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Buchvorstellung "Herzen - Von dir berührt"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  09-12-2020 00:05 09-12-2020 00:05 431  Gelesen 431 Gelesen
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!!! Neuauflage wegen Titeländerung am 08.12.2020 !!!




"Herzen - Von dir berührt" Ein Romantasy Liebesroman von Veronika Engler.



Edinburgh, die Stadt der Mythen und düsteren Legenden.

Eigentlich der perfekte Aufenthaltsort für einen mürrischen, heiß begehrten Dämon, der einst zu einer Ewigkeit in der Unterwelt verdammt wurde.
Wäre da nicht dieser nervtötende neue und erstmals weibliche Auftrag, den ihm die Karma-Abteilung zugeteilt hat: klein, störrisch, mit großen blauen Augen und dem festen Vorsatz, der Männerwelt den Kampf anzusagen.

Sinnliche Versuchung, Spannung, zauberhafter Humor und eine Liebe, die es so nicht geben dürfte.

Denn manchmal prallen Sterne unvorhergesehen aufeinander, und es entstehen neue Galaxien …



Leseprobe



Vorwort


„Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich, das ist das Leben!“


(Charlie Chaplin)


Prolog



Damon


Edinburgh – 1918

Die Welt, die ich bisher kannte, existiert nicht mehr. Blind vor Wut wanke ich durch die Gassen. Stets auf der Suche nach dem Mann, der unserer Familie von einer Sekunde auf die andere den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Es regnet in Strömen, aber auch das stört mich nicht. Ganz im Gegenteil. Es macht es nur leichter, dieses Schwein zu finden, ihm den Garaus zu machen.
Das Bild meiner weinenden Mutter schiebt sich mir immer wieder in den Kopf. Aufgelöst, hilflos und verzweifelt, während mein Vater nicht hinter seine stets verschlossene Fassade blicken lässt.
Aber all das spielt nun keine Rolle mehr. Ich habe meine Entscheidung getroffen. Ebenso, wie er sie getroffen hat, als er uns das antat.
Matsch sammelt sich auf den leeren Straßen, beschmutzt meine Stiefel, irgendwo bellt ein Hund. Doch ich lasse mich nicht beirren. Gehe weiter. Mein Ziel fest vor Augen. Immer wieder die Szene in meinem Kopf, als sie sie gefunden haben.
Ich habe keine Ahnung, wo ich suchen soll. Aber das muss ich auch nicht. Mein Instinkt treibt mich voran. Ein Instinkt, der einem Highlander schon in die Wiege gelegt wird. Stärke, Kampf und Sieg.
Und ich sollte recht behalten, denn mein Weg hat mich direkt vor eine Spelunke geführt. Ein verkommener Ort, an dem die die Männer zum Pissen nach draußen gehen.
Von da an ist alles Bestimmung.
Das Ende naht.
All meine Sinne sind geschärft, mein Körper ein weiteres Mal bereit zum Kampf. Dabei ist mir eines unumstößlich bewusst: Wählst du einen Pfad, der in Tod und Verderben endet, dann ist der Preis, den du dafür bezahlen musst, deine unsterbliche Seele …


Edinburgh – Gegenwart

Frauen.
Sie sind wohl die merkwürdigsten Wesen, die Gott jemals hervorgebracht hat. Ich meine, wer bitte verbringt seine Zeit schon gerne mit solch weitreichenden Beschäftigungen wie Shopping? Oder auch Essen. Oder was noch schlimmer ist, Klatschzeitschriften. Denn Lästereien stehen oft ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. Vor allem über diejenigen, die geradeeben noch als beste Freundinnen deklariert wurden. Nicht, dass ich für all die kleinen Sünden und Laster der Menschen nichts übrighätte. Im Gegenteil. Aber meiner Meinung nach gibt es für das schöne Geschlecht keine anderen Dinge, mit denen Mann sie mehr beeindruckt als mit Konsum. Was sie weitaus beeinflussbarer und oberflächlicher macht, als die Damen je von sich selbst für möglich halten würden.
Und dennoch finden wir ihre Anmut, ihre Eleganz und oftmals kindliche Unbeschwertheit derart faszinierend, dass wir uns nur zu gerne die Finger an der süßen Sünde verbrennen.
Ich weiß das vermutlich besser als die meisten anderen Männer. Denn ich spiele nicht nach weltlichen Regeln und kann mir – schon allein aufgrund meines Wesens – weitaus mehr erlauben, um die holde Weiblichkeit zu erobern.
Wäre da nicht die kleine, jedoch nicht minder behindernde Tatsache, dass ich schon lange kein Mann im eigentlichen Sinne mehr bin.
Denn in mir schlummert das, was die alten Geschichten ein Kind der Unterwelt nennen. Die Ausgeburt der Hölle oder auch ab und an der schlimmste Albtraum jener, die es geschafft haben, die Gunst des Himmels für sich zu gefährden oder gar zu verlieren.
Und genau dieses Detail macht mich zum Spielball zwischen den Welten.
Als Dämon auf Erden zu wandeln mag vielleicht den einen oder anderen Vorteil bringen. Zugegeben. Tatsächlich jedoch bedeutet es aber, auf ewig den Launen meines Bewährungshelfers ausgeliefert zu sein. Der, für gewöhnlich, alles andere als gut gelaunt ist …
Würde mein Dasein als Dämon lediglich bedeuten, nach Lust und Laune das zu tun, wonach auch immer mir der Sinn steht, wäre die Sache eigentlich gar nicht schlecht. Aber bedauerlicherweise bedeutet es in Wahrheit, bis in alle Ewigkeit die Drecksarbeit für all jene zu erledigen, die ihre reinweiße Weste nicht mit so etwas Lapidarem wie Rache oder Lektionen erteilen beflecken möchten.
Menschen sind vieles, jedoch sicherlich nicht fehlerfrei. Und es gibt eine Menge überirdischer Wesen, die täglich darauf aufpassen, dass die ausschweifenden, lasterhaften Lebensweisen der Kinder unseres Schöpfers nicht vollends aus dem Ruder laufen.
Wesen, die humorloser nicht sein könnten.
Hier oben in der Karma-Abteilung des Himmels.
Zwischen weißen Schäfchenwolken und rosa Tüll.
Manifestiert als Ort und geboren aus der absoluten Horrorvorstellung jeden Mannes heraus, ganz gleich, ob lebendig oder nicht.

Nun sitze ich hier vor dem Büro von Gladys, meinem zuständigen Sachbearbeiter und warte, dass ich an die Reihe komme. Zum Glück sind die meisten meiner Art nicht sonderlich gesprächig und auch nicht darauf aus, ihrem Gegenüber im Warteraum mit Small Talk auf die Nerven zu gehen. Denn wenn ich meinen Tag, der im Übrigen dank des vorgegebenen Termins viel zu früh begonnen hat, schon hier in dieser schneeweißen Warteraum-Hölle verbringen muss, dann will ich wenigstens nicht belästigt werden.
Die Minuten vergehen. Stillschweigend. Oder besser gesagt, gar nicht. Denn hier oben hat Zeit keine Bedeutung. Zwar hängt an der Wand eine Uhr, aber diese dreht ihre Zeiger ohne Sinn oder Verstand im Kreis. Vorwärts, rückwärts, wie es ihr gerade beliebt. Tatsächlich komme ich mir in der Zwischenwelt immer so vor wie die beiden armen Seelen Barbara und Adam im Film Beetlejuice, die auf unbestimmte Zeit im Vorraum der Zwischenwelt darauf warten, von ihrer Sachbearbeiterin zu erfahren, wie es nach ihrem Tod weiter geht. Wobei die Szene wirklich klasse ist, wenn man sich nicht selbst in einer ähnlichen Situation befindet …
In der Mitte des sterilen Raumes ist sogar ein Abfluss im Boden eingelassen und ich frage mich ernsthaft, für was uns diese perfekten Individuen hier in der Karma-Abteilung halten. Entweder fürchten sie, wir wären nicht stubenrein, oder sie haben schon die eine oder andere sehr unschöne, um nicht zu sagen, blutige Erfahrung mit ihren Dämonen-Schützlingen gemacht, die sich aufgrund ihres hitzigen Charakters – oder auch aus Langeweile – in die Haare gekommen sind. Wer weiß.
Ab und an verirrt sich einer der kleinen, schwebenden Engel-Helferlein zu uns in den Bereich der Aussätzigen. Vermutlich, da es ihm aufgetragen wurde, danach zu fragen, ob einer der Anwesenden vielleicht etwas zu trinken wünsche. Sich dabei eine gewaltige Abfuhr einhandelt und zusieht, dass es, ohne in seinem empfindlichen Gemüt Schaden zu nehmen, aus der Sache herauskommt.
Allerdings könnte mir die rassige Sukkuba als Sinnbild für eine besonders schöne, lüsterne Dämonin von gegenüber, mit den überzeugenden Argumenten schon gefallen, und auch sie scheint ihre leuchtend grünen Augen auf mich geworfen zu haben. Hüftlanges, dunkles Haar und ein Outfit aus knallengem schwarzem und rotem Lack runden das Klischee in Perfektion ab, sodass ich mir lebhaft vorstellen kann, wie ein Zusammentreffen später mit ihr aussehen könnte. Dabei würden mich ihre anmutigen dunklen und federlosen Flügel mit Sicherheit nicht stören, denn wenn diese Wesen eines vermögen, dann, einem Mann glauben zu lassen, er sei der Meister ihres verruchten und alles andere als prüdem Universums.
Während ich nach vorne gebeugt mit nackten Unterarmen auf meine Oberschenkel gestützt dasitze und sie weiter beobachte, leckt sie sich lasziv mit ihrer gespaltenen Zunge über die feuerroten Lippen. Dabei kann ich sehen, wie ihre Hand ganz langsam über das glatte Material ihrer zweiten Haut abwärts gleitet, entlang ihrer geschwungenen Wespentaille in Richtung tiefere Gefilde, während dem Dämon links neben ihr die Kinnlade herunterklappt und ich schon jetzt das Feuer in seinem sonst dunklen Blick lodern sehen kann.
Doch sie scheint nur Augen für mich zu haben und mich regelrecht in ihren Bann zu ziehen. Schickt sich an, mich mit ihrer einnehmenden Aura bei lebendigem Leib sprichwörtlich zu verspeisen, und auch das verwundert mich kein bisschen. So ist sie als besonders schönes dämonisches Exemplar vor allem darauf aus, mit möglichst vielen männlichen Wesen zu verkehren. Und das auf alle nur erdenklichen Weisen, die so manche Fantasie kolossal sprengen würden …
Aber warum nicht auch die wenigen Annehmlichkeiten genießen, die mein ansonsten trostloses, fremdgesteuertes Dasein bietet? Eben. Daher nehme ich mir fest vor, ihre Avancen nicht an meiner emotional sonst erkalteten Schulter abprallen zu lassen, da ich ein wenig Kurzweil sehr gut vertragen kann. Vor allem bei dem Gedanken an diesen Hosenscheißer Gladys, der mir sicherlich gleich wieder gehörig mit seiner Vorstellung von Sitte und Moral auf die Nerven gehen wird.
Daher beschließe ich, der Kleinen eine Kostprobe von meinen, ebenfalls nicht zu unterschätzenden, Fähigkeiten zu gewähren, und lasse der dunklen Empathie einen kurzen Moment freien Lauf. Wodurch sie verzückt aufstöhnt, als sie die Woge der von mir ausgesendeten Emotion, genannt Lust, ungeschützt und zielgerichtet an der richtigen Stelle trifft. Zwar gelingt mir das nur im Sinne von negativen oder sündhaften Gefühlen, aber gerade diese sollten von der Dame favorisiert werden.
Ja, wie ich schon sagte, es hat nicht nur Nachteile, als Wesen der Dunkelheit wiedergeboren zu werden. Nicht wenn ich an so manches neugewonnenes Vermächtnis jener Geschöpfe denke, die ich schon seit Langem meine Familie nennen muss. Denn jeder von uns bekommt mit seiner Neugeburt eine besondere, um nicht zu sagen, göttliche Gabe mit, die, geschickt eingesetzt, wahrlich Großes bewirken kann.
In meinem Fall ist das die Steigerung oder Linderung von Gefühlen. Vorzugsweise die der schlechten, was den Aufgaben eines Dämons auf der Welt des Öfteren sehr unterstützend zugutekommt. Ich kann also diesbezüglich nicht klagen.
Gerade, als die Sukkuba Anstalten macht, noch einen Schritt weiter zu gehen, schrillt jedoch meine Wartenummer aus dem an der Wand angebrachten Lautsprecher und unterbricht damit nicht nur die heraufbeschworene dämonische Verbindung, sondern erstickt auch den letzten Funken aufkommender Ablenkung an diesem nervtötenden Tag unmittelbar im Keim.
Ich überlege, ob ich es einfach darauf ankommen lassen und mit der bereitwilligen Sünde auf zwei langen Beinen verschwinden soll, zumal sie meinem offensichtlichen Gedanken wohl nicht abgeneigt gegenübersteht. Entscheide mich dann aber nach kurzem geistigem Ringen mit mir selbst dagegen, da Gladys auch ohne Missachtung seiner Anweisungen meinerseits schon ein wirklich fader Zeitgenosse ist. Aber seinen Terror dann später nach vollzogener Ausgelassenheit mit der Schönheit zu ertragen, sprengt selbst die härtesten Dämonen-Nerven.
Die auflodernde Wut in meinem Inneren zwingt mich unmittelbar auf die Beine, woraufhin ich die angrenzende Milchglas-Tür zu Raum Nummer 3 - Gladys Büro - aufreiße und im Anschluss lautstark wieder zuknalle. Soll er ruhig wissen, mit wem er es zu tun hat, denke ich und fühle mich sogleich etwas besänftigt dabei. Denn ich möchte wetten, er hasst diese Termine ebenso wie ich.
Der schmächtige Mann mit den wirren, blonden Locken, die in kurzen Kringeln sein blasses Gesicht umrahmen, zuckt unwillkürlich aufgrund meines schwungvollen Auftretens zusammen.
„Herrje, Mr. MacKenzie. Reicht es nicht, dass Sie hier wie der Bote der Unterwelt höchstpersönlich hereinplatzen? Immer dieses Schwarz. Wäre es denn zu viel verlangt, sich wenigstens etwas anzupassen, wenn Sie uns hier beehren? Aber dann noch dieser unangebrachte Lärm …“
Gladys schüttelt empört den Kopf, bis die längst aus der Mode gekommene Brille mit winzigen runden Gläsern auf seiner Nase reichlich schief sitzt, während er weiter vorgibt eifrig in irgendwelchen Dokumenten mit einem goldenen Stift herum zu kritzeln. Ich möchte wetten, er trägt sie ohnehin nur, um irgendwie in seiner verschobenen Vorstellung intelligenter zu wirken. Vermutlich ist das sowieso nur Fensterglas in dem hässlich verbogenen Drahtgestell in Gladys’ Gesicht, überlege ich unwesentlich und vermeide es dabei tunlichst, seinem Gerede Beachtung zu schenken. Denn auch die immerwährende Kritik an meiner bevorzugten Kleidungsfarbe, kann ich mittlerweile längst nicht mehr hören. Zumal ich keinen Grund sehe, meinem Innersten dadurch nicht öffentlich Ausdruck zu verleihen. Vorgetäuschte Fröhlichkeit und Heiterkeit sind nun einmal nicht mein Fall. Warum also etwas vorgeben, dass man nicht ist, wenn ohnehin alle von einem nur das Schlechteste annehmen? Und das obendrein zurecht. Eben!
Ich warte ab, bis er fertig lamentiert hat, unterdessen ich mich wie gewohnt darüber wundere, wie sie hier alle nur diese schreckliche Arbeitskleidung ertragen können. Diese besteht aus pastellfarben glänzenden Hosen und Westen, je nachdem, in Rosa, Hellblau, Gelb oder Hellgrün sowie einem reinweißen Hemdchen darunter. Wobei sie hier alle nur eine Art Vorstufe von Engeln sind und daher nicht mit prächtigen Flügeln beschenkt wurden, wie diejenigen, die unserem Schöpfer am Nächsten stehen. Zumindest so viel ich gehört habe. Denn natürlich ist es mir als Dämon verwehrt, diese Ebenen zu besuchen.
„Bist du dann fertig?“, will ich genervt wissen, zumal Dämonen schon von Natur aus eine überaus kurze Zündschnur und absolut kein Verständnis für derartige unnütze Vorträge innehaben.
„Ich bevorzuge Sie. Und ja, ich bin fertig. Denn wenn ich erst einmal bei all Ihren Vergehen in Fahrt komme, sitzen wir wohl morgen noch hier. Und das sollte weder in meinem noch in Ihrem Interesse sein.“
Wie ich schon sagte: der übelste Spielverderber ever …
„Und ich bevorzuge es, wenn du mich bei meinem neuen Vornamen nennst“, erwidere ich knapp, und natürlich fernab jeglicher Formalitäten, wofür ich mir lediglich einen strengen Blick über den Brillenrand von Gladys einhandele, der mich allenfalls peripher tangiert. Denn wenn ich schon in diese Rolle von der Obrigkeit hineingezwungen werde, dann doch bitte, mit allem Drum und Dran.
Ohne einen Blick zurück.
Ohne Wehmut oder Sentimentalität.
„Fein. Dann lassen Sie uns zum Eigentlichen übergehen.“
Ich nicke, denn desto schneller wir die Sache hinter uns haben, umso kürzer muss ich es hier aushalten an diesem Ort voll übertriebener Fröhlichkeit, von dem mir regelrecht übel wird.
Ohne einen Hehl aus meiner Abneigung gegen die Vereinbarung zwischen Himmel und Hölle zu machen, die mich täglich dazu zwingt, als Mittelsmann zu fungieren, lasse ich mich auf dem kargen Holzstuhl vor Gladys schlichtem Schreibtisch nieder. Bescheiden und besonnen, so lautet hier die Devise. Drauf gesch …
„Ich habe einen neuen Auftrag für Sie, Damon.“
„Das habe ich befürchtet, wenn ihr mich zu solch unchristlicher Zeit aus den Federn holt“, kommentiere ich seinen Satz, der unnützer kaum sein könnte. Wie schon gesagt: Kein Small Talk!
Gladys vermerkt etwas in dem Schriftstück vor ihm – vermutlich meiner Akte – und fährt dann, ohne darauf einzugehen, fort: „Wir beobachten seit einigen Wochen einen neuen Fall in Edinburgh. Es handelt sich um ein zugezogenes, weibliches Individuum der Abstammung Mensch, das uns Kummer bereitet.“
Och je, soll ich nun Mitleid haben? Abgesehen davon, dass mir seine oberflächliche, gar herabsetzende Ausdrucksweise gehörig gegen den Strich geht. Was ich aber unter anderem noch herausgehört habe, ist …
„Eine Frau? Ernsthaft?“
Gladys nickt. „Ganz recht. Die junge Dame ist aus London in die Stadt gezogen. Bisher wissen wir noch nicht alles über die Hintergründe. Allerdings hat sie bereits jetzt gegen diverse, nun ja, Regeln verstoßen, sodass wir nicht länger gewillt sind, ihrem Handeln tatenlos zuzusehen.“
„Soll heißen, ich soll der Lady zeigen, was ihr von ihren frevelhaften Verfehlungen haltet“, gebe ich zurück, da mir sein drumherum Gerede gehörig die Laune vermiest. Obwohl ich mir eigentlich kaum vorstellen kann, dass es da noch eine Steigerung nach unten gibt.
„In der Tat, ja! Frevelhaft der übelsten Sorte“, stößt Gladys überschwänglich aus und macht dabei einen angewiderten Gesichtsausdruck, als ob er gerade die ungehörigsten Bilder dazu im Kopf hätte und fürchten würde, selbst durch diese beschmutzt zu werden.
Einfach köstlich, lache ich in mich hinein, da mir das Entsetzen in seinen glasklaren, hellgolden leuchtenden Augen schlichtweg Freude bereitet.
„Was hat sie schon getan? Doch nicht etwa einen Mann geküsst, ohne ihn geheiratet zu haben? Oder warte, sie hat bestimmt einen dieser verpönten Streifen auf Netflix angesehen, die uns allen sofort die Schamesröte ins Gesicht treiben?“, ziehe ich ihn hemmungslos mit seiner Prüderie auf, die hier leider generell vorzuherrschen scheint.
„Gut möglich, aber nein. Es ist wesentlich bedeutsamer. Viel ungehöriger, wenn Sie verstehen, Mr. MacKen … Damon, meine ich“, flüstert er mir mit vielsagendem Blick geheimnistuerisch zu, ohne dabei zu merken, dass ich ihn mit den Vermutungen nur aufgezogen habe.
Jetzt werde ich hellhörig. Bisher war es mir lediglich vergönnt, irgendwelchen Kleinkriminellen durch ein wenig Karma die Flausen auszutreiben. Die meisten dieser Pisser haben doch ohnehin kein Rückgrat und geben ihre Prinzipien sofort auf, sobald ihnen das Pech plötzlich an den Hacken klebt. Aber das hier scheint interessant zu werden.
„Also eine von der ganz üblen Sorte?“, fordere ich Gladys heraus, während ich mir schon in Gedanken eine Story rund um die kleine Sünderin herum bastele. Es spräche nichts dagegen, es einmal mit einer Dame zu tun zu bekommen, die ihr Handwerk in Bezug auf das männliche Geschlecht versteht, wie ich finde. Warum nicht die Arbeit zum Vergnügen werden lassen?
Wieder nickt Gladys überschwänglich, sodass die kleinen hüpfenden Löckchen seinen aktuell aufgeregten Gemütszustand unterstreichen. Waschlappen …
„Diese Frau ist der Inbegriff dessen, was wir eine männerverschlingende, wollüstige Sünderin Stufe acht nennen würden.“ Dabei schlägt er sich vor Entsetzen die kleine Hand vor den Mund, wodurch mir ein leichtes Prusten über die Lippen kommt.
Die Sache scheint wirklich interessanter zu sein als gedacht. Schließlich ist eine Stufe-acht-Sünderin auf der Richterskala von eins bis zehn ja fast schon ein Hauptgewinn. Zumindest für mich.
Bedeutungsschwer versuche ich mich an einer entsetzten Miene, um Gladys uneingeschränkt beizupflichten, dass auch ich jetzt schon mehr als angewidert bin. Allerdings von ihm und nicht von der Kleinen. Aber das muss er ja nicht wissen.
„Diese Frau maßt sich doch tatsächlich an, als vermeintliche Liebesbotin die Herren der Schöpfung um ihren Finger zu wickeln. Vorzugsweise richtet sie ihr Augenmerk dabei auf liierte oder sogar verheiratete Männer, um diese aus ihrer Beziehung regelrecht herauszureißen!“ Sein Tonfall nimmt dabei dramatische Ausmaße an und auch seinen kümmerlichen Hintern hält es nun nicht mehr auf dem unbequemen Sachbearbeiter-Stühlchen.
„Obendrein glaubt sie offenbar, selbst in der Karma-Abteilung zu arbeiten, da sie mit ihren Handlungen dem Anschein nach versucht, den Männern eins auszuwischen. Was, und da haben wir nun einmal absolut keinen Handlungsspielraum, selbstverständlich absolut inakzeptabel ist!“ Damit schlägt Gladys sich den Handrücken vor die Stirn und sinkt, mittels eines gespielten Ohnmachtsanfalls, erschöpft wieder auf den Stuhl. Mit einer Hand fächert er sich dabei heftig Luft zu, da ihm die Vergehen der jungen Frau, laut ausgesprochen, offensichtlich an den Rand seiner Toleranz treiben.
So, so. Eine kleine Treuetesterin, wie? Interessant. Wirklich interessant. Nun, nicht ganz das, was ich mir erhofft habe, aber besser als noch so ein aufgeblasener armseliger Straßengangster, der schon beim ersten Auftritt meinerseits nach seiner Mama schreit.
Während ich noch darüber nachdenke, wie ich mich nun dazu äußern soll, ist Gladys schon wieder zu einer seiner Lieblingsbeschäftigungen übergegangen und drückt nervös auf dem Ende des Stiftes herum, sodass nunmehr nur noch das Klicken die beinahe gespenstische Stille in dem schlichten Beamtenzimmer erfüllt.
„Damon! Haben Sie gehört, was ich gesagt habe?“, dringt seine liebliche, etwas zu hohe Stimme zu mir durch. „Damon!“, versucht er es erneut und reißt mich damit endlich aus meinem Tagtraum.
„Was!?“, gebe ich genervt zurück, da mich dieses halbe Hemd einfach schon allein durch seine penetrante Anwesenheit zur Weißglut bringt.
„Na was schon? Werden Sie sich der armen Seele annehmen, um sie wieder auf den richtigen Pfad zu bringen?“
Ich reibe mir übertrieben nachdenklich das Kinn, da es mir gefällt, den nervösen Halb-Engel auf banale, jedoch gleichsam sadistische Weise, noch etwas zappeln zu lassen.
„Was, wenn ich nein sage?“
Gladys scheint bereits damit gerechnet zu haben, dass ich es ihm nicht leicht machen würde. „Dann fürchte ich, ist ihre Bewährung, auf Erden zu wandeln, hiermit abgelaufen und Sie dürfen sich fortan zu ihrer neuen Familie nach unten begeben“, erläutert er mir seine Art von Erpressung gewohnt leichtfüßig mit freudigem Unterton, sodass ich mich ein weiteres Mal frage, wer hier eigentlich wirklich der Sadist von uns beiden ist.
Ich nicke und auch Gladys weiß, dass er eindeutig am längeren Hebel sitzt.
„Fein, dann sind wir uns ja einig“, spricht er und klatscht dabei überschwänglich in die Hände. „Ihr Auftrag beginnt gleich morgen. Ich denke, vier, fünf Wochen sollten genügen, um das Mädchen wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Aber bedenken Sie, Damon: Keine zu extremen Maßnahmen, haben Sie verstanden?!“
„Ja, ja schon gut. Alles was nötig ist, jedoch nicht mehr als das, ich habe verstanden“, maule ich zurück, da mir seine ständigen Wiederholungen wirklich auf den Geist gehen. Als ob er es mit einem Kleinkind zu tun hätte. Wird er wohl endlich eines Tages aufhören, mir andauernd diesen einen Vorfall von vor drei Jahren unter die Nase zu reiben?
„Sie wissen ja noch, als Sie damals derart über die Stränge geschlagen und diesen armen Tropf von Trickbetrüger beinahe das Leben ausgehaucht hätten!“
Okay, er wird wohl nicht so schnell damit aufhören.
Tatsächlich hatte der Kerl jedoch kurz vor seinem letzten Coup seine jüngere Schwester krankenhausreif geprügelt, wodurch ich mich nicht mehr im Griff hatte. Denn wenn ich eines absolut verabscheue, sofern man das als Dämon überhaupt sagen kann, so sind es gewalttätige Männer, die ihren Frust an Frauen auslassen.
Schließlich habe ich im Grunde kein Gewissen.
Doch leider laufen die Dinge hier anders, denn jeder Dämon wird stets nur auf eine Sünde angesetzt und so wurde mir – Pardon, wird mir – immer noch vorgeworfen, nicht besonnen gehandelt zu haben, da ich meinen Auftrag, der sich auf seine Trickbetrügereien bezog, mit einem anderen vermischt habe. Denn die Tatsache, dass er regelmäßig gewalttätig gegenüber seiner Schwester wurde, fiel nun einmal nicht in meinen Aufgabenbereich und wäre später durch jemand anderes geahndet worden, so die Aussage der Obrigkeit.
Dieser eine Vorfall hätte mich beinahe meine Bewährung gekostet, wodurch Gladys nicht müde wird, mich bei jedem neuen Fall daran zu erinnern. Schließlich stehe mein Seelenheil auf dem Spiel, so sagt er. Allerdings glaube ich, steht für ihn vielmehr die eigene Karriere als Bewährungshelfer dabei auf der Kippe, wenn er zu viele von uns in seiner Statistik an die Hölle verlieren würde.
Ich springe auf und kann spüren, wie meine Augen zu glühen beginnen, da mich dieses Thema ganz und gar nicht kalt lässt.
„Ich sagte doch, ich habe verstanden!“, bestätige ich noch einmal mit Nachdruck und diesmal nimmt sich Gladys zurück.
„Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Ich möchte nur verhindern, dass Sie den letzten Funken Reinheit in ihrem Inneren auch noch aufs Spiel setzen. Sie wissen doch, der Kampf ist erst verloren, wenn auch das letzte Bisschen Güte aus Ihnen gewichen ist und der Dunkelheit Platz gemacht hat.“ Dabei legt er beschwichtigend eine Hand auf meine, die ich unmittelbar zurückziehe.
Mit einem wenig kaschierten Augenrollen hält er mir kommentarlos seinen Stift hin, damit ich den Vertrag hierzu unterzeichnen kann, und wieder habe ich das Gefühl, gerade dadurch, noch etwas mehr meiner ohnehin schon sehr lädierten Seele einzubüßen.
Vielleicht den letzten Rest, der mir noch geblieben ist.
Danach überreicht er mir die Angaben zu ihrer Person, damit ich mich auf meinen Auftrag, sie wieder ins Licht zu führen, wie Gladys so schön zu sagen pflegt, vorbereiten kann. Wobei ich mir des Paradoxons dessen, dass ein Dämon es bewerkstelligen soll, eine abtrünnige Seele wieder ins Licht zu führen, überaus bewusst bin. Keine Sorge.
Im Hinausgehen werfe ich meinem Bewährungshelfer noch einen kurzen Blick zu, der mich erwartungsvoll ansieht.
„Und was das Schwarz angeht? Kann ja nicht jeder derart guten Geschmack beweisen“, sage ich mit Wink auf sein hellrosa glitzerndes Outfit, das mir beinahe die Tränen in die Augen treibt.
„Ja, schön nicht? Aus der neuesten Kollektion für Vorarbeiter, wenn Sie verstehen?“, antwortet Gladys euphorisch, ohne dabei den Unterton in meinen Worten zu bemerken. Ist so etwas wie Stolz nicht eine Todsünde?
Aber dann ist der kleine Scheißer gemäß seiner Uniform also befördert worden. Nun gut, ein Grund mehr sich meiner, dem besonders hartnäckigen Fall, gebührend anzunehmen, nicht wahr?
Im Hinausgehen ruft er mir noch hinterher: „Ach, und Damon? Für so etwas Barbarisches wie den Tod, sind andere zuständig. Denken Sie immer daran!“
Dann ist die Tür zu und ich mache mich auf zu meinem nächsten unfreiwilligen Auftrag, der mich einmal mehr vor den endgültigen, unsäglichen Qualen der Hölle bewahren soll …


Kapitel 1



Stella


Männer.
Männer sind einfach nur … Ach, ich finde keine Worte. Nervtötend? Arrogant? Von sich eingenommen? Hinterhältig? Verlogen. Ja, genau das ist es. Verlogen! Na bitte, geht doch!
Früher mochte ich sie mal. Früher, als ich noch wesentlich naiver war und ich mich leicht von einem schönen Lächeln, breiten Schultern oder starken Oberarmen beeindrucken ließ. Doch das ist lange vorbei. Diese Stella existiert nicht mehr.
Daher habe ich vor einiger Zeit alle Brücken in London abgebrochen und mich einfach treiben lassen, bis ich schließlich hier in Edinburgh, fernab der Heimat ein neues Leben begonnen habe. Ich weiß, das klingt alles mehr als theatralisch. Aber mit meinen vierundzwanzig Jahren hatte ich einfach Lust auf etwas Neues. Obgleich ich als waschechte Engländerin hier in Schottland täglich die eine oder andere Hürde nehmen muss. Und sei es nur, dieser rollende Dialekt, der, zugegeben, einen gewissen Charme versprüht. Würde ich auch heute noch auf derartige Nebensächlichkeiten achtgeben oder gar hereinfallen. Fehlanzeige!
Heute stehe ich mit einem kleinen Ein-Frau-Unternehmen auf eigenen Beinen und kann meinen Lebensunterhalt sogar in ganz ordentlichem Maß bestreiten. Okay, reich werde ich damit nicht. Aber es ist genug zum Leben. Da bleibt ohnehin keine Zeit für das starke Geschlecht, zumal ich es beruflich sowieso täglich von allen Seiten studieren darf. Nicht von seinen besten. Das sollte ich vielleicht noch erwähnen.
Denn ich, Stella Murray, bin offiziell eingetragene Treuetesterin über eine Agentur hier in der schönen Hauptstadt. Ich weiß, das klingt alles andere als seriös. Und anfangs dachte ich das auch. Allerdings brauchte ich dringend einen Job und auch das Geld und ich muss sagen, ich wurde schnell eines Besseren belehrt.
Die Aufträge, die ich von meinem Boss Baxter über Honest Hearts, so der Name der Agentur, erhalte, sind allesamt gut vorab recherchiert und ganz sicher nicht gefährlich. Solange man sich nicht dabei erwischen lässt, wie man die Zielperson professionell an der Nase herumführt, versteht sich.
Jedenfalls stellte sich bald heraus, dass ich ein ausgesprochen geschicktes Händchen im Umgang mit eben diesen besitze, wodurch ich mich schnell zu einer der meistgebuchten Agentinnen etablieren konnte. Im übertragenen Sinne, ein geschicktes Händchen, selbstverständlich. Denn bis zum Äußersten lasse ich es niemals kommen. Dies befindet sich definitiv außerhalb meines Tätigkeitsbereichs.
Allerdings hängt mein Erfolg natürlich auch davon ab, ob die Damen, die uns für gewöhnlich beauftragen, auch zielsicher den Geschmack ihres Angebeteten kennen. Denn dieses Detail macht es für mich obendrein einfacher, die Treue und Standhaftigkeit der Prioritäten der männlichen Zielperson auszutesten. Ein Vorteil, jedoch kein Muss. Schließlich verstehe ich mein Handwerk wie keine andere, zumindest nach Aussage meines Bosses.
Und auch heute habe ich mich wieder hübsch zurechtgemacht, die schulterlangen schwarz glänzenden Curly-Locken gebändigt und mir ein Outfit verpasst, auf das meine Zielperson, gemäß dem vorab durch seine Ehefrau ausgefüllten Fragebogen, voraussichtlich anspringen wird. Im Fall von Steve, des heutigen Ehebrechers, ist dieses ein enger dunkelgrauer Bleistiftrock, eine schlichte weiße Bluse im Business-Look, sowie mittelhohe Pumps. Abgerundet habe ich das Ganze durch einen leuchtend roten Lippenstift, der sowohl meine helle Haut als auch die blauen Augen gut zur Geltung bringt. Der Snow White-Look zieht doch bei den meisten Männern, wenn wir mal ehrlich sind.
Jedenfalls hat die gute Sabrina, Steves angetraute Ehefrau, Bedenken, dass es ihr Göttergatte mit der Ehrlichkeit des Öfteren etwas großzügiger hält. Um nicht zu sagen, er vögelt alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Natürlich unter dem Deckmantel von Meetings, Geschäftsessen und unsagbar vielen Überstunden, wie Sabrina uns berichtete.
Warum also nicht dieser armen Frau Gewissheit verschaffen und Steve ein Schnippchen schlagen? Ich finde nichts Falsches daran. Zudem ja auch noch die Möglichkeit besteht, dass Sabrina Steve unrecht tut und er der treue und liebende Ehemann ist, der er auch vorgibt zu sein.
Dennoch, mein Gefühl sagt mir etwas anderes, und auch sonst haben die Frauen oft schon das richtige Gespür, was ihre Männer angeht. Aber gut, wenn sie dafür bezahlen will, es letztlich schwarz auf weiß, in Form von Fotos, Textnachrichten, Bandaufnahmen oder Ähnlichem zu haben, dann werde ich ihr das ganz sicher nicht ausreden. Vor allem nicht, bei dem hübschen Sümmchen, das dabei für mich herausspringt.
Sabrina hat sich obendrein von uns gewünscht, ihren Mann in flagranti zu erwischen. Sie möchte also über die Aufenthaltsorte von Steve und dem Lockvogel – mir – genauestens in Kenntnis gesetzt werden. Bitte, auch das bieten wir natürlich gerne an. Die Wünsche unserer Kunden haben bei uns oberste Priorität.
Der heutige Treffpunkt ist in einem Pub namens The World’s End am unteren Ende der High Street vereinbart, da Steve dort für gewöhnlich mittags isst. Ja, die Schotten sind einfach sehr emotional und daher auch manchmal etwas melodramatisch, was die Namenswahl angeht.
Ich habe meine Hausaufgaben gemacht und auch sein Foto ausführlich studiert, damit mir bezüglich seiner Person keine Fehler unterlaufen.
Also komme ich pünktlich mit dem Taxi dort an. Bereit, einer weiteren Frau zu der Wahrheit zu verhelfen, die ihr ihr Mann einst geschworen hat.
Auftritt Luise …
Mit gestrafften Schultern und unter dem Arm eingeklemmter Clutch, betrete ich den für Edinburgh wie üblich in dunklem Holz eingerichteten Pub, in dem, wie überall um diese Zeit, bereits reges Treiben herrscht. Es ist urig, aber keineswegs heruntergekommen. Eben typisch für ein Etablissement dieser Art, von denen es hier zuhauf gibt. Pärchen, Freunde, Geschäftsleute und auch Einzelpersonen finden sich regelmäßig hier ein, um etwas zu trinken oder zu essen.
So auch Steve, der, wie angekündigt an der Bar sitzt, den Kopf über sein Handy gebeugt, während er geistesabwesend in einer Portion Meatballs und Makkaroni neben sich herumstochert.
Gedanklich schlüpfe ich blitzschnell in meine Rolle und bitte die Kellnerin, mich ebenfalls an der Bar zu postieren. Langsam lasse ich mich auf dem Barhocker, zwei Sitze weiter von Steve, nieder. Natürlich habe ich heute zusätzlich auffallend betörendes Parfum aufgelegt, und wie mir scheint, zeigt es bereits Wirkung, als er kurz von seinem geschäftigen Treiben auf dem Handy auf- und zu mir herübersieht.
„Eine Pepsi light, bitte“, ordere ich unterdessen bei dem Mann hinter dem Tresen, während ich Steves lechzende Musterung von der Seite her über mich ergehen lasse.
Binnen weniger Augenblicke erhalte ich mein Glas und genieße die kühle Erfrischung, die mir über einen Strohhalm in meine Kehle läuft.
„Ganz schön heiß heute, nicht wahr?“, höre ich Steves Kommentar von nebenan.
Ach, bitte. Das ist ja wirklich der billigste Anmachspruch, den es gibt. Was Besseres fällt dir nicht ein?, denke ich noch und wende mich dann eine viertel Drehung nach links, um ihm mein strahlendes Lächeln zu schenken.
„In der Tat, Sie sagen es. Wo ist der schottische Liquid Sunshine, wenn man ihn mal braucht?“, gebe ich vergnügt zurück, um mir anschließend gleich wieder den Strohhalm mit der Zunge in den Mund zu fischen.
Steve klappt die Kinnlade herunter. Doch dann besinnt er sich seiner Manieren und streckt mir die Hand hin.
„Steve.“
„Luise, sehr erfreut“, ergreife ich sie wirklich begeistert darüber, dass sich der Kontakt so schnell herstellen ließ.
„Sie sind Engländerin, wie interessant.“
„So auffällig? Da haben Sie mich aber schnell enttarnt?“
„Liverpool, nehme ich an?“, forscht er weiter nach und ich steige in sein Spiel mit ein.
„Schon wieder richtig! Oh mein Gott, Sie müssen ein wirklich guter Menschenkenner sein“, schmiere ich ihm weiter Honig um sein breit grinsendes Maul.
Als ob ich wirklich aus Liverpool kommen würde. Ganz ehrlich. Deren markanten Slang erkennt ja wohl jeder, füge ich in Gedanken noch hinzu, dabei imaginär heftig den Kopf schüttelnd.
„Hm, wohl eher ein guter Beobachter, wenn Sie so wollen“, rühmt Steve sich selbst mit seiner, offensichtlich eher kümmerlich ausgeprägten Auffassungsgabe.
„Sagen Sie, kommen Sie öfter hierher?“
„Ja, beinahe jeden Tag.“ Seine Brust schwillt vor Stolz beträchtlich an. „Ab und zu brauche ich einfach eine kleine Auszeit vom stressigen Manager-Alltag. Kurzweil, wenn Sie verstehen.“ Dabei wippt er so abstoßend mit den Augenbrauen auf und ab, dass ich mich ernsthaft frage, welche Frau auf diese plumpe Art tatsächlich hereinfallen würde. Aber vielleicht geht Steve ja gar nicht notorisch fremd. Baggert nur wild in der Gegend herum, ohne die Aussicht auf Erfolg? Was die Sache keinesfalls besser macht. Nur noch armseliger …
Dabei ist er eigentlich gar nicht unattraktiv. Er ist groß, dem Anschein nach gut gebaut unter seinem faden Anzug und trifft auch sonst mit kurzen, mittelbraunen Haaren und dem feinsäuberlich rasierten Gesicht vermutlich den Geschmack vieler Frauen, die nicht allzu viel Wert auf eine intellektuelle Konversation legen.
Keine schlechte Partie, solange er den Mund nicht aufmacht, wie ich immer mehr feststelle …
„Manager, wie interessant. Da haben Sie bestimmt viel Verantwortung auf ihren Schultern zu tragen“, gerate ich ins Schwärmen, denn ich bin mir ziemlich sicher, er ist genau der Typ, der sich gerne von Frauen meines Kalibers bewundern lässt.
Seine Züge werden ernst. „Ja, schon. Manchmal ist es wirklich hart. Aber mit solch wundervoll spontaner Ablenkung wie Ihnen, könnte ich all den Stress, den ich immer habe, sicherlich schnell vergessen“, lässt er die Bombe beinahe jetzt schon platzen und legt dabei ein Tempo an den Tag, das selbst mich überrascht. Denn meistens benötige ich wenigstens zwei, drei Treffen mehr, um die Zielperson dorthin zu bekommen, wo ich sie haben will: Ganz nah an den Rand einer ungehörigen Affäre, die ihr dann alsbald gehörig um die Ohren fliegt.
Ich beuge mich näher an ihn heran, nehme ihm die Gabel aus der Hand und lege sie beiseite. Dann flüstere ich ihm leise ins Ohr, sodass nur er es hören kann: „Ich glaube, ich wüsste etwas, dass dich ganz schnell deinen Stress vergessen lässt.“ Dabei streife ich scheinbar zufällig mit meiner Hand über seinen Oberschenkel, natürlich alles sicher verborgen vor den Augen der anderen Gäste.
Steve … Also Steve geht sofort zu hundertachtzig Prozent darauf ein: „Gleich hier auf der Toilette? Ich könnte es dir so richtig besorgen.“
Himmel, gibt denn heutzutage niemand mehr etwas auf Romantik? Seufz!
Aber letztlich komme ich so meinem Ziel in Lichtgeschwindigkeit näher und kann diesen wirklich unangenehmen Kerl schon bald at acta legen.
Jetzt ist es an mir, bedeutungsvoll mit der Augenbraue zu zucken. Anschließend rutsche ich langsam vom Stuhl und muss dabei sehr darauf achtgeben, nicht schelmisch vor mich hin zu grinsen. Schließlich macht es uns dieser Unglücksrabe derart leicht, dass er mir schon fast leidtut. Aber eben nur fast.
Mit einem unmissverständlichen Wink in Richtung Damentoilette bedeute ich ihm, mir in angemessenem Abstand unauffällig zu folgen, sodass ich Steve am Ende in einer der Kabinen mit der von ihm erhofften Überraschung erwarten kann. Nur, dass diese womöglich anders ausfällt, als er denkt.
Mit schwingenden Hüften mache ich mich auf den Weg und sehe mich dabei sogar noch einmal mit vielsagendem Blick in seine Richtung um, damit ich auch sicher gehen kann, dass Steve mich richtig versteht.
Er versteht. Aber so was von. Denn es fehlt nur noch, dass er hier vor allen Leuten zu sabbern anfängt, wie der gierige kleine Hund, der er offensichtlich ist.
Noch während ich die Tür hinter mir schließe, sehe ich, wie er auch schon freudig von seinem Barhocker herunterspringt und – O mein Gott – glückselig pfeifend mir nachfolgt. Was für ein Idiot!
Schnell begebe ich mich in die hinterste Kabine in der Hoffnung, dass es Steve auch gelingt in die Damentoilette zu gehen, ohne dass ihn jemand dabei erwischt. Diese Sekunden, in denen so vieles auf dem Spiel steht, sind immer die nervenaufreibendsten. Schließlich könnte nicht nur unser Plan dabei platzen, weil wir möglicherweise aufflögen. Auch meine reinweiße Weste ist in Gefahr, da ich keine Lust habe, eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zu riskieren. Zwar würde Baxter dafür sorgen, dass die Agentur für das Bußgeld aufkommt, dennoch möchte ich einen Eintrag in mein Strafregister tunlichst vermeiden.
Drei, zwei, eins …
„Mäuschen. Geiles Mäuschen. Daddy ist hier, um dich glücklich zu machen.“
Igitt. Geht es noch widerlicher? Abgesehen davon, dass ich mich in einer öffentlichen Toilette befinde, die ich mir im wahren Leben sicherlich niemals für schnellen Sex aussuchen würde. Wenn es möglich ist, vermeide ich diese Örtlichkeit sogar, wenn ich nur pinkeln muss. Aber Steve schafft es, alles noch abstoßender zu machen. Ehrlich. Das vermag auch nicht jeder.
„Ich bin hier, Daddy“, flöte ich in den höchsten Tönen, sein Rollenspiel bereitwillig aufgreifend. Dabei kann ich mich einer Grimasse jedoch nicht erwehren, die sich verschwommen in der gefliesten Wandvertäfelung der Kabine spiegelt.
Schritte kommen näher und mein Herz beginnt zu rasen. Zumal ich mich wirklich zusammennehmen muss, nicht laut loszuprusten. Ähnlich der Situation als Kind beim Versteckspielen, wenn der Sucher schon ganz nahe war und man ja keinen Mucks von sich geben durfte.
„Hier, Daddy“, gebe ich erneut in zuckersüßem Singsang zum Besten, als plötzlich die Tür in der Kabine neben mir aufgestoßen wird und Sabrina ihren Auftritt hat.
„Habe ich es doch gewusst! Du mieser, kleiner, dreckiger …“
Ich schleiche mich aus meinem Versteck, schlängele mich mit einem entschuldigenden Schulterzucken an den beiden Streithähnen vorbei und nach draußen zurück in das Pub.
Letztlich höre ich noch Steves klägliche Versuche, sich seiner Frau zu erklären, die ihm, den Geräuschen zufolge, schon mehrfach eine Ohrfeige verpasst hat, lege eine zehn Pfund-Note auf den Tresen und sehe zu, dass ich den Tatort verlasse. Schließlich liegt mir nichts ferner, als in die Ehestreitigkeiten mit hineingezogen zu werden.
Meine Arbeit ist getan. Sabrina hat Gewissheit und ich die Miete für einen weiteren Monat gesichert. Und hey, manchmal kommt es sogar vor, dass sich die Paare, nachdem sie ihre Krise erst einmal angegangen sind, wieder vertragen. Ehrlich! Ich tue den Leuten damit nur einen Gefallen. Und wenn nicht, dann ist es mir auch egal. Letztlich entscheiden meine Auftraggeberinnen ja selbst, inwieweit sie ihren Männern vertrauen.
Schließlich bin nicht ich es, die ihre Zukunft fehlgestaltet. Das bekommen sie schon sehr gut ohne mich hin. Ich bin es auch nicht, die lügt, sich in Affären stürzt oder Beziehungen zerstört.
Ich bringe nur die traurige Wahrheit ans Licht …


Kapitel 2



Damon


Natürlich musste dieser Langweiler Gladys wieder alles derart in die Länge ziehen, sodass die Sukkuba leider schon verschwunden war. Der gönnt einem aber auch gar nichts. Vermutlich, weil er selbst niemals Spaß hat, so ernst und verkniffen, wie er sich meistens gibt.
Aber wahrscheinlich hätten mich die Blessuren und Brandmale, die so eine Liaison normalerweise mit sich bringt, ohnehin nur bei meinem neuesten Job behindert. Schließlich sollte ich möglichst fit und nicht abgelenkt sein. Vor allem nicht durch eine zwiegespaltene Zunge, wie die ihre.
Tatsächlich habe ich mich, wie von mir erwartet wird, zwischenzeitlich ein wenig mit meiner neuesten Aufgabe – Stella Murray – beschäftigt. Sie scheint wirklich ein ganz schönes Luder zu sein, wenn ich Gladys Aufzeichnungen Glauben schenken kann. Denn letztlich ist für ihn beinahe jeder Mensch ein Sünder, da man seine Vorstellung von Perfektion unmöglich erfüllen kann. Aber ohne diese Korrektheit wäre er wohl auch niemals befördert worden. Unglaublich, wie sehr mir die Nervensäge auf den Sack geht.
Meine Zielperson ausfindig zu machen, dauerte nicht lange, da jede von ihnen eine gewisse Aura umgibt, die, je nach Schweregrad ihres Vergehens, stärker oder schwächer ausgeprägt ist. Und da unsere Miss Murray gerade dabei war, ihre nächste Sünde, gemäß der von oben erhobenen Anklage, zu begehen, leuchtete sie mir quasi schon kilometerweit aus der Entfernung entgegen.
Denn, da ich auf sie angesetzt wurde, verbindet uns ab diesem Zeitpunkt ein gewisses imaginäres Band, sodass ich immer im Bilde darüber bin, wo sie ist, oder was sie im Begriff ist zu tun. Natürlich nicht jede Einzelheit im Detail – Gott bewahre – dennoch habe ich gefühlsmäßig einen schemenhaften Grundriss in meinem Kopf, was ihre Umstände betrifft.
Ich verliere keine Zeit und begebe mich direkt vom Heart of Midlothian, ein westlich von der St. Giles Cathedral in den Boden eingelassenes, gepflastertes Herz, das den Eingang sowohl zur Unterwelt als auch nach oben in die Karma-Abteilung darstellt, in Richtung meines Auftrages. Zumindest heutzutage wird dieser markante Ort als Portal genutzt. Im Grunde auch sehr passend, da es den früheren Eingang des Tolbooth, eines Verwaltungssitzes markiert, in dem sich damals ein gefürchtetes, um nicht zu sagen, barbarisches Gefängnis befand. Allerdings muss man aufpassen, nicht plötzlich von vorbeischlendernden Touristen darauf bespuckt zu werden, da sich über die Jahre die Tradition eingebürgert hat, eben auf dieses Herz zu spucken. Ursprünglich geschah dies aus Verachtung gegenüber dem ehemaligen Gefängnis. Heutzutage allerdings soll es Glück bringen. Alles in allem sehr zu unserem Leidwesen, wie ich gestehen muss.
Mein Mensch jedenfalls, befand sich soeben noch ganz in der Nähe in einem Pub in Edinburghs bekanntester Straße, um offensichtlich das nächste Opfer, für einen sogenannten Treuetest, auszumachen. Oder was auch immer sie unter diesem Deckmantel eigentlich vorhat. Obendrein übertrieben aufgetakelt und derart auffällig verhaltend, dass ich beinahe laut loslachen muss, weil dieses Weichei Steve, mit dem sie sich trifft, auch noch darauf hereinfällt. So zumindest mein Eindruck.
Ich schalte auf Tarnmodus, da ich es in ihrem Fall für besser halte, wenn sie mich nicht sehen kann. Vermutlich reichen zwei, drei Malheurs ohnehin schon aus, um die Kleine zur Vernunft und auf den Pfad der Tugend zurückzuführen. Daher ist es sicherlich nicht einmal nötig, mich eines groß inszenierten Schauspiels zu bedienen. Ja, wie ich schon sagte: Dämonen verfügen über so einige, praktische Tricks.
Die ganze Show dauert nicht länger als maximal eine halbe Stunde, als Stella auch schon wieder aus dem Lokal herausstöckelt, sich noch einmal gehetzt umsieht und im Anschluss in ihrer Handtasche kramt.
Das ist meine Chance.
Diese minimale Unachtsamkeit, in der sie ihr Umfeld nicht gänzlich im Blick hat, nutze ich, um ihr eine erste Lektion zu verpassen. Schließlich schläft das Karma nie, und kleine Sünden bestraft der liebe Gott bekanntlich sofort.
In dem Moment, in dem sie sich abwendet, sorge ich, ganz der rachsüchtige Dämon, der ich nun einmal bin, dafür, dass sie mit einem ihrer Absätze zwischen zwei Pflasterplatten des Gehsteigs hängen bleibt, dadurch ins Straucheln gerät und geradewegs mit der Stirn an eine Laterne knallt, was sie schließlich zu Fall bringt. Nicht so heftig, als dass es ernsthafte Verletzungen nach sich zöge, aber immerhin fest genug, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. So hoffe ich zumindest.
Natürlich ist dieses kleine Szenario keines meiner Glanzleistungen, aber auf die Schnelle erfüllt es spontan dennoch seinen Zweck.
„Herrgott! Aua!“, flucht sie hemmungslos auf, was ihr eine weitere Kerbe in ihrem Sündenregister bei Gladys einbringt. Wenn ich Zeit habe, werde ich sie dafür vielleicht ein wenig bemitleiden. Ähm, nein.
„Diese verdammten Schuhe! Gott, wie ich sie hasse!“
Und wieder klingelt es bereits in meinem Kopf bei jedem Fluch, den sie unzensiert ausstößt und mit dem sie einen weiteren Treffer in ihrer allmählich beachtlichen Kartei landet.
Verärgert und verwirrt zugleich, reibt sie sich den Kopf, und ich komme nicht umhin, mir selbst gedanklich für dieses kleine Missgeschick auf die Schulter zu klopfen. Ein vorbeieilender Mann bemerkt Stellas Not und hilft ihr geistesgegenwärtig auf die Beine.
„Ja, genau. So macht man das als braves Menschlein“, flüstere ich zu mir selbst, da mich zwar gerade niemand sehen, jedoch möglicherweise dennoch hören könnte. Nicht schlecht, um jemandem heimlich ins Gewissen zu reden, und vielleicht werde ich auch bei Stella davon irgendwann noch Gebrauch machen.
„Vielen Dank, sehr freundlich“, murmelt Stella immer noch völlig perplex über die schnelle Wendung der Ereignisse, während der Mann sich noch einmal nach ihrem Befinden erkundigt und sich dann des Weges trollt, nachdem sie ihm versicherte, dass es ihr gut ginge.
Ungläubig schüttelt Stella den Kopf.
Ja, genau. Wie konnte das nur passieren, nicht wahr? Aber du hast es jetzt mit mir zu tun, Kleine. Deinem schlimmsten Albtraum und glaube mir, das war erst der Anfang, denke ich, während ich mich in meinem Element befinde.
So lange, bis Stella sich umsieht, und mir plötzlich genau in die Augen blickt …