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Buchvorstellung "Seelenschwingen – Rache"
Geschrieben von  Mandy Schur Mandy Schur Geschrieben,  14-11-2020 22:35 14-11-2020 22:35 39  Gelesen 39 Gelesen
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"Seelenschwingen – Rache" Band 1 der Fantasy-Reihe von Calin Noell.




Sie ist das Opfer grausamster Gewalt und erlitt unendliche Qualen. Von Menschen gefangen gehalten, gefoltert und geschändet, gelang ihr nach 14 Jahren endlich die Flucht.
Ihr einziges Lebensziel ist Rache - und doch könnte es noch mehr geben, für das es sich zu leben lohnt....
Seit 2 Jahren ist sie ihnen nun auf der Spur, jagt sie, einen nach dem anderen, bis nur noch einer fehlt:
Die Nummer 12 auf ihrer Liste, der Letzte, vollendet ihre Rache!
In dem Wissen, dass er ein Dunkelelb vom Clan der Idun ist, demselben Clan, dem auch sie einst angehörte, begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Geburtsort. Doch sie will nicht heimkehren, sie will ihn töten, um jeden Preis!
Innerlich zerrissen, ein gebrochenes Geschöpf, dessen einziger Lebenssinn die Vollendung ihrer Rache ist. Danach folgt die Erlösung durch den Tod, das glaubt sie aufrichtig, und doch könnte es sein, dass es Dinge gibt, für die es sich zu leben lohnt…



Leseprobe:



Prolog


Das Volk der Dunkelelben existierte Jahrtausende lang als das letzte unsterbliche Volk, ohne äußere Einflüsse. In elf großen Clanen lebten sie abgeschieden voneinander, jedoch friedlich, fern der Menschen und deren Welt.
Vor etwa achthundert Jahren jedoch änderte sich das, schleichend breitete es sich aus, wie das Gift einer Natter. Die Zugänge in die Menschenwelt wurden immer öfter genutzt und damit zerbrach das Gleichgewicht. Mit betreten ihrer Welt trugen wir ein unbekanntes Begehren von unabsehbarer Tragweite in unseren Lebensraum: Habgier, Neid und der Wunsch nach uneingeschränkter Macht!
Die Kriege begannen als kleinere Gemetzel, doch schon bald breiteten sie sich aus wie ein Feuer, unkontrollierbar und zerstörerisch. Erst vor etwa fünfhundert Jahren endeten sie in einem allgemeinen Massaker von verheerendem Ausmaß!
Als sie ihren Höhepunkt erreichten, gingen sie als die - Verhängnisvolle Kriege - in unsere Geschichte ein, für alle Ewigkeit in unser Gedächtnis eingebrannt! Sechs Clane wurden fast vollständig ausgelöscht und unsere Ahnen bestraften uns. Je mehr wir uns gegenseitig bekämpften, je kürzer wurde unsere Lebensbahn.
Von der Unendlichkeit ist nicht mehr viel übriggeblieben, nur noch wenige leben einhundertfünfzig Jahre und sie schrumpft weiterhin. Werden wir uns selbst ausmerzen?


Ich bin so müde, das mit ansehen zu müssen! Und doch verspüre ich eine vorsichtige Hoffnung! Es hat begonnen und wir können nur hoffen, dass sie uns nicht verfluchen und für alle Ewigkeit auslöschen wird! Ich bete für sie und für unser Volk, denn sie ist die Letzte, die die Macht in sich trägt. Sie ist die Hoffnung, die uns alle retten aber auch endgültig zerstören kann!


Wilton


Die Suche


Ich irrte in der Stadt umher und fluchte still in mich hinein! Ich wusste, war mir absolut sicher, richtig zu sein und doch fand ich einfach keine Spur!
Sechszehn Jahre war es jetzt her und ich erinnerte mich kaum noch an die Umgebung. Trotzdem verspürte ich beim Überqueren der Stadtgrenze keinen Zweifel, nahm das Ortsschild in Augenschein und betrachtete es.
Freiburg, hier musste es sein! Ich war mir eigentlich sicher, doch es gab viel zu viele Orte und Waldwege! Ich war damals viel zu jung und besaß keinerlei Erinnerung, wo genau sich der Zugang befand. Also entschied ich mich, die Stadt zu durchkämmen, suchte unauffällig nach Mitgliedern aus meinem Clan und hoffte, selbst jedoch unbemerkt zu bleiben!
Ich hockte jetzt schon eine kleine Ewigkeit vor diesem Lokal, doch auch hier tat sich einfach nichts und ich musste mir eingestehen, dass ich zu naiv an die Sache heranging. Die Stadt war einfach zu groß und ich vermutete lediglich, dass mein Volk sich inzwischen ganz und gar selbstverständlich unter die Menschen mischte.
Vollkommen frustriert legte ich ein paar Geldstücke auf den Tisch und verließ das Café. An meinem Motorrad blieb ich stehen und überlegte, wie ich weiter vorgehen sollte. Machte es Sinn, noch einmal eine Runde über die kleineren Straßen zu drehen?


Ich startete den Motor meiner Harley und fädelte mich in den Verkehr ein. Erleichtert, die Menschenmassen der Stadt endlich wieder hinter mir zu lassen, fuhr ich einfach meinem Gefühl folgend. Je näher ich dem Wald kam, desto ruhiger wurde ich, noch immer, trotz der langen Zeit.
Über mich selbst den Kopf schüttelnd, versuchte ich, mich auf mein Ziel zu konzentrieren, alles andere war unwichtig! Ich fuhr nicht so schnell, damit ich mich umsehen konnte, suchte nach Zugängen zum Wald, die irgendetwas in mir hervorriefen. Nach einer langgezogenen Kurve fand ich mich plötzlich hinter einem nervtötend langsamen Trecker wieder und wollte schon überholen, als ich eine kleine Zufahrtsstraße entdeckte. Kurzentschlossen bog ich ab, duckte mich unter den herunterhängenden Ästen hindurch und fuhr gedrosselt den sandigen Waldweg entlang. Unbewusst atmete ich tief ein und seufzte. Ich mochte die Städte nicht, die vielen Menschen, die Hektik und den Lärm. Obwohl ich mich jetzt gut zwei Jahre in den verschiedensten Städten aufgehalten hatte, konnte ich mir nicht vorstellen, dauerhaft an einem solchen Ort zu leben.


Der breite Weg endete an einem Schlagbaum und ich überlegte, was ich jetzt tun sollte. Der Vorteil eines Motorrads lag darin, dass eine solche Sperre für mich kein Hindernis darstellte. Doch ich wollte meine Umgebung unbemerkt erkunden und hier war es ganz klar ein Nachteil, schon allein wegen seiner Lautstärke! Ein Anruf eines empörten Menschen würde genügen und ich hätte mehr Verfolger, als mir lieb sein konnte und so sah ich mich gewissenhaft um. Niemand war in der Nähe, also fuhr ich ein Stück vom Weg in den Wald hinein und fand eine Stelle, an der sich mein Motorrad gut verbergen ließ. Langsam stieg ich ab, schob es zu dem Baum, dessen tiefhängende Äste einen guten Sichtschutz boten, und ging zu dem Schlagbaum zurück. Erneut blickte ich mich aufmerksam um und prägte mir den genauen Standort ein, damit ich es später problemlos wiederfinden konnte. Außerdem achtete ich auf jedes Geräusch, jede Bewegung und bemerkte Wanderer oder Hunde schon sehr viel früher, als sie mich. Niemals würde ich begreifen, wie Menschen mit Kopfhörern auf den Ohren durch die Stadt oder den Wald laufen konnten, die Musik bis zum Anschlag aufgedreht und dadurch vollkommen taub und blind für alles, was um sie herum geschah. Für mich wäre das einfach absolut unvorstellbar!
Ich entschied mich, dem Weg ein Stück zu folgen, bevor ich tiefer in den Wald hineinging, und kontrollierte noch einmal meinen Rucksack. Ich hatte alles dabei, um ein paar Tage gut durchzuhalten, also marschierte ich los und genoss die Ruhe. Nur selten begegnete ich Menschen, die wanderten oder Hunde mit sich führten. Ich wusste, dass ich eine längere Strecke laufen musste, um überhaupt den Hauch einer Chance zu haben, die zu finden, die ich suchte. Doch das störte mich nicht, im Gegenteil, ich genoss es und je weiter ich ging, desto einsamer, ursprünglicher wurde es. Deswegen war diese Gegend so perfekt, dieser Wald so unendlich groß und natürlich, teilweise fast undurchdringlich!
Je weiter ich ging, desto sicherer wurde ich, auf der richtigen Spur zu sein. Hier war der perfekte Ort um unsere Welt vor den Menschen zu verbergen, so lange Zeit!


Ich kramte meine Landkarte hervor und nahm einen Schluck Wasser, versuchte abzuschätzen, wo genau ich mich befand. Ich entschied mich, den Weg zu verlassen und nach links zu gehen, tiefer in den naturbelassenen Wald hinein. Hier würde es keinen weiteren, von Menschen erschaffenen, Weg mehr geben und das war die Grundvoraussetzung. Ich musste in den Teil des Waldes vordringen, der von den Menschen vollkommen unberührt und für sie kaum zugänglich war.
Erneut atmete ich tief ein und eine leichte Gänsehaut überzog meine Arme. Konnte es tatsächlich sein, dass ich mein Ziel schon bald erreichen würde? Der Gedanke, endlich den letzten Teil meiner Rache zu vollziehen, war so unglaublich berauschend! So lange Zeit schon wartete ich darauf, auch seine Nummer von meiner Liste zu streichen, der Letzte der Zwölf! Ich lächelte.
Danach ist es endlich vorbei! Mein Lächeln blieb, bis sich eine Erinnerung in den Vordergrund drängte und es mir schlagartig erstarb.
Je einen Dolch durch die Handfläche und in einen Pfahl getrieben, meine Füße baumeln in der Luft, unendlich scheinende Qualen ...!
Ich schüttelte den Kopf, verdrängte die Bilder und atmete bewusst ein, um mich wieder zu beruhigen. Bald werde ich endlich frei sein! Dieser Gedanke trieb mich an, trieb mich unermüdlich vorwärts, und gab mir die Kraft, die ich brauchte!


Als die Sonne langsam unterging, suchte ich mir einen Baum mit tiefhängenden Ästen, der in einer dichten Baumgruppe stand. Ich entdeckte schließlich einen, hangelte mich hinauf und sah mich um. Nachdem ich die Entfernung abgeschätzt hatte, sprang ich auf einen Nebenstehenden und landete sicher auf dem dicken Ast. Erneut sah ich mich um und entschied mich für einen weiteren Sprung. Dieser gelang mir nicht ganz so sicher, doch immerhin fiel ich nicht, hing jedoch mit den Füßen in der Luft und kämpfte mich mühsam nach oben. In einer großen und stabilen Astgabel ließ ich mich zufrieden nieder.
Sollte jemand oder etwas meiner Spur folgen, so hoffte ich, dass er oder es den ersten Baum hinaufkletterte und ich so rechtzeitig gewarnt wäre. Ich musste schlafen, um bei Kräften zu bleiben. Wahrscheinlich war meine Vorsicht vollkommen überflüssig, doch so bin ich, konnte mich nicht mehr dagegen wehren. Eine Kampfmaschine, dazu ausgebildet zu töten und doch ganz anders, als mein Peiniger es sich einst ersehnt hatte!
Aufmerksam ließ ich meinen Blick durch den Wald schweifen, erkannte jedoch aufgrund des dämmrigen Zwielichts nicht mehr allzu viel. Nachdem ich einen Apfel gegessen hatte, schloss ich die Augen und atmete einmal tief durch. Ich wusste, ich würde auch diese Nacht nicht ohne Alpträume schlafen. Fast dankbar für meinen jahrelangen Drill war ich jedoch sicher, dass kein Laut über meine Lippen kommen würde, was auch immer ich in meinen Träumen sah!


Ich schreckte hoch und erstarrte, lauschte angestrengt, denn sehen konnte ich nichts, noch immer war es stockdunkel! Ich erschauderte, doch ich war unendlich erleichtert darüber, aus dem Schlaf gerissen worden zu sein. Zu furchtbar waren die Erinnerungen, die mich jede Nacht in meinen Träumen quälten.
Plötzlich hörte ich ein Grunzen und entspannte mich. Bloß ein Wildschwein! Beruhigt sank ich zurück und schloss die Augen, hoffte, dass meine Alpträume nun hinter mir lagen und ich noch ein wenig Schlaf fand.


Als ich das nächste Mal erwachte, dämmerte der Morgen bereits und ich atmete tief durch. Ich hatte tatsächlich den zweiten Teil der Nacht ohne Alpträume geschlafen! Zufrieden sah ich mich um, setzte mich auf und rieb mir über die Arme. Der Morgentau hatte den Weg durch meine Kleider gefunden und alles fühlte sich klamm und unangenehm feucht an. Vorsichtig griff ich nach meinem Rucksack und zog einen Energieriegel und einen Apfel heraus. Ich aß in aller Ruhe und kletterte dann langsam hinunter. Nachdem ich mich notdürftig frischgemacht hatte, warf ich erneut einen Blick auf die Karte.
Spätestens morgen muss ich einen Fluss erreichen! Ich reiste mit leichtem Gepäck, so reichte das Wasser, das ich bei mir trug, maximal drei Tage und das auch nur, wenn ich sparsam damit umging.
Während ich zügig weitermarschierte, hing ich meinen Gedanken nach und überlegte fieberhaft, wie ich mein Erscheinen erklären sollte, ohne Misstrauen zu erregen.
Natürlich könnte ich behaupten, dass ich mich schlicht und einfach verlaufen habe, doch somit besteht die Gefahr, dass sie mir einfach den richtigen Weg weisen. Ich muss es unbedingt so geschickt einfädeln, dass sie mich nicht gleich wieder fortschicken!
Egal wie lange ich darüber nachdachte, es fiel mir einfach kein Grund ein, der plausibel genug klang, um eine Weile bleiben zu können.


Je weiter ich marschierte, je mehr kämpfte ich gegen meine Erinnerungen an.
Zigaretten, die sich brennend in meine Haut fressen, der Gestank nach verbranntem Fleisch, der in meine Nase steigt. Der Schlag, der folgt, weil ich weine ...
Ich schüttelte mich seufzend und versuchte, mich auf meine Umgebung zu konzentrieren. Pilze!, dachte ich und in meinem Kopf formte sich eine Idee. Sollte ich krank sein, wenn ich auf die anderen treffe, werden sie mich aufnehmen, dessen bin ich mir sicher! Vielleicht nicht gerade freudestrahlend und ziemlich misstrauisch, doch sie werden mich nicht wegschicken!
Lächelnd achtete ich nun sehr genau auf meinen Weg, denn ich brauchte die richtige Art. Gift-Häublinge!, überlegte ich. Da kann ich hinterher behaupten, dass ich dachte, es sei ein Gemeines Stockschwämmchen!
Ich grinste in mich hinein, fand die Idee wirklich gut! Jetzt musste ich nur noch welche finden, allerdings sollte das hier nicht allzu schwer sein! Überall lagen Äste oder abgestorbene Bäume herum und ich ließ meinen Blick umherschweifen, während ich unermüdlich weiterging.
Ich kam zügig voran und inzwischen war es angenehm warm, meine Kleidung vollständig getrocknet. Mein jahrelanges Training machte sich bezahlt, denn ich hielt ein gleichmäßiges Tempo, ohne zu ermüden. Letztendlich musste ich ihnen wohl dankbar dafür sein, wer weiß, wie mein Körper sonst geformt wäre! So aber war ich durchtrainiert, gut definiert, trotzdem jedoch noch immer weiblich. Ich wusste durchaus, dass die menschlichen Männer auf mich aufmerksam wurden, doch das interessierte mich nicht. Wichtig war nur, dass ich genügend Ausdauer und Kraft besaß, um mein Ziel endlich zu erreichen! Dass ich mehr Schmerzen ertrug als sonst jemand, war ebenfalls sehr hilfreich, denn ohne diese Eigenschaft hätte ich es niemals so weit geschafft. Nun aber sollte mein Rachedurst schon bald gestillt sein!