dir noch mehr Leckerlies.« Sie rannte zum Schrank, zog die Schublade auf und holte eine kleine Dose heraus. Der Inhalt der Dose war fast aufgebraucht. Kurz verzog Lisa das Gesicht, als ein stinkender Geruch in ihre Nase stieg.
»Komisch, dass dir dieser Gestank nichts ausmacht«, wunderte sich Lisa. Dann füllte sie ein paar getrocknete Mehlwürmer in den Napf, auf die er sich gierig stürzte.
Mit einer dicken Backe, mit der man ein Kind sofort zum Zahnarzt schicken würde, verschwand er in seinem Häuschen.
»Ah! Diese herrliche Dunkelheit. Kein Licht das blendet. Endlich kann ich mir den Bauch vollstopfen und schlafen.«
Lisa wartete noch einen Moment, doch Jimmy lud sie heute nicht zu einem gemeinsamen Kuschelfrühstück ein. Also gab sie ihm noch frisches Wasser und befüllte seine Schüssel mit Trockenfutter.
»Das sollte für den Tag reichen.«
Kaum hörte er es klirren, lugte seine Nase hervor. Als er das Köpfchen herausstreckte, musste er blinzeln.
»Meine Futterquelle schwappt wieder über mit leckeren Körnern. Mann, war ich froh, als ich die gefunden hatte. Jeden Morgen befüllt sie sich aufs Neue. Eine nie versiegende Quelle. Ob das mit diesem hellen Licht zusammenhängt? Dann mal nichts wie hin. Fressen fassen! Dann gibt es später ein leckeres Frühstück im Bett. Das wird ein Fest!«
Schnurstracks lief er zum Napf, um sich beide Backen vollzustopfen.
»Ach du liebe Hamstermama! All diese leckeren Körner. Und wie es duftet. Nur diese komischen gepressten Dinger mag ich nicht. Doch ich habe das Gefühl, sie tun mir gut. Geben mir Energie. Okay. Dann mal ran an das Korn! Schnell alles in die Backen gestopft und ab in den Bau.«
Nachdem die Hamsterbacken aussahen, als hätte er darin eine große Murmel versteckt, marschierte Jimmy zum Haus zurück. Aber er kam nicht mehr hinein. Der Durchgang war zu eng.
»Nanu? Was ist denn jetzt los? Ist das Loch kleiner geworden? Wieso passe ich denn plötzlich nicht mehr durch? Was mache ich denn jetzt? Wie soll ich mein Futter verstecken, wenn ich nicht mehr in meinen Unterschlupf komme?«
Er versuchte es noch einmal.
»Mist! Es geht nicht. Ich passe nicht durch! Und jetzt?«
»Jimmy!« Lisa musste herzhaft lachen, als sie sah, wie der Hamster verzweifelt versuchte, den Kopf, der um das Dreifache gewachsen war, durch die kleine Öffnung zu pressen. »Mit diesen vollen Backen passt du doch nicht durch die Tür!«
Es sah aber auch zu niedlich aus. Lisa glaubte, in seinen schwarzen Knopfaugen sogar einen verdutzten Ausdruck zu erkennen. »Das ganze Futter gehört doch dir allein. Niemand frisst dir etwas weg.«
Sie öffnete den Käfigdeckel und setzte ihn auf ihre Handfläche.
Jimmy sah sie mit dicken Backen an. Ihm schien diese Unterbrechung nicht zu gefallen. Diese Entführung aus seinem Futterparadies ärgerte den Hamster.
»Hey!« Sofort stellte er sich auf die Hinterbeine, um die Lage auszukundschaften. »Lass mich gefälligst runter! Ich muss doch meine Beute in Sicherheit bringen!«
Mit dem Zeigefinger streichelte Lisa sanft über den schwarzen Streifen, der in der Mitte seines Kopfes verlief und über den ganzen Rücken reichte.
»Aaah! Streichler. Das tut gut. Jetzt noch mehrmals über den Rücken ... Nein!«, protestierte Jimmy, doch Lisa konnte ihn nicht verstehen. Sie sprach kein Hamsterisch.
Dann begann sie mit den Fingerspitzen die Backen zu massieren. Dabei spürte sie die einzelnen Körner, die er darin sorgsam aufbewahrte und - wie einen seltenen Schatz - nicht hergeben wollte. Lisa drückte ganz sanft zu.
»Nicht meine Backen. Was tust du? Nein! Mein Futter bekommst du nicht! Das habe ich für mich eingepackt. Ich bin doch kein Selbstbedienungsladen! Hey! N-i-c-h-t auf die Backen drücken! Oh Mann! Na gut. Da hast du ein paar Körner. Aber das ist nicht fair! Die habe ich gesammelt. Das nächste Mal holst du dir dein eigenes Fressen. Du kannst auch gern diese gepressten Dinger nehmen. Die mag ich sowieso nicht so gern.«
Jimmy senkte sich auf die Vorderpfoten ab, öffnete das Maul und schob einige Sonnenblumenkerne heraus. Erneut setzte er sich auf die Hinterbeine und starte Lisa blinzelnd an.
»Du denkst, jetzt könntest du durch die Tür passen?«
Behutsam setzte sie Jimmy zurück auf den Boden in seinem Käfig.
»Na gut. Versuch es.«
»Na endlich!«
Sofort lief er zum Haus. »Nun aber nichts wie ab in den Bau!«
Jimmy schaffte es tatsächlich durch die Tür, indem er den Kopf leicht zur Seite drehte.
Es überraschte sie immer wieder, wie schlau der kleine Bursche doch war.
Nachdem sie ihn gut versorgt hatte, machte Lisa sich für die Schule fertig. Zum Glück hatte sie heute nur fünf Stunden. Die letzten beiden davon waren Sport.

Lisa hatte sich schon immer ein Haustier gewünscht. Ihr Vater war viel unterwegs, weil er die großen Windräder in ganz Deutschland zusammenbauen musste. Manchmal kam er nur zum Wochenende nach Hause. Ihre Mutter arbeitete als Verkäuferin in einer Bäckerei. So konnte es nur ein kleines Haustier werden, das man tagsüber unbeaufsichtigt lassen konnte, wenn Lisa in der Schule war.

Vor einen Monat feierte Lisa ihren achten Geburtstag. An diesem Tag ging die Mutter mit ihr in ein Zoogeschäft. Als Lisa den Hamster in einem riesigen Käfig mit weiteren Hamstern entdeckte, verliebte sie sich sofort in ihn.
»Es ist ein Zwerghamster. Die werden gerade mal so groß wie eine Maus. Dieser hier ist bereits zwei Monate alt und mit seinen circa acht Zentimetern schon ausgewachsen.«
Der Verkäufer hatte den Hamster aus dem Käfig geholt und hielt ihn Lisa hin, damit sie ihn genauer betrachten konnte.

Sein Fell war mittelgrau. Auf seinem Rücken verliefen drei schmale schwarze Streifen entlang. Der mittlere Streifen endete auf seiner Stirn, während die anderen beiden Streifen an seinen Ohrenspitzen aufhörten. Das Bauchfell war weiß und flauschig. Ihr gefiel besonders, dass er auf der Hand nicht hektisch herumlief, sondern sich ruhig verhielt. Ein gemütliches Kerlchen.
»Darf ich den haben, Mami? Der ist doch ganz klein. Der passt bestimmt in unsere Wohnung.«
So bekam Lisa zum Geburtstag einen Hamster, den sie Jimmy taufte, und Jimmy bekam eine neue Familie.

Auf dem Rückweg schauten sie noch bei der Oma vorbei. Die hatte noch einen Käfig in ihrem Keller, den sie Lisa schenkte. Von ihrer Cousine bekam sie zum Geburtstag das Laufrad, von Ihrer Freundin Klara den Fressnapf, von ihrer zweiten Oma den Wasserspender und eine kleine Hamstertreppe für den Käfig geschenkt. So hatte Lisa alles was sie brauchte, um einen Hamster ein gemütliches Zuhause geben zu können. Zuvor musste sie aber ihrer Mutter versprechen, sich gut um das Haustier zu kümmern und den Käfig regelmäßig sauber zu machen. Das Versprechen gab Lisa gern. Sie konnte ja nicht wissen, wie viel Verantwortung sie damit übernahm. Für Lisa war es der schönste Geburtstag!

Als Lisa nach der Schule nachhause kam, schüttelte sie den Schnee aus der Kleidung. Draußen schien noch die Sonne, der Himmel war blau. Lisa öffnete die Balkontür, um ihren nassen Lieblingsmantel über den Stuhl zu hängen. In der Sonne würde er schneller trocknen. Danach schaute sie erst einmal, ob es Jimmy gut ging und er genügend zu Trinken hatte.
»Ich glaube, dein Käfig könnte mal wieder sauber gemacht werden.«
Vorsichtig hob sie das Dach von Jimmys Haus hoch und sah ihn ruhig in seiner Lieblingsecke schlummern. Ganz zaghaft streichelte Lisa über sein Fell. Der Kleine war so kuschelig weich, dass man ihn kaum spürte.
Blinzelnd öffnete er die Augen und gähnte erst einmal genüsslich. Dabei konnte Lisa seine langen Vorderzähne sehen.
»Was ist? Wieso weckst du mich? Och nee.«
Er gähnte erst einmal. Diese Ruhestörung gefiel ihm gar nicht.
»Es ist doch noch hell. Ich will noch schlafen.«
Vorsichtig hob sie Jimmy heraus und gab ihm seine Lieblingsstreichler, um ihn sanft aus dem Schlaf zu holen.
»Was? Wie? Hey!«
Lisa nahm Jimmy mit zum Sofa und streichelte ihren Hamster.
»Oh … das ist schön. Ja. Genau. Hinter den Ohren. Mmmmmh. Und am Hals. Oooh … ja. Mach weiter. Bitte. Und jetzt - ja, du weißt was ich will. Da ist es richtig. Mmmmh. Sehr schön. So gefällt es mir. Wie? Du hörst auf? Ist es etwa schon vorbei? Und nun? Was soll ich jetzt machen? Du kannst mich doch nicht einfach aus dem Schlaf holen, ein paar Streichler geben und dann gehen. Ich habe viel meeeehr Streichler verdient. Hey! Hörst du mir eigentlich zu? Anscheinend nicht.«
Verdutzt saß Jimmy in der Ecke des Sofas.
»Wo hat sie mich denn jetzt hingesetzt?«
Er wollte gerade loslaufen, doch erst einmal musste der Hamster seinen Körper strecken.

Nachdem Lisa sich davon überzeugt hatte, dass Jimmy sicher auf dem Sofa saß, nahm sie den Käfig, um ihn in der Küche zu reinigen.

Noch immer in der Ecke sitzend, begann der Hamster sich zu putzen. Erst die Pfoten, dann die Backen mit den Pfötchen. Als er mit der Hamsterwäsche fertig war, schaute er sich um. Dabei lief er an der Sofakante entlang. Erst in die eine Richtung, bis er vor der Sofalehne stoppte. Neugierig stellte Jimmy sich auf die Hinterpfoten, doch er konnte nicht hinüberschauen.
»Hm. Hier komme ich wohl nicht weiter.«
Er reckte das Köpfchen, doch noch immer war nichts zu erkennen. Er war einfach zu klein.
»Na gut. Dann versuche ich es in die andere Richtung.«
Also lief er wieder zurück. Zwischendrin stoppte er mehrmals, hielt das Näschen in die Luft und schnupperte, damit ihm auch nichts entging. Schließlich musste ein Hamster wachsam sein. Das lag in seiner Natur. Sobald Gefahr drohte, würde er schnell das Weite suchen.

Das Telefon klingelte.
»Huch! Dieses grässliche Geräusch!«
Jimmy erschrak heftig
»Bloß weg hier.«
Er machte einen Satz, dabei fiel er vom Sofa herunter.
»Uff!«
Kurz schüttelte er sich, dann rannte er los, direkt auf die offene Balkontür zu, als hätte ihm jemand Feuer unter den Hintern gemacht.
»Wo soll ich nur hin? Egal. Ich renne erst einmal los. Da hinten, da riecht es nach frischer Luft.«