Banner
Ereignisse
<< Juli 2020 >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31    

Keine Ereignisse.

Mitglieder Online
Gäste Online: 9

Mitglieder Online: 0

Mitglieder insgesamt: 7
Neuestes Mitglied: Mandy Schur
Login
Benutzername

Passwort



Passwort vergessen?
Um ein neues Passwort anzufordern klicke hier.
Anmeldung
Newsletters

Anmeldung zum Newsletter






Angemeldet: 1343

Noch kein Kindle?

Buchvorstellung "Zwischen Zukunft und Vergangenheit - First Source Security"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  29-05-2020 17:00 29-05-2020 17:00 164  Gelesen 164 Gelesen
printer




!!! Neuerscheinung am 01.06.2020 !!!




"Zwischen Zukunft und Vergangenheit - First Source Security" Band 2 der romantischen Quadrilogie von Tanja Hagen.



Cayden Harrison wird an der Haustür von einem mexikanischen Minenbesitzer abgefangen. Der bittet um den Schutz der FSS, da er sich von radikalen Umweltschützern bedroht fühlt.
Zeitgleich taucht Samira mit ihrem ersten Freund auf, Cayden muss es schaffen, Arbeit und Privatleben zu trennen. In Mexiko stellen sie fest, dass die Umweltschützer immer wieder kleine Anschläge auf Flores und die Mine verüben, aber auch, dass es jemanden gibt, der weit mehr Ausdauer darin hat, Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen, als andere.
Als Duncan diesen Mann flüchten lässt, tun sich erste Fragen auf. Auch die Ähnlichkeit zwischen ihrem Kollegen und dem Aktivisten sorgt für Ärger.
Schnell tauchen Parallelen in Duncans Leben auf, die nur einen Schluss zulassen.



Leseprobe


»Du solltest echt Schluss machen, Cayden. Wir sitzen nun seit zwei Tagen fast ohne Unterbrechung an dem Kram. Ich bekomme den Rest auch alleine fertig, wirklich.« Ellen schob einen Aktenordner zur Seite und sah ihn an.
»Bist du dir sicher?« Cayden blickte von den Unterlagen auf, die vor ihm lagen. In ihm schrie alles danach, einfach aufzuspringen und zu gehen, trotzdem zwang er sich, sitzen zu bleiben. Dabei waren Ellens Worte genau die, auf die er seit zwei Tagen wartete. Er wollte nichts mehr mit den Steuerunterlagen und Rechnungen zu tun haben, die sie bearbeiteten. Schluss machen mit dem Papierkram war genau das, wonach ihm seit Tagen der Sinn stand. Der Auftrag in Aleppo hatte zwar viel Geld in die Kasse gespült, aber auch mehr als nur ein paar Seiten Papier gebracht, um die er sich kümmern musste. Zwei Aktenordner voll waren es geworden, und überall sollte er sich für irgendwelche Dinge rechtfertigen, die vor Ort passiert waren. Dabei hatte man ihm zugesagt, dass alles, was geschehen war, von der Regierung gedeckt werden würde. Mattis hatte ihm sogar versprochen, dass es von Seiten der CIA keine Probleme geben würde. Und genau daran zweifelte Cayden immer noch, wenn er auf die Fragebögen sah. Er rechnete fast täglich damit, dass Männer in schwarzen Anzügen vor seiner Tür auftauchten und ihm erklärten, dass er gegen Gesetze verstoßen hatte, von deren Existenz er nicht einmal wusste.
Warum Acosta sich nicht um diese Papierberge kümmerte, war Cayden immer noch ein Rätsel. Dabei war doch der Diplomat schuld daran, dass es zu Dutzenden Situationen gekommen war, die im Militär harte Konsequenzen gehabt hätten. Nun sollte er einfach nur schildern, was passiert war und man hatte ihm garantiert, dass jeder von ihnen straffrei aus der Situation herauskommen würde. Nur wenn es wirklich keine Auswirkungen haben würde, warum gab es diese ganzen Unterlagen dann überhaupt? Neben diesen Fragebögen und Berichten, die er hatte verfassen müssen, gab es Formulare, mit denen er seine Munition, seine Waffen, Kleidung, Nahrungsmittel und vieles mehr in Rechnung stellen konnte. Im ersten Moment, als die Unterlagen bei ihm angekommen waren, hatte er sich gesagt, dass er diese Papiere nicht ausfüllen würde, da das Geld, welches sie bekommen hatten, diese Kosten bereits ohne Probleme mit aufgefangen hatte. Zudem hatte er keinen Überblick über die verbrauchte Munition. Wer zählte schon abgefeuerte Schüsse, wenn es um das Überleben ging? Ellen, die, weil sie Jackie hatte abholen wollen, in seiner Küche gestanden hatte, hatte einen Blick auf das Papierchaos erhascht und sich mit seiner Erlaubnis eingelesen. Sie hatte ihm schließlich klargemacht, dass er nicht nur die Berichte schreiben und ausfüllen musste, sondern auch die Anträge. Ellen war seit Jordans Tod oft seine Rettung. Sie übernahm nicht nur häufig die Buchführung für seine Firma, sie war immer seine erste Ansprechpartnerin, wenn Samira aus der Schule geholt werden musste, wenn Samira eine Nacht alleine daheim war, oder wenn sonst etwas war, wo er weiblichen Beistand benötigte. Ellen kümmerte sich ohne langes Nachfragen. Sie war zu einer guten Freundin geworden, der sich auch Samira jederzeit anvertraute.
»Ich bin mir sicher. Ich bring dir den Kram morgen vorbei.« Ellen lächelte ihn an und hob zwei Zettel hoch. »Nun geh endlich, ich sehe doch, dass du hier leidest wie ein Tier. Sind nur noch die hier.« Sie legte die Unterlagen zurück und Cayden erhob sich.
»Wann kommen die Mädels aus dem Kino?« Cayden blieb in der Zimmertür stehen und stellte sich die Frage, ob Samira es bei ihrem Aufbruch erwähnt und er es vielleicht einfach nicht gehört hatte. Dieses Papierzeug raubte ihm seine Aufmerksamkeit.
»In einer Stunde, denke ich«, erklärte Ellen bereits wieder mit einem Kugelschreiber bewaffnet und ein Kreuz in ein Kästchen machend.
Samira und Jackie hatten sich am Nachmittag auf den Weg ins Kino gemacht. Zu dem Zeitpunkt hatte Cayden schon seit mehreren Stunden in Ellens Büro gesessen, in dem sie sich um seine Buchführung kümmerte. Da sie behauptete, es würde ihr keine Probleme bereiten, daheim zu arbeiten, hatte sie sich in diesem Raum zwischen Wäschekörben und dem Bügelbrett einen Schreibtisch hergerichtet, an dem man ohne Schwierigkeiten zu zweit arbeiten konnte. Cayden hatte es aber auch schon erlebt, dass der Schreibtisch mit einer Nähmaschine bestückt gewesen war und Ellen irgendwelche Stoffstücke aneinandergenäht hatte. Aber das zeitweise herrschende Chaos war ihm egal. Sie kümmerte sich um das, was sie angeboten hatte und war immer sofort zur Stelle, wenn er mal wieder nicht begriff, was die Behörden von ihm wollten. Auch mit ihrem Mann verstand er sich inzwischen sehr gut. Zu Beginn hatte er eine gewisse Distanz zwischen ihm und Liam gespürt, deren Ursprung Cayden erst nach einer Weile hatte ausfindig machen können. Es war die Angst des Familienvaters, dass seine Söhne zum Militär gehen würden, weil sie Cayden als Helden vergötterten. Aber Cayden hatte den Teenagern in langen Gesprächen auch die negativen Punkte des Dienstes dargelegt, womit er zwar nicht erreichen wollte, dass die Jungen das Militär verteufelten, aber er wollte, dass sie genau wussten, auf was sie sich einlassen würden.
Eine halbe Stunde später parkte er seinen Mustang vor seiner Garage. Als ihm ein verführerischer Duft von frisch gekochtem Essen in die Nase stiegt, wurde ihm klar, dass er noch kochen musste. Seit Jordans Tod duftete es nicht mehr nach Essen, wenn er nach Hause kam. Durchatmend zwang er sich zur Ordnung, denn sonst würde er noch in einer Stunde hier stehen und seinen Erinnerungen nachhängen. Dann wäre es sicher Samira, die irgendwann an die Seitenscheibe des Wagens klopfen würde, um ihm zu sagen, dass er reinkommen sollte. In den letzten drei Wochen hatte er viel Zeit mit ihr verbringen können. Er hatte sich, Duncan und Collin einige Tage Urlaub erlaubt, nachdem sie aus Aleppo zurückgekommen waren. Collin war erst vor einer Woche gemeinsam mit Dila aus Deutschland hier angekommen und seither hatte er seinen Freund und Kollegen nur zweimal gesehen. Einmal, als er ihn und Dila am Flughafen in Empfang genommen hatte und den Tag darauf, als er Collin beim Aufbau eines Kleiderschrankes geholfen hatte. Seitdem herrschte Stille. Eine Stille, die ihm nicht gefiel, die er Collin aber einräumen wollte, um sich mit seiner neuen Rolle als Ehemann und wohl auch Vater zurechtzufinden. Der kleine Junge, den Samira in wenigen Sekunden ins Herz geschlossen hatte, war nach Aussagen aller Ärzte so gesund und munter wie ein Säugling in seinem Alter es sein konnte. Dieses Baby hatte so viel Glück gehabt, wie wohl nur wenige andere in Syrien.
Mit seiner Mutter unter einem Haus verschüttet zu werden, hatte der kleine Gibran das Glück gehabt, fast unverletzt geborgen werden zu können. Im Gegensatz zu seiner Mutter, die ein Bein in den Trümmern verloren hatte. Und wenn er Collin glauben konnte, wohl auch ihren Lebensmut. Obwohl Collin einen Schritt gewagt hatte, den alle in seinem Freundeskreis mit großer Sorge betrachtet hatten, bereute er ihn eigenen Aussagen nach nicht. Dila, die junge Syrerin, hingegen schon, wenn Cayden die Erzählungen von Collin richtig deutete. Collin hatte sie in einer spontanen Aktion mit Hilfe einiger Behörden und Menschen, die Dila ein glückliches Leben schenken wollten, geheiratet. Sie war in den ersten Tagen mit dieser Entscheidung einverstanden gewesen. Inzwischen, so hatte Cayden es einer Nachricht von Collin entnommen, war dem nicht mehr so. Sie warf ihm vor, diesen Schritt nur aus Mitleid gegangen zu sein und dass er immer aufgrund ihrer Behinderung Probleme haben würde. Sie war der Meinung, dass man ihn für das, was er gemacht hatte verachten würde und dass er ebenso das Mitleid erfahren würde wie sie. Dass Collin seit Jahren mit dem Bedauern anderer leben musste, da er bei einem Sprengstoffanschlag ein Auge verloren hatte und durch viele Narben für den Rest seines Lebens gezeichnet war, sah sie nicht. Oder sie wollte es nicht sehen.
Caydens Blick wanderte gedankenverloren in den Rückspiegel, wo er einen gut gekleideten Mann an einem dunklen Sportwagen stehen sah. Seine Gedanken an Dila und Collin verflüchtigten sich und beim Blick auf die Uhr wurde ihm klar, dass er bereits seit einer Viertelstunde einfach nur hier saß. Wieder in den Spiegel sehend wurde ihm bewusst, dass der Mann seinen Wagen ansah. Kannten sie sich? Wartete er auf ihn? Cayden zog den Schlüssel aus dem Zündschloss, schloss kurz die Augen und öffnete die Tür. Diese penetrante Angst, dass jeder, der ihn irgendwie ansah, ihn angreifen könnte, war nur schwer zu kontrollieren und seit Aleppo noch schlimmer geworden. Als er ausgestiegen war und die Tür seines Mustangs schloss, kam der Fremde auf ihn zu. Cayden verspürte den Wunsch, nach seiner Pistole zu greifen, die er in diesem Moment jedoch gar nicht bei sich trug.
»Mister Harrison?« Mit einem interessierten Blick blieb der Mann, den Cayden auf Mitte fünfzig schätzte, vor ihm stehen. Cayden fiel eine tiefe Narbe auf der Wange des Fremden auf, der mit seinen aalglatten schwarzen Haaren und den braunen Augen wirkte, als gehöre er nicht hier her. Der Anzug, den er trug, kostete sicher so viel wie ein Kleinwagen. Der Porsche, an dem er gestanden hatte, war das neuste Model und lag preislich bei einem Einfamilienhaus. Er wirkte eindeutig zu reich für diese Gegend.
»Steht vor Ihnen.« Cayden nickte, ergriff aber nicht die ihm angebotene Hand. Der Mann war ihm suspekt.
»Sind Sie der Geschäftsführer der First Source Security?« Der Fremde zog die Hand zurück und hob fragend die dunklen buschigen Augenbrauen.
»Ja, auch das.« Cayden schoss durch den Kopf, dass dieser Mann ein Steuerprüfer sein könnte oder von der Regierung geschickt worden um – was auch immer zu tun.
»Ich würde gerne Ihre Dienste in Anspruch nehmen«, erklärte der Mann, der seinen Blick abschätzend über das Grundstück schweifen ließ.
»Wir haben ein Büro bei Mister Tremblay. Er nimmt die Aufträge entgegen. Gerne mit persönlicher Vorsprache. Erklären Sie ihm Ihr Anliegen und wir melden uns bei Ihnen.« Cayden wollte hier und jetzt auf keinen Fall einen Auftrag annehmen. Ihre Firmenadresse war unter Duncans Anschrift gemeldet, weil Cayden genau das, was hier gerade geschah, hatte vermeiden wollen. Er wollte nicht auf offener Straße vor seinem Haus von potenziellen Kunden angesprochen werden. Alleine schon, weil seine Nachbarschaft nicht wissen sollte, was er tat. Bei Duncan war das anders. Dort hatten sich die Nachbarn über viele Jahre daran gewöhnt, dass Fremde bei ihm ein und ausgingen und daran, dass Duncan die Jobs oft wechselte.
»Ich würde aber gerne mit Ihnen sprechen, Mister Harrison und nicht mit Mister Tremblay.« Nun lag etwas Eindringliches, fast Forderndes in der Stimme des Mannes, der sich ihm immer noch nicht vorgestellt hatte.
»Dann vereinbaren Sie bitte einen Termin.« Cayden zog seine Brieftasche hervor, aus der er eine Visitenkarte holte. Im Augenwinkel sah er etwas, dass ihn mitten in seiner Bewegung verharren ließ. Samira kam den Bürgersteig entlang. Neben ihr ging ein junger Mann, den Cayden zum einen noch nie gesehen hatte und der zum anderen die Hand seiner Tochter hielt. Sein Herz kam kurz ins Stocken. Da war er nun also, der Moment, an dem er sich das kleine Mädchen, das sich mal verzweifelt an seinem Bein festgehalten hatte, mit einem Jungen teilen musste, der noch nicht einmal in einem Alter war, in dem Cayden selbst sich für Mädchen interessiert hatte. Auch Samira hatte ihn bemerkt und sah kurz verstohlen den Jungen an, der ertappt ihre Hand losließ. Cayden kniff die Augen zusammen und überlegte, was er tun sollte. Sollte er den Mann, der vor ihm stand und offensichtlich reichlich Geld besaß, nun einfach hier stehenlassen und seiner Tochter entgegengehen, um in Erfahrung zu bringen, wer der junge Mann war und vor allem, warum er ihre Hand hielt. Oder sollte er so tun, als interessiere ihn das nicht und sich weiter mit diesem reichen Typen unterhalten? Es gelang ihm einfach nicht, den Blick von Samira und dem Jungen zu lösen, viel zu interessiert war er an dem Verhalten der beiden Teenager.
»Ihre Tochter?«, fragte der Fremde mit gesenkter Stimme, als hätte er Angst, dass die Teenager ihn hörten.
Cayden gab ein zustimmendes Brummen von sich.
»Ihr erster Freund?«
Cayden richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf den Mann und sprach aus, was er in diesem Augenblick dachte. »Das geht Sie mal gar nichts an.«
Sein Gegenüber schwieg, hatte seinen Blick ebenfalls auf Samira und den Jungen gerichtet, der in Caydens Augen immer noch viel zu dicht neben Samira herging. Aber wenigstens hielt er ihre Hand nicht mehr.
»Hey Cay.« Samira lächelte ihn verlegen an, als sie ihn erreichte und deutete auf den Jungen, der unübersehbar lateinamerikanische Vorfahren hatte. »Das ist Thiago.«
»Guten Tag, Sir.« Der Teenager reichte ihm die Hand und nickte knapp. Obwohl Cayden die Hand des Mannes nicht ergriffen hatte, griff er nach der des Jungen, der seinem Handdruck standhielt, auch wenn Cayden wusste, dass er viel zu fest zu drückte.
»Tag.« Er zwang sich, seine Stimme neutral zu halten. »Ich dachte, du warst mit Jackie im Kino?« Nun konnte er den leichten Ärger nicht verbergen, als er Samira ansprach, die entgegen seiner Erwartung nicht betreten zu Boden sah.